Das etwas andere Auslandspraktikum
Für zwei Monate nach Afrika

Ostbevern/Glandorf -

Wenn heute eine Delegation des Ostbeverner Vereins „1000 Hügel“ von Brüssel nach Kigali, Ruanda fliegt, ist auch Annkathrin Borowski aus Glandorf mit an Board. Die 18-Jähirge wird für zwei Monate in dem ostafrikanischen Land leben und mit HIV-infizierten Kindern sowie deren Mütter arbeiten.

Samstag, 12.10.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 13.10.2019, 11:48 Uhr
Annkathrin Borowski wird für mehrere Wochen in Ruanda mit an HIV-erkrankten Kindern und Müttern arbeiten.
Annkathrin Borowski wird für mehrere Wochen in Ruanda mit an HIV-erkrankten Kindern und Müttern arbeiten. Foto: Rohling

Das Ding mit der Grenzenüberschreitung kennt Annkathrin Borowski schon zu genüge, ist sie als Schülerin doch aus dem fernen Glandorf in Niedersachsen jeden Morgen nach Nordrhein- Westfalen gekommen, um die Schulbank des Ostbeverner Gymnasiums Johanneum zu drücken. Doch den Schritt, den sie unternimmt, hat dann doch eine weitaus größere Tragweite. Denn sie wird die nächsten zwei Monate in Kigali, der Hauptstadt Rundas, leben und arbeiten.

Noch zu Schulzeiten hat die heute 18-Jährige und frisch gebackene Abiturientin Kontakt zu Janine Frönd aus Ostbevern bekommen. „Damals, also noch vor der Vereinsgründung von ,1000 Hügel‘ ( WN berichteten) war Janine bei uns in der Schule und hat diverse Hilfs- und Unterstützungsprojekte vorgestellt. In Folge des Besuchs haben wir dann unter anderem mit unserem Leistungskurs Erdkunde erste lokale Spenden-Projekte organisiert, die alle zu Gunsten von Initiativen in Ruanda waren“, erinnert sie sich. Mittlerweile ist aus den Bestrebungen der Ostbevernerin der Verein „1000 Hügel“ hervorgegangen, in dem Annkathrin Borowski Beisitzerin und verantwortlich für die Jugendgruppe des Vereins ist.

Am heutigen Samstag ist es dann für die junge Glandorferin soweit. Sie fliegt mit einer kleinen Delegation des Vereins nach Runda. „Die ersten zwei Wochen verbringe ich noch mit der Gruppe. Wir lernen das Land kennen und besuchen die Projekte, die der Verein fördert.“ Doch wenn dann die Gruppe am Ende der Herbstferien die Rückreise antritt, wird Borowski nicht mitreisen. „Ich werde bis zum 12. Dezember in Ruanda bleiben und ehrenamtlich bei einem Projekt mitarbeiten, das sich um HIV-infizierte Mütter und Kinder kümmert“, ist sie schon aufgeregt. Eingebettet ist das Projekt, dass sich auch um an AIDS erkrankte Kinder und Mütter kümmert, in das Globale Netzwerk von „We Act“. „Bei all dem Neuen und Fremden kenne ich aber schon meine Ansprechpartnerin, bei der ich in der Zeit auch wohnen werde und die als Psychologin das Projekt betreut“, sagt Borowski. Denn Laetitia Umulisa, mit der sie vor Ort zusammen leben und arbeiten wird, war erst vor Kurzem in der Bevergemeinde, und hat hier unter anderem einen Vortrag zum Thema „Teenagerschwangerschaften in Ruanda“ gehalten. „Ich werde mich in erster Linie um die Kinder kümmern. Mit ihnen spielen, sie aber auch in Englisch unterrichten“, freut sie sich schon auf ihre Aufgabe. „Ich will ja selbst mal Lehrerin werden. Da kann mir diese Erfahrung nur nützlich sein.“

Beide waren geschockt, als ich ihnen von meinen Plänen berichtet habe.

Annkathrin Borowski

Annkathrin Borowski ist eine junge und weltoffene Frau. Während ihrer Schulzeit war sie unter anderem für drei Monate in Argentinien und erfuhr dort, wie gut es ihr beziehungsweise den Deutschen eigentlich geht. „Ich glaube, das ich in Ruanda dieses Gefühl noch mehr steigern wird“, spricht sie über ihre Erwartungen. Sie will möglichst viel für sich und ihr späteres Leben mitnehmen, Erfahrungen sammeln und am Ende die Reise nicht bereuen – wobei das ihre mit Abstand geringste Sorge ist. Anders als bei ihren Eltern. Stand ihr Freund von Anfang an hinter ihrem Vorhaben, waren sie am anfangs eher verhalten. „Beide waren geschockt, als ich ihnen von meinen Plänen berichtet habe – und das obwohl mein Vater selbst Mitglied im Verein ist. Mittlerweile stehen sie aber voll hinter mir und unterstützen mich – auch wenn sie noch immer etwas besorgt sind.“

 

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