Übung des THW in Ostbevern
Sechs Verletzte bei Verpuffung

Ostbevern -

Die THW-Ortsverbände Coesfeld, Lengerich und Warendorf führten auf dem Hof von Stephan Große Hokamp eine gemeinsame Großübung durch. 30 Einsatzkräfte waren beteiligt. Die Ausgangslage: „Verpuffung in der Biogasanlage – sechs Personen werden vermisst.“

Dienstag, 03.12.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 13:40 Uhr
Der dichte Nebel erschwerte den Einsatzkräften bei der Übung das Vorgehen. Trotzdem schafften es die THW-Helfer, die „Verletzten“ zügig zu retten.
Der dichte Nebel erschwerte den Einsatzkräften bei der Übung das Vorgehen. Trotzdem schafften es die THW-Helfer, die „Verletzten“ zügig zu retten. Foto: Anne Reinker

Eine groß angelegte Übung rief die THW-Ortsverbände Coesfeld, Lengerich und Warendorf auf den Plan. Aufgrund der fiktiven Notlage „Verpuffung in der Biogasanlage, sechs Personen werden vermisst“ kamen am Übungsort auf dem Hof von Stephan Große Hokamp mehr als 30 Einsatzkräfte zusammen. Neben der eigentlichen Übung gab es noch eine weitere Herausforderung für die Aktiven: der dichte Nebel, der die Sicht stark einschränkte.

Die ersten Anweisungen bekamen die THWler im Bereitstellungsraum in Westbevern durch Zugführer und Einsatzleiter Marcus Leifhelm, bevor sich die Kolonne zum Übungsort aufmachte.

Die Fahrten zum Bereitstellungsraum und zum Übungsobjekt waren nicht nur aufgrund der Sonder- und Wegerechte eines der Highlights der Übung, sondern auch dadurch, dass die Fahrer sich aufgrund der Dunkelheit und des starken Nebels mit Sichtweiten unter 50 Metern in einer besonders umsichtigen Fahrweise zeigen konnten. Derartige Fahrten können ein großes Gefahrenpotenzial bergen, gerade bei ungeübten Fahrern im Ehrenamt, weshalb im THW Ortsverband Warendorf derartige Einsatzfahrten immer wieder trainiert werden. So soll verhindert werden, dass es im Realfall zu folgenschweren Unfällen kommt.

Der Übungsort war erst einmal unübersichtlich: neben der Dunkelheit und dem starken Nebel hatten die Übungsplaner noch den Einsatz von drei Nebelmaschinen geplant. Gleichzeitig sorgten Hilfeschreie aus Lautsprechern für einen zusätzlichen Stressfaktor für die Helfer.

Der Erkundung des Einsatzortes und dem parallelen Aufbau der Beleuchtung folgte trotz des teils unwegsamen Geländes die Absicherung von Fässern mit Gefahrstoffen und der zeitnahe Erfolg der Personensuche.

Herausforderungen stellten für die Einsatzkräfte allerdings die Auffindesituationen einiger Verletzter dar. Schnell ergaben sich aber Rettungsmöglichkeiten. So war unter anderem eine Person unter einer 1000 Kilogramm schweren Last eingeklemmt, die durch Hebeltechniken angehoben werden musste. Die verletzte Person konnte daraufhin aus ihrer misslichen Lage befreit und durch Kameraden zur Verletztensammelstelle verbracht werden.

Zwei Personen fanden die Einsatzkräfte auf dem Dach der Biogasanlage. Diese wurden mittels eines sogenannten Leiterhebels aus einer Höhe von rund sieben Metern in einem Tragekorb herabgelassen – eine äußerst anspruchsvolle Technik der Personenrettung, die regelmäßig in den THW-Ortsverbänden trainiert wird.

Aber nicht nur die Rettung von Verletzten stand im Blick der Übungsbeobachter, auch die Beachtung der Eigensicherung, die Betreuung der gefundenen Vermissten sowie die Kommunikation standen auf dem Prüfstand.

Die ebenfalls als Übungsbeobachter eingesetzten Dienststellenleiter Karsten Grundmeier (Ortsverband Lengerich) und Mario Raab (OV Warendorf) zeigten sich ebenso wie Übungsleiter Guido Gawellek äußerst zufrieden mit dem Übungsverlauf. „Es gibt sicherlich hier und dort ein paar Stellschrauben, an denen noch etwas gedreht werden muss, aber im Endresultat wurden die Aufgaben hoch professionell gelöst“, lautete das Fazit von Zugführer Marcus Leifhelm.

Auch die Einsatzkräfte gaben durchweg positive Rückmeldungen und waren über die Zusammenarbeit der drei Ortsverbände erfreut.

In der Unterkunft hatten die Einsatzkräfte die Möglichkeit, sich zu verpflegen, sich auszutauschen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Ein besonderer Dank gilt seitens der Einsatzkräfte nicht nur Übungsleiter Guido Gawellek, da eine derartige Übung viel Vorbereitungszeit benötigt, sondern auch Stephan Große Hokamp, der seinen Hof für die Übung zur Verfügung gestellt und diese Übung somit erst möglich gemacht hatte.

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