Digitalisierung der Landwirtschaft
Gemeindewappen im Maislabyrinth

Ostbevern -

Auf dem Hof von Stephan Große Hokamp wird in diesem Jahr der Mais mit digitaler Unterstützung angebaut. Davon verspricht sich der Landwirt nicht nur mehr Ertrag sondern auch ein tolles Biberbild in seinem Mais-Labyrinth.

Mittwoch, 17.04.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 18.04.2019, 14:13 Uhr
Landwirt Stephan Große Hokamp (li.) und Felix Aundrup (Vertriebsleiter NRW der Agravis NetFarming GmbH) begutachten die Aussaatkarte für die teilflächenspezifische Maisaussaat auf Große Hokamps Flächen.
Landwirt Stephan Große Hokamp (li.) und Felix Aundrup (Vertriebsleiter NRW der Agravis NetFarming GmbH) begutachten die Aussaatkarte für die teilflächenspezifische Maisaussaat auf Große Hokamps Flächen.

Es war nur ein kleines Foto auf Whatsapp, das Felix Aundrup , Leiter Vertrieb Nordrhein-Westfalen der Agravis NetFarming GmbH , im Herbst 2018 dort einstellte. Es zeigte zwei Reihen Mais, die eine in der Hitze des Rekordsommers komplett verdörrt, die andere – der NetFarming-Streifen – mit grünen Kolben. Die Wirkung war groß. Neben vielen anderen schaute auch Stephan Große Hokamp aus Ostbevern ganz genau hin. Jetzt, ein gutes halbes Jahr später, wird der Landwirt gut 90 Hektar mit der teilflächenspezifischen Maisaussaat der Agravis drillen.

Große Hokamps Betrieb mit insgesamt 150 Hektar landwirtschaftlicher Fläche, 3000 Mastschweinen und einer Biogasanlage mit 500 Kilowatt brachte bereits einige Voraussetzungen mit, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gülleausbringung

Da er schon länger bei der Gülleausbringung mit dem sogenannten „Strip-Drill“-Verfahren arbeitet, verfügen seine Maschinen bereits über GPS-gesteuerte Systeme. „Ich benötigte für die teilflächenspezifische Maisaussaat nur noch einen neue Maisdrille“, erinnert sich Große Hokamp. In Hörstel erwarb er eine sechsreihige Highspeed-Drillmaschine, die sehr genau arbeitet und sich zugleich sehr schnell auf die für die teilflächenspezifische Aussaat nötigen Umstellungen einstellt.

Über unser Modul wird dann für jede Teilfläche die optimierte Saatstärke berechnet.

Felix Aundrup

Bei einem Feldabend der Raiffeisen Bever-Ems setzten sich Felix Aundrup und Stephan Große Hokamp zusammen und sprachen die Möglichkeiten der teilflächenspezifischen Maisaussaat durch. Große Hokamp suchte für die Erstellung der Aussaatkarte eigene sowie Flächen der vier Partnerbetriebe, für die er ebenfalls drillt, heraus. Für die Karte wird die Aussaatstärke für alle Ertragszonen auf dem Feld bestimmt. Dabei fließen Informationen über Bodenbeschaffenheit, Wasserverfügbarkeit, Klimaparameter und Sorteneigenschaften, aber auch die Erfahrungen des Landwirts in die Berechnungen ein.

„Über unser Modul wird dann für jede Teilfläche die optimierte Saatstärke berechnet“, erläutert Felix Aundrup. Der Landwirt bringt schließlich erhöhte Aussaatstärken auf die guten Ecken, damit die Pflanzen dort ihr volles Potenzial an Pflanzenmasse umsetzen können, und geringere Aussaatstärken auf die schwachen Standorte.

Nährstoffeffizienz

So auch in Ostbevern: „Die Bodenpunkte auf meinen Flächen liegen zwischen 20 und 70. Das reicht von Wüste bis zu nassen Löchern. Da lässt sich mit teilflächenspezifischer Aussaat sicher viel erreichen“, weiß Große Hokamp.

Der 36-Jährige geht mit großen Erwartungen an sein erstes Jahr mit der Agravis NetFarming GmbH: „Ich möchte meine Erträge steigern und in Extremjahren wie 2018 mindestens stabilisieren. Außerdem möchte ich meine Nährstoffeffizienz hochhalten, damit ich meine Flächen auch mit Blick auf die Düngeverordnung weiter bewirtschaften kann.“

Schon bei Ertragssteigerungen von drei Prozent seien die Kosten wieder erwirtschaftet, scheibt das Unternehmen in der Pressemitteilung. „Bei möglichen Ertragssteigerungen von zehn Prozent wäre es fast fahrlässig, das nicht zu nutzen“, findet Große Hokamp.

Wappen der Gemeinde

Mit der Agravis NetFarming GmbH plant Große Hokamp auch eine weitere Neuerung auf seinem Feld: ein Mais-Labyrinth mit einem Biber, dem Wappentier der Gemeinde Ostbevern. „Unser Partner Geo-Konzept hat ein entsprechendes Programm, mit dem wir das anlegen können“, erklärt Felix Aundrup. Dabei werden die Zonen, in denen später das Bild des Bibers erscheinen soll, einfach auf null Körner programmiert, und schon entsteht mit dem Maiswachstum das gewünschte Muster im Feld.

„Das nachträgliche Herausschneiden des Musters im Mais ist unheimlich aufwendig. So aber können wir das Muster bereits beim Drillen einfach durch Auslassen formen“, freut sich Große Hokamp. Er hofft, mit seinem Maislabyrinth und dem Biber viele Radtouristen ans Feld zu locken und vielleicht auch die ein oder andere Aktion, beispielsweise mit der Gemeinde, auf die Beine stellen zu können.

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