Klangvolles Ende
Eine inspirierende Vorführung

Ostbevern -

Das Klavierduo um Marina Kheifets und Anna Yarovaya sorgt für schönen Abschluss der Loburger Schlosskonzerte in Ostbevern.

Montag, 18.03.2019, 21:00 Uhr
Mit einem Feuerwerk pianistischer Kunstfertigkeit präsentierten Marina Kheifets und Anna Yarovaya den Liebhabern feiner Klaviermusik einen wahrlich schönen Abschluss der Konzertsaison im Rittersaal des Loburger Schlosses.
Mit einem Feuerwerk pianistischer Kunstfertigkeit präsentierten Marina Kheifets und Anna Yarovaya den Liebhabern feiner Klaviermusik einen wahrlich schönen Abschluss der Konzertsaison im Rittersaal des Loburger Schlosses. Foto: Axel Engels

Mit einem Feuerwerk pianistischer Kunstfertigkeit präsentierten Marina Kheifets und Anna Yarovaya den Liebhabern feiner Klaviermusik einen wahrlich schönen Abschluss der Konzertsaison im Rittersaal des Loburger Schlosses. Die beiden sympathischen Künstlerinnen konzertieren seit 2004 zusammen, da stimmte der Dialog auch bei den anspruchsvollsten Passagen bis ins kleinste Detail.

Marina Kheifets wuchs mit dem Klavier auf, ihre Mutter ist ebenfalls Pianistin. Ausgebildet als Meisterschülerin von Prof. Samuel Deitsch konzertiert sie international und gibt als gefragte Lehrerin ihre Erfahrungen an junge Talente weiter.

Anna Yarovaya ist in der russischen Klaviertradition aufgewachsen. Ihr Konzertexamen machte sie bei dem bedeutenden Professor Viktor Merzhanov, einem Schüler von Samuel Feinberg, an dem Moskauer Tschaikowski Konservatorium.

Pianistisch und künstlerisch zeigten sich die beiden Musikerinnen von einer unglaublichen Reife und ihre technische Brillanz stellten sie immer in den Dienst der Musik. Das spürte man sofort bei dem „Andante con Variazioni“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das sie sehr lyrisch-poetisch interpretierten und so den in Musik gefassten romantischen Gefühlen ein facettenreiches Gewand verliehen. Feinste Klangschattierungen und transparentes Spiel bei jeder einzelnen Variation zeigten ein ganz hohes Niveau. Beim „Adagio aus der Serenade op. 11“ von Johannes Brahms zeigten sie, dass sie nicht nur brillant in extrovertierten Passagen spielen können, sondern dass auch fragile Melodien bei ihnen bestens aufgehoben sind. Mit einem an Esprit und Leidenschaft kaum zu überbietenden virtuosen Arrangement von A. Grinsberg ließen sie ihrer Spielfreude freien Lauf, entließen das begeisterte Publikum mit einem mitreißenden Musikerlebnis in die Pause.

Im zweiten Konzertteil konnten sie diesen positiven Eindruck noch verstärken. Selten hat man die berühmte „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin so orchestral erlebt wie an diesem Nachmittag. Bei aller Klangfülle waren die einzelnen Abschnitte trotzdem ganz transparent gegliedert, erlebte man eine exquisite Verbindung von Gefühlstiefe und ausgereifter Anschlagskultur. Für das reine Genießen gab es dann noch zwei Stücke aus der „Suite Dolly op. 56“ von Gabriel Fauré. Die „Berceuse“ lud bei solch inniger Spielweise zum Träumen ein und mit diesen beiden Künstlerinnen war das Wandeln im „Garten von Dolly“ ein reines Vergnügen. Ihre musikalischen Wurzeln zeigten Marina Kheifets und Anna Yarovaya dann beim „Concertino on two Russian Themes“ von Alexander Rosenblatt. Dieses hochvirtuose Werk erklang mit einer Leidenschaft und Gefühlstiefe, die einfach jeden Besucher mitriss. Da gehört schon ganz große Kunst, solch ein an spieltechnischen Finessen reiches Werk so in sich stimmig zu spielen.

Dieses inspirierende Konzert wird man sicherlich so schnell nicht vergessen.

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