Urteil gesprochen
Geldstrafe und vorübergehender Führerscheinentzug

Ostbevern -

Wegen Trunkenheit am Steuer und fahren ohne Fahrerlaubnis wurde nun ein Mann verurteilt. Die Polizei hatte ihn in Brock erwischt.

Freitag, 13.09.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 15:40 Uhr
Ohne Fahrerlaubnis, dafür betrunken: Ein Mann wurde zu einer Geldstraße und Entzug der Kfz-Fahrerlaubnis für drei Monate verurteilt.
Ohne Fahrerlaubnis, dafür betrunken: Ein Mann wurde zu einer Geldstraße und Entzug der Kfz-Fahrerlaubnis für drei Monate verurteilt. Foto: dpa

Eine ungewöhnliche Geschichte wurde jetzt vor dem Amtsgericht Warendorf verhandelt.

Die Fakten: Der Polizei war in der Nacht vom 4. Dezember 2018 ein auf der Landesstraße  830 im Bereich Brock auf einem Kreisel verunglückter, nicht besetzter Pkw gemeldet worden. Der Halter wurde über das Kfz-Kennzeichen ermittelt und gegen 2 Uhr morgens von den Beamten in seiner Wohnung aufgesucht. Der dort angetroffene 35-Jährige, der aus der Mongolei stammt, war nach Angaben der Polizei stark alkoholisiert, denn er hatte das in der Mongolei anstehende Silvesterfest gefeiert. Da er nach Angaben der Beamten kein Deutsch sprach erklärte seine Frau für ihn, das Fahrzeug habe ein Freund geführt, den er nicht benennen wolle. Nach der polizeilichen Untersuchung – so hieß es vor Gericht – habe aber einiges dafür gesprochen, dass er den Pkw gefahren haben könnte. Denn durch das Auslösen des Airbags hatte er offensichtlich Handverletzungen davongetragen.

Es erfolgte daher eine Anklage wegen vorsätzlicher Nutzung des Pkw ohne gültige – die Fahrerlaubnis aus der Mongolei war nur für sechs Monate gültig und mittlerweile abgelaufen – sowie für Trunkenheit im Straßenverkehr. Der Unfall-Sachschaden betrug 900 Euro. Noch in derselben Nacht wurde im Krankenhaus der Blutalkoholgehalt mit rund zwei Promille festgestellt.

Die Aussagen des Angeklagten wurden von einer Dolmetscherin übersetzt. Die Verteidigerin plädierte zunächst für Freispruch, da der eindeutige Beweis, dass ihr Mandat das Fahrzeug gefahren haben nicht erbracht werden könne. Doch nach kurzer Beratung zu der Frage, ob ein ärztliches Gutachten über die Herkunft der Verletzungen Klarheit bringen könne, ließ sie davon ab.

Die Richterin und die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sahen die Schuld des Angeklagten als erwiesen an, sie reduzierten aber die Anklage der vorsätzlichen unerlaubten Pkw-Nutzung auf eine fahrlässige unerlaubte Nutzung.

Das Urteil lautete: Geldstraße und Entzug der Kfz-Fahrerlaubnis für drei Monate.

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