Ostbeverns Vorgärten
Alles Schotter – oder was?

Ostbevern -

Rund 40 Gäste kamen zur Auftakt der CDU-Veranstaltungsreihe zum Thema naturnahe Gartengestaltung.

Samstag, 16.03.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 17.03.2019, 13:36 Uhr
Ulrich Schultewolter (stehend) und Stephan Grote waren die Referenten des Abends und berichteten über die Möglichkeiten und Vorteile eines naturnahen Gartens.
Ulrich Schultewolter (stehend) und Stephan Grote waren die Referenten des Abends und berichteten über die Möglichkeiten und Vorteile eines naturnahen Gartens. Foto: Sebastian Rohling

Rund 40 Gäste – Jung und Alt – konnte Hubertus Hermanns am Donnerstagabend in der „Alten Post“ begrüßen. Sie alle waren der Einladung der CDU gefolgt und wollten mehr erfahren über die Möglichkeiten und Herausforderungen der Gestaltung eines möglichst naturnahen Vorgartens.

Auslöser für den Abend sind die auch in Ostbevern immer wieder aufkeimenden Diskussionen über Sinn und Unsinn eines „zugeschotterten“ Vorgartens. Einer Ausgestaltung dieser Fläche, die beide Fachreferenten an diesem Abend nicht befürworten konnten.

Nach ein paar Worten zur Eröffnung des Abends durch den Fraktionsvorsitzender hatte zunächst Stephan Grote von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland das Wort. In seinem Vortrag stellte er unter anderem die verschiedenen Konzepte vor, wie ein Garten aussehen könnte. Es folgten Empfehlungen und Tipps zum Pflanzenbesatz und wie eine möglichst durchgehende Blüte, nicht nur für das Auge, sondern vor allem für die Insekten, gewährleistet werden könnte. „Wir sind uns beim Nabu bewusst, dass eine durchgehend blühende Fläche auch nichtheimische Pflanzen braucht“, so Grothe. Aber wenn die Pflanzen blühen und Nahrung liefern, würde der Verein, der sich sonst sehr stark für die Verwendung und den Schutz heimischer Arten im Garten einsetzt, auch mal ein Auge zudrücken.

Auch Bodenbeschaffenheit und Bearbeitung, Abgrenzungen sowie Insektenhotels waren Thema seiner Ausführungen.

Zweiter Referent des Abends war Ulrich Schultewolter aus Telgte. Er legte den Fokus seines Vortrages mehr auf die rein praktische Umsetzung eines Vorgartens und hatte dazu zahlreiche Fotos mitgebracht, die anschaulich verdeutlichten, wie unterschiedlich die Fläche vor dem Haus gestaltet werden kann. „Es liegt in der Natur des Menschen, das jeder eine andere Sichtweise auf das hat, was er schön findet, und was eben nicht. Das hat aber nicht zwingend was mit der Praktikabilität zu tun“, so der Landschaftsarchitekt, der ergänzte, dass vielen Menschen schlicht die Naturkenntnisse fehlen würden. Und nur wer wisse, welche Pflanzen harmonieren und sich wie über das ganze Jahr verhalten, könne am Ende seinen Garten so organisieren, dass er viel Freude, aber nur wenig Arbeit mit ihm habe.

Zum Thema Schotter und Steine im Vorgarten hatte Schultewolter noch eine Anmerkung, die viele so noch nicht bedacht hatten. „Wir reden immer über die ökologischen Nachteile einer solche Gestaltung. Aber mal ehrlich. Rasen, so wie er in den allermeisten Gärten kultiviert wird, ist eigentlich auch nichts anderes als grüner Schotter, und auch Mulchbeete sind unter dem Aspekt der ökologischen Vielfalt sehr kritisch zu sehen“, nahm er den Faden der Eingangsworte von Hubertus Hermanns auf, die die Problematik einer einheitlichen Gestaltungssatzung für Vorgärten aufzeigte. Deswegen sei es wichtig den Menschen aufzuzeigen und zu erklären, dass eine Gartengestaltung ohne Vorkenntnisse sehr arbeitsintensiv sein kann, wenn jemand nicht weiß, wie Pflanzen interagieren, sich vermehren und im Jahresrhythmus verhalten. „Da ist eine Schotterpiste augenscheinlich die deutlich pflegeleichtere Variante“, so der Landschaftsarchitekt. „Aber am Ende holt sich die Natur ihren Raum immer wieder zurück. Und dann ist die Pflege einer Schotterfläche sehr viel arbeitsintensiver als die Pflege eines gut strukturierten und optisch ansprechenden Vorgartens mit Gehölzen, Kräutern, Stauden und allem anderen, was Nahrung und Lebensraum für Insekten darstellt.“

Zufrieden mit dem Abend warb Hubertus Hermanns am Ende dann noch einmal für die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe zu naturnahen Gartengestaltung. Am Samstag, 13. April, gibt es eine Informationsfahrt zum Kreislehrgarten des Kreises Steinfurt inklusive fachkundiger Führung. Die Kosten betragen zehn Euro. Anmeldungen bis zum 30. März nimmt Hubertus Hermanns, ✆ 10 46, E-Mail hubertushermanns@t-online.de, an.

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