„Ostbevern torffrei – Torfverzicht ist Klimaschutz“
Natur, die nicht in den Garten gehört

Ostbevern -

Ziel des Klimaschutzprojektes „Ostbevern torffrei – Torfverzicht ist Klimaschutz“ ist es, im gesamten Gemeindegebiet auf Torf zu verzichten und damit die größten CO²-Speicher der Erde zu schonen.

Freitag, 22.11.2019, 20:00 Uhr
Im Moor ist es feucht und matschig. Deshalb spazieren die Besucher des Schwarzen Moores auf einem stabilen Steg aus Holzbrettern.
Im Moor ist es feucht und matschig. Deshalb spazieren die Besucher des Schwarzen Moores auf einem stabilen Steg aus Holzbrettern. Foto: dpa

Grün steht für Leben und Natur. Nicht nur die Farbenlehre sagt das aus. Auch Gartenfreunde, egal ob Hobbygärtner oder Profis, wissen das. Umso verwirrender, dass der Mensch etwa seit dem 17. Jahrhundert sehr konsequent dafür arbeitet, dass solche natürlichen Lebensräume zerstört werden – für Blumenerde etwa. Moore sind über die Jahrtausende gewachsene Ökosysteme, die einen vermeintlichen Rohstoff beherbergen, der gerne als Zusatz von Blumenerde genutzt wird: Torf.

Dabei ist der Schutz der Moore unerlässlich. Sie speichern enorme Mengen Kohlendioxid, weltweit etwa doppelt so viel COwie alle Wälder zusammen. Der Schutz dieser nur noch selten in Deutschland vorkommenden Refugien trägt auch zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Und hier möchte in Zukunft auch die Bevergemeinde ihr Engagement steigern. Ziel des Klimaschutzprojektes „Ostbevern torffrei – Torfverzicht ist Klimaschutz“ ist es, im gesamten Gemeindegebiet auf Torf zu verzichten, um dem weltweiten Schutz der Moore, den größten CO-Speichern der Erde, Rechnung zu tragen. So verzichtet der Bauhof der Gemeinde bereits bei der Anlage von öffentlichen Grünflächen und der Grünanlagenpflege auf torfhaltige Produkte und nutzt stattdessen die Produkte des Kompostwerkes des Kreises Warendorf sowie andere torffreie Produkte.

Gärtner können durch die Verwendung von torffreier Erde zur Erhaltung von Mooren beitragen und damit Natur und Klima zugleich schützen. Naturschutzorganisationen wie zum Beispiel der BUND weisen zudem darauf hin, beim Einkaufen torffreier Blumenerde darauf zu achten, dass es sich wirklich um Produkte ohne Torf handelt.

Bei „torfreduzierten“ beziehungsweise „torfarmen“ Produkten sei Vorsicht geboten, auch wenn es sich um „Bio“-Erde handele. So gibt es unter anderem Blumenerde, die mit dem Slogan „Ohne Torf“ werben. Aber in diesen Säcken sind dann Fasern von Palmen untergemischt. Das heißt, dass diese erst den langen Weg zu uns zurücklegen müssen, um hier verarbeitet und untergemischt werden. Es gibt mittlerweile viele torffreie Produkte von Firmen, die den Umwelt- und Moorschutz ernst nehmen. Torffreie Gartenerden werden auf Basis von Kompost, Rindenhumus und Holzfasern hergestellt.

Da sich das Thema „Ostbevern torffrei“ gut mit dem Thema „Grüne Vorgärten in Ostbevern“ verbinden lässt, ist für das 1. Quartal 2020 geplant, zwei Wanderausstellungen des NABU für einen längeren Zeitraum in der Gemeinde zu zeigen: die Ausstellung „Moor“ mit vier Tafeln in Kombination mit der Ausstellung „Gönn dir Garten“ mit neun Bannern.

Begleitend zur Ausstellung wird kostenloses Informationsmaterial über den NABU-Shop bestellt, das für die Bürgerinnen und Bürger während des Ausstellungszeitraumes zur Mitnahme ausliegen wird.

Die Eröffnung der Ausstellungen könnte in Verbindung mit einem Stand, zum Beispiel auf dem Wochenmarkt, erfolgen. „Eine entsprechende Anfrage wurde in dieser Woche vom NABU bestätigt“, verkündet Klaus Hüttmann im jüngsten Umwelt- und Planungsausschuss.

Und auch im Rahmen der Kooperation von mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) bei „Ostbevern-bioinspirativ“ werde derzeit geplant, wie das Thema Moore und Torf thematisiert werden könnte.

 

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