Ostbeverner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Für die Zukunft gut gerüstet

Ostbevern -

Sein 100-jähriges Bestehen feiert in Kürze der Ostbeverner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Über die Herausforderungen der vergangenen Jahre, die Besonderheiten eines kleinen Versicherers und das Jubiläum berichtet das geschäftsführende Vorstandsmitglied Dieter Schulze Zumkley.

Montag, 22.04.2019, 20:00 Uhr
Das Team des Ostbeverner Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (v.l.): Gabriele Heidemann, Dorothee Kolkmann, Dieter Schulze Zumkley und Rainer Kuhlage.
Das Team des Ostbeverner Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (v.l.): Gabriele Heidemann, Dorothee Kolkmann, Dieter Schulze Zumkley und Rainer Kuhlage. Foto: privat

Der Ostbeverner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit feiert am kommenden Freitag, 26. April, sein 100-jährgiges Bestehen. Über die Herausforderungen der vergangenen Jahre, die Besonderheiten eines kleinen Versicherers und das Jubiläum sprach Andreas Große Hüttmann mit dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied Dieter Schulze Zumkley.

Herr Schulze Zumkley, 100 Jahre Ostbeverner Versicherungsverein. Ist das ein Grund zum Feiern?

Dieter Schulze Zumkley: Aber selbstverständlich! Allerdings geben wir unser Geld nicht für eine pompöse Feier für einige wenige Mitglieder aus, sondern lassen alle unsere Mitglieder mitfeiern: So haben wir die Versicherungsbeiträge in diesem Jahr um fünf Prozent Jubiläumsrabatt gekürzt. In Summe macht das immerhin über 140 000 Euro extra aus. So haben alle etwas davon.

Aber ein bisschen feiern tun Sie doch, oder?

Schulze Zumkley: Ok, als Gastredner auf unserer Mitgliederversammlung am 26. April konnten wir dieses Jahr Herrn Prof. Dr. h.c. Martin H. Richenhagen gewinnen. Er wird zu dem Thema „Landtechnik 4.0 und die wirtschaftlichen Aussichten für die Landwirtschaft“ referieren.

Was ist das Besondere am Versicherungsverein, was ihn von den Mitbewerbern unterscheidet?

Schulze Zumkley: Nun, der Unterschied liegt in der gelebten Unternehmensform: Wir sind ein Verein auf Gegenseitigkeit. Ich betone das gerne auch als „Fair“ein. Diese Versicherung gehört ihren Mitgliedern, es existiert kein Aktionär, kein „Dividendengeier“, der hohe Gewinne ausgeschüttet haben möchte. Unser Ziel ist es, kostengünstig Versicherungsschutz anzubieten und die erwirtschafteten Gewinne den Mitgliedern in Form von Beitragsrückerstattungen wieder zugutekommen zu lassen.

Ein kurzer Blick in die vergangenen Jahre. Was waren die Besonderheiten und Herausforderungen?

Schulze Zumkley: In den letzten paar Jahren sind vor allem aufsichtsrechtliche Herausforderungen zu meistern gewesen. Wir sind ja eine richtige Versicherungsgesellschaft – und keine Agentur. Und wer da mitspielen möchte, muss auch die Anforderungen der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen) erfüllen. Es geht hier aber vor allem um organisatorische Regelungen, wie zum Beispiel das Umsetzen der Datenschutzgrundverordnung. Das haben wir aber alles prima gemeistert!

Aus ihrem Geschäftsbericht lässt sich herauslesen, dass der Sturm „Friederike“ die Bilanz „durcheinandergewirbelt“ hat. Was heißt das genau?

Schulze Zumkley: Oh ja, der 18. Januar 2018 war schon eine Herausforderung für uns. Es wurden uns über 450 Schäden mit einem Gesamtvolumen von rund 600 000 Euro nur wegen „Friederike“ gemeldet – so viel wie sonst in zwei Geschäftsjahren zusammen. Der letzte große Sturm „Kyrill“ war genau elf Jahre davor – so gesehen waren wir in der Vergangenheit bezüglich Sturmschäden verwöhnt. Aber so richtig durcheinandergewirbelt hat der Sturm unsere Bilanz nicht, denn der Ostbeverner Versicherungsverein ist sehr stark rückversichert, somit ist der größte Teil des „Friederike“-Schadens abgefedert.

Rechnen Sie angesichts des Klimawandels in den nächsten Jahren mit deutlich mehr Unwetterereignissen?

Schulze Zumkley: Da gibt es verschiedene Meinungen. Klimawandel ist ja zurzeit in jedem Munde. Ich denke, die Wetterextreme nehmen zu: mal extreme Trockenheit, dann punktuell auf einmal Gewitter mit Starkniederschlag und Überschwemmung. So gesehen, rechne ich mit mehr regionalen Unwetterereignissen. Aber hiergegen kann sich jeder mit dem Einschluss der „Weiteren Elementarschäden“ versichern: Die Gefahr liegt meiner Meinung nach nicht darin, dass der Fluss ausufert und das Grundstück überschwemmt, sondern dass bei einem Starkniederschlag die enormen Wassermassen sich dann den Weg durch das Wohnzimmer zum nächsten Graben oder Fluss suchen.

Wie kann man als Versicherungsverein vorsorgen?

Schulze Zumkley: Wir sind bereits jetzt gut gerüstet: Insbesondere haben wir Schäden durch die vorgenannten Wetterextreme sehr hoch rückversichert.

Ist ein so kleiner Versicherungsverein angesichts des stetigen Wandels in der Branche auf Dauer überhaupt überlebensfähig?

Schulze Zumkley: Da bin ich aber fest von überzeugt! Gerade das „Kleine“ bringt zum einen enormen Kostenvorteil, und wir haben besonders kurze Entscheidungswege. Unser Kunden und deren Bedürfnisse kennen wir genau und können sehr individuellen Versicherungsschutz anbieten.

Wenn Sie einen Wunsch für die nächsten 100 Jahre frei hätten, was würden Sie sich für den Versicherungsverein wünschen?

Schulze Zumkley: Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Ostbeverner Feuerversicherungsverein gegründet. Dann hat er den Zweiten Weltkrieg überstanden. Wir haben jetzt über 70 Jahre Frieden in Deutschland. Ich wünsche mir, dass das so bleibt.

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