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Ostbevern -

Der Rat der Gemeinde Ostbevern hat eine Resolution zum „Kirchnerbau“ beschlossen. Erfolgt bis zum Jahresende keine Verkauf, wird der Rat der Gemeinde ein Enteignungsverfahren in Gang setzen.

Samstag, 13.07.2019, 07:00 Uhr
Der Rat der Gemeinde Ostbevern steht geschlossen hinter der Resolution.
Der Rat der Gemeinde Ostbevern steht geschlossen hinter der Resolution. Foto: Sebastian Rohling

Ganz am Ende, es hatte schon ein Eis für Gäste, Verwaltung und Politiker gegeben, wurde es noch einmal unruhig in der letzten Ratssitzung vor den Sommerferien. Grund war eine Resolution zum Verkauf des nicht fertiggestellten und nicht genehmigten Gebäudes Hauptstraße 40 bis 42, die der gesamte Rat fraktionsübergreifend auf den Weg bringen wollte.

Die Politiker aller vier im Rat vertretenden Parteien bemängeln, dass es seit mehreren Jahren an den Gebäuden der Hauptstraße 40 bis 42 keinen Baufortschritt mehr gibt. „Die seinerzeit erteilten Baugenehmigungen sind inzwischen abgelaufen und unwirksam. Die Wohnungen in einem Teil der Gebäude dürfen nicht wieder vermietet werden. Eine entsprechende Verfügung des Kreisbauamtes wurde erteilt. Die Gebäude sind nicht genehmigt und gelten als sogenannte ,Schwarzbauten‘. Durch das unansehnliche Bild der unfertigen Häuser ist ein nachhaltiger Schaden in der Hauptgeschäftsstraße in Ostbevern entstanden. Eine Ansiedlung von weiteren Geschäften ist seit Jahren nicht mehr möglich, weil immer wieder von Interessenten auf die „Bauruine“ verwiesen wird. Zudem beklagen die benachbarten Einzelhändler Einbußen aufgrund des unattraktiven Geschäftsumfeldes“, heißt es in der Resolution.

Die Bürger der Gemeinde Ostbevern haben in der Vergangenheit in vielen Gesprächen mit der Verwaltung und den politischen Parteien immer wieder bekundet, dass sie diese durch einen Investor/Eigentümer verursachte Situation nicht länger dulden wollen. „Zumal durch die Bauherren im Grundstückskaufvertrag zugesagt wurde, dass die Gebäude bis zum 31. Dezember 2013 fertiggestellt sind“, wird in der Resolution hervorgehoben.

Wie der Bürgermeister bereits im Vorfeld den WN mitgeteilt hat, gibt es sogar ein interessiertes Immobilienunternehmen, das bereit ist, die „Bauruinen“ zu kaufen, zu sanieren, fertigzustellen und somit den Einzelhandel weiter zu beleben. „Ich kenne die potenziellen Investoren noch aus meiner Zeit vor Ostbevern und traue ihnen zu, die Gebäude nicht nur ordnungsgemäß fertigzustellen, sondern sie auch mit Leben zu füllen“, sagt Annen. „Das Problem ist nur, dass sich seitdem eine der beiden Hauptparteien nicht mehr mit uns auseinandergesetzt hat. Zuletzt hieß es, dass im Herbst weitere Gespräche möglich seien.“ Vorherige Gespräche seien derweil immer kurzfristig doch nicht zustande gekommen.

In der Resolution, die am Donnerstag verabschiedet wurde, heißt es weiter: „Aus den vorgenannten Gründen fordern die politischen Parteien im Rat und die Gemeindeverwaltung Ostbevern einen Verkauf der Immobilien Hauptstraße 40 bis 42 zu gutachterlichen Werten, damit die Gebäude in 2020 saniert, fertiggestellt und mit Einzelhandel belebt werden können. Der Verkauf muss in 2019 erfolgen, ansonsten wird der Rat der Gemeinde ein Enteignungsverfahren in Gang setzen.“

Währenddessen musste einer der beiden Investoren, die in Telgte ansässige „Andreas Schmitz GmbH“, Insolvenz anmelden. Inwieweit das Auswirkungen auf den weiteren Prozess sowie im Umgang mit der Immobilie an der Hauptstraße 40 bis 42 hat, bleibt allerdings abzuwarten. Eine endgültige Entscheidung über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens werde nach derzeitigem Stand im Oktober zu erwarten sein.

 

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