Vertrauensbibliothek der Christuskirche in Ostbevern
Unkompliziert und einladend

Ostbevern -

Bücher sind für viele Menschen etwas Tolles. Schade ist es nur, wenn sie im heimischen Regal verschwinden und als Staubfänger ihr Dasein fristen. Das kann in der Vertrauensbibliothek der Christuskirche in Ostbevern nicht passieren. Jeder kann sich dort Lesestoff ausleihen.

Montag, 11.02.2019, 20:00 Uhr
Helga und Wolfgang Meyer kümmern sich regelmäßig um die Vertrauensbibliothek in der Christuskirche Ostbevern.
Helga und Wolfgang Meyer kümmern sich regelmäßig um die Vertrauensbibliothek in der Christuskirche Ostbevern. Foto: Sebastian Rohling

Bücher sind etwas Spannendes, manchmal erheiternd, dann wieder gruselig und wenn es ganz schlecht läuft, auch mal langweilig. Am Ende bleibt aber immer ein Einband mit vielen bedruckten Seiten, der irgendwo im heimischen Regal verschwindet und oft als Staubfänger sein weiteres Dasein fristet. Nicht so die Bücher in der Vertrauensbibliothek der Christuskirche. „Wir haben mehrere hundert Bände, die sich jeder ausleihen kann“, erklärt Helga Meyer , die gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang dafür Sorge trägt, dass zurückgegebene Werke wieder richtig eingeordnet werden.

Das Konzept der Vertrauensbibliothek ist mit dem eines öffentlichen Bücherschrankes, wie er unter anderem an der Bushaltestelle am Telgter Bürgerhaus steht, vergleichbar. Jeder kann sich ein Buch ausleihen und dann zurückbringen, wenn er damit fertig ist. „Der Unterschied bei uns ist, dass die Ausleihe wie auch Rückgabe nur dann möglich sind, wenn die Christuskirche geöffnet ist. Also während der Öffnungszeiten des Gemeindebüros – Dienstag 16 bis 18 Uhr und Mittwoch 10 bis 12 Uhr –, nach dem Gottesdienst oder anderen Aktivitäten im Haus“, beschreibt Helga Meyer die Besonderheit.

Eine anderes Alleinstellungsmerkmal gegenüber den öffentlichen Bücherschränken ist, dass das Ehepaar Meyer die Bücher sortiert und pflegt. „Wir freuen uns immer und sind sehr dankbar, wenn uns jemand Bücher zukommen lässt. Wir haben gerade wieder neue Literatur erhalten. Diesmal nicht von Privatleuten, sondern aus dem Bestand der Loburg. Diesen sichten wir, sortieren Dubletten aus und ergänzen dann damit die bestehende Bibliothek“, sagt Wolfgang Meyer, der auch gleich ein Exemplar für sich entdeckt hat, das er demnächst lesen möchte.

„Unkompliziert und einladend“, so beschreiben die Verantwortlichen selbst ihr Konzept, dass es so bereits seit 2012 gibt. „Ich habe diese Aussage gelesen, die es, glaube ich, ganz gut auf den Punkt bringt“, sagt Helga Meyer. „Die Vertrauensbibliothek setzt der Wegwerfgesellschaft eine besondere Form des achtsamen Recycelns entgegen“, betont sie in diesem Zusammenhang.

Anders als in einer „richtigen“ Bücherei ist die Nutzung des Angebotes ohne Ausweis, ohne Gebühr, ohne Aufschreiben, ohne Rückgabefristen möglich. „Einfach Bücher mitnehmen und wieder zurückbringen, wenn sie gelesen sind“, so Wolfgang Meyer. Das Ehepaar sieht das Angebot nicht als Konkurrenz zum Buchhandel oder „richtigen“ Büchereien. Dafür sei ihr Angebot viel zu klein und unspezifisch. Werke gibt es aus den Rubriken: Romane, Krimis, Sachbücher, Reiseführer und Kunstbände, Kinder- und Jugendbücher, Religiöses, Heiteres oder sogar Kochbücher. „Für jeden Geschmack ist etwas vorhanden“, betont das Ehepaar.

Vergleichbare Konzepte einer Vertrauensbibliothek gibt es noch in den Gemeindehäusern Brock und dem Gemeindehaus in Telgte. Die Öffnungszeiten finden Interessierte auch im Internet.

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