Stichhaltige Argumente
Immer schön die Ruhe bewahren

Ostbevern -

Wespe ist nicht gleich Wespe. Elf mitteleuropäischen Wespenarten gibt es, aber nur zwei von ihnen setzen sich gerne mit zum Menschen an den gedeckten Tisch. Wie sich aber der Ostbeverner dann am besten verhält, das weiß Naturschutzexperte Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Dienstag, 10.09.2019, 23:48 Uhr aktualisiert: 11.09.2019, 00:00 Uhr
Der Umgang mit Wespen ist gerade im Spätsommer nicht immer einfach. Es gibt aber Mittel und Wege, von denen am Ende beide Parteien profitieren.
Der Umgang mit Wespen ist gerade im Spätsommer nicht immer einfach. Es gibt aber Mittel und Wege, von denen am Ende beide Parteien profitieren.

Die letzten Sommerwochen des Jahres haben begonnen. Viele von uns nutzen die verbleibenden warmen Tage gern für ein Kaffeekränzchen im Garten oder ein Picknick im Park. Neben Freunden und Verwandten locken die Menschen mit Zucker und Fleisch aber auch ungebetene Gäste an unseren Tisch: die Wespen.

Was manchmal wie eine Invasion wirkt, ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Ausschnitt der Natur. „In der Regel trauen sich nur zwei der elf mitteleuropäischen Wespenarten an unsere gedeckten Tafeln, nämlich die ‚Gewöhnliche Wespe‘ und die ‚Deutsche Wespe‘“, erklärt Naturschutzexperte Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Alle anderen Wespenarten interessieren sich nicht für unser Essen. Viele Arten vertilgen vor allem Fliegen, Mücken, Raupen, Motten oder Spinnen.“ Wenn also beispielsweise mal eine Hornisse an unserem Kaffeetisch vorbeikommt, ist sie mit Sicherheit nicht hinter unserem Kuchen, sondern hinter den Wespen her.

„Um keine Wespen anzulocken, kann man Speisen abdecken, süße Getränke verschließen und auf stark parfümierte Körperpflegeprodukte verzichten“, sagt der BUND-Experte. Wahrscheinlich helfen jedoch all diese Maßnahmen wenig und die schwarz-gelben Insekten gesellen sich dennoch zu uns. Dann heißt es: Ruhe bewahren!

„Um-sich-Schlagen ist äußerst kontraproduktiv“, erklärt Wessel. Denn die Tiere nehmen unsere Angst wahr und Angstschweiß versetzt sie in Alarmbereitschaft. Auch Wegpusten hilft nicht weiter. Es zeigt sich, dass das ausgeatmete COWespen aggressiver macht.

Stattdessen empfiehlt der Naturschützer, die Tiere im Auge zu behalten, wenn man isst, und einfach ganz entspannt weiterzumachen. „Ganz dreiste Ruhestörer lassen sich mit Wasser aus kleinen Sprühfläschchen zur Räson bringen“, verrät Wessel. „Oftmals haben sich auch Ablenkfütterungen mit Teilen des Essens bewährt, die die Tiere vom Tisch weglocken.“

Wer die Wespen dort dann gewähren lässt und ihnen ein Stück vom kulinarischen Glück gönnt, hat in der Regel nichts zu befürchten. Der kann vielleicht sogar beobachten, wie sie geschickt ein kleines Stück aus einem großen Ganzen herausoperieren und mit der Beute stolz davon fliegen. Es sei ihnen gegönnt, denn was für uns nur die letzten Sommerwochen des Jahres sind, sind für die Wespen die letzten Tage ihres Lebens. Nur die jungen befruchteten Wespenköniginnen überwintern. Erst im nächsten Sommer schlüpfen neue Wespen und halten uns als Insektenvertilger so manche Fliege vom Leib.

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