Versammlung des Hegerings
Mehr als nur Hege und Pflege

Ostbevern -

Die Generalversammlung des Hegerings zeichnete nicht nur ein rosiges Bild, sondern vielmehr ging es dabei auch um die Probleme, die die Waidleute derzeit haben, etwa durch das Insektensterben.

Sonntag, 14.04.2019, 13:16 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 15:12 Uhr
Der Vorstand des örtlichen Hegerings (v.l.): Dietrich Schedensack, Georg Verenkotte, Philipp von Beverfoerde, Fabian Elfering, Doris Hüweler, Christoph Schulze Hagen, Helmut Niehoff, Josef Niemann und Henrike Horstmann. Kleines Bild: Vor der Versammlung fand die traditionelle Hegeschau statt.
Der Vorstand des örtlichen Hegerings (v.l.): Dietrich Schedensack, Georg Verenkotte, Philipp von Beverfoerde, Fabian Elfering, Doris Hüweler, Christoph Schulze Hagen, Helmut Niehoff, Josef Niemann und Henrike Horstmann. Kleines Bild: Vor der Versammlung fand die traditionelle Hegeschau statt. Foto: Reinker

Viele Informationen rund um das Jagdwesen und die Tierwelt füllten die Jahreshauptversammlung des Hegerings Ostbevern. Zudem konnten die Waidleute auch die Ausführungen von Holger Fiedler zum Thema „Fasanen weg, was nun?“ hören. Traditionell eröffnete die Jagdhornbläsergruppe die Zusammenkunft bei Mersbäumer.

Zu den Anwesenden sprach nach der Begrüßung durch Hegeringsleiter Georg Verenkotte die stellvertretende Bürgermeisterin Mathilde Breuer. „Die Jagd hat die Aufgabe, die Natur im Gleichgewicht zu halten“, sagte sie. Für seinen Einsatz dankte sie dem Hegering.

Das novellierte Landesjagdgesetz, das erst seit einigen Tagen gilt, erleichtere den Waidleuten die Hege, wurde bei der Versammlung betont. Unter anderem dadurch, dass die Jagdzeiten geändert wurden. „Die Regierung hat damit einiges rückgängig machen können“, freute sich Georg Verenkotte. Der Artenschwund, von dem etwa 80 Prozent der Insekten betroffen seien, ist für den Hegering ein großes Thema. Denn mit der Folge, dass dadurch ebenfalls der Niederwildbestand rückgängig ist, müssen sich die Jäger seit langer Zeit bereits ausein­andersetzen. „Durch den besorgniserregenden Rückgang der Insekten schwindet auch die Nahrungsbasis für die Aufzucht von Jungvögeln und aller Insektenfresser wie Igel und Lurche“, folgerte Verenkotte. Dieses habe noch nicht absehbare Folgen für Flora und Fauna, denn eingewanderte Arten können damit die ausgedünnten Lebensräume besetzen, so der Vorsitzende.

Ein Beispiel dafür sei der Waschbär. Innerhalb von fünf Jahren sei im Kreis die Waschbärenstrecke von 106 auf 903 Stück gestiegen. Die intensive Bejagung zum Erhalt der noch vorhandenen Niederwildbestände sei daher unverzichtbar. „Da werden wir noch sehr viel tun müssen“, meinte Verenkotte. Die Jäger stehen dabei aber nicht alleine: „Die Zusammenarbeit mit den hiesigen Landwirten funktioniert sehr gut,“ sagte er.

Ein weiteres gemeinsames Thema sei die Afrikanische Schweinepest (ASP), deren Einschleppung durch die Wildschweinbestände von Osteuropa nach Deutschland erhebliche Folgen haben könnte.

Auch revierübergreifend arbeitet der Hegering Ostbevern. So trifft man sich in diesem Jahr gemeinsam mit den Hegeringen Telgte-Westbevern, Milte-Einen und Glandorf.

Wie wichtig der Einsatz in Sachen Abfallsammlung ist, machten einige Bilder deutlich, auf denen Wildtiere durch vergessenes Zaunmaterial ums Leben kamen.

Aktuelles aus dem Kreis berichtete Josef Roxel. Zur Zeit gibt es 2900 ausgestellte Jagdscheine, auf die Bevergemeinde entfallen davon 170. „Das zeigt, dass die Jägerei hier sehr stark verwurzelt ist“, lobte der Kreisjagdberater. Zudem teilte er mit, dass sich 45 Teilnehmer in der Ausbildung zum Jungjäger befinden.

Dietrich Schedensack nahm das örtliche Jagdwesen in den Fokus und teilte die umfangreichen Aktivitäten in Sachen Vorbeugung der Afrikanischen Schweinepest mit. Auch berichtete er über die gute Resonanz der Waldspieltage, an denen der Hegering aktiv beteiligt ist. Dies sei auch als Öffentlichkeitsarbeit zu sehen, die „für die Akzeptanz der Jagd vor Ort“ wichtig sei.

Vom jagdlichen Schießen wusste Josef Niemann zu erzählen und kündigte das Hegeringschießen am 25. Mai an. Doris Hüweler brachte die Jäger in Bezug auf das Jagdhundewesen auf den neuesten Stand und berichtete Wissenswertes. Die Beverprüfung ist auf den 14. September terminiert. Helmut Niehoff erläuterte als Obmann für den Naturschutz die Anlage von Blühstreifen und Bejagungsschneisen. Für die jungen Jäger sprach Fabian Elfering.

Gegen Ende der Zusammenkunft standen Wahlen an, der Vorstand zeigt sich unverändert wie folgt: Georg Verenkotte (Vorsitzender), Philipp von Beverfoerde (stellvertretender Vorsitzender), Dietrich Schedensack (Schriftführer), Christoph Schulze Hagen (Kassierer), Henrike Horstmann (Beisitzer) sowie die Obleute Doris Hüweler, Josef Niemann, Helmut Niehoff und Fabian Elfering. Geehrt wurde Manfred Stricker für 25-jährige Mitgliedschaft im Hegering.

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