Artenvielfalt in der Bever
Die Quappe wird sich wohlfühlen

Ostbevern -

Die Angelsportgemeinschaft Ostbevern hat in Sachen Artenschutz so einiges vor. Im vergangenen Jahr hat sie mit der Wiederansiedlung der Quappen begonnen. Eine weitere Fischart soll bald wieder heimisch werden.

Donnerstag, 23.01.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 12:50 Uhr
Die Angelsportgemeinschaft Ostbevern um Marcel Rotterdam und Burkhard Hagemann (zweiter Vorsitzender, Foto) unternimmt Anstrengungen, Quappe und Barbe in der Bever wieder anzusiedeln.
Die Angelsportgemeinschaft Ostbevern um Marcel Rotterdam und Burkhard Hagemann (zweiter Vorsitzender, Foto) unternimmt Anstrengungen, Quappe und Barbe in der Bever wieder anzusiedeln. Foto: privat

Gut ein Jahr alt ist der Versuch, die Quappe in der heimischen Bever wieder anzusiedeln. Die Angelsportgemeinschaft Ostbevern hat im März 2019 rund 43 000 Brütlinge ausgesetzt. Wie ist das Experiment ausgegangen?

Verlässliche Aussagen kann der Vorsitzende Marcel Rotterdam noch nicht treffen: „Wir rechnen damit, dass etwa zehn Prozent überlebt haben. Diese Quappen dürften heute so drei bis zehn Zentimeter groß sein, sind aber auch schwer zu fangen.“ Jungtiere ab fünf Zentimeter beginnen zu gründeln, also den Gewässerboden nach Nahrung abzusuchen. Dabei lösen sie den Schwarm auf und verteilen sich.

Wir rechnen damit, dass etwa zehn Prozent überlebt haben.

Marcel Rotterdam

Erfasst hat dies die Angelsportgemeinschaft jedoch noch nicht. „Die Quappe ist ein Winterfisch. Vielleicht überwindet einer von uns seinen inneren Schweinehund und setzt sich mal eine Zeit lang an die Bever“, sucht der Vorsitzende scherzend nach Freiwilligen für den Beobachtungsposten.

Marcel Rotterdam

Marcel Rotterdam Foto: privat

In der Ems in Greven, wo ein ähnliches Projekt gestartet wurde, seien aussagekräftige Informationen erst nach vier bis fünf Jahren zu erwarten. „Bei uns wird es aber nicht so lange dauern, da unser Gewässer kleiner ist“, sagt Marcel Rotterdam. Spätestens zum Sommer 2021 rechnet er mit fundierten Analysen zum Wiederansiedlungsprojekt.

Habitat für die Barbe wird vorbereitet

Im Laufe des vergangenen Jahres sollten weitere Setzlinge ausgesetzt werden. Das klappte aufgrund von Lieferengpässen nicht, wird aber voraussichtlich Ende April nachgeholt. Ähnlich verhielt es sich mit der Barbe, einer weiteren Fischart. Im vergangenen Jahr ist es mit einem Neuansiedlungsversuch nichts geworden.

Geplant ist, dies in diesem Sommer nachzuholen. Dazu wird unterhalb von Haus Langen eine Abfischung durchgeführt und anschließend die Barbe in Setzlingsgröße von sechs bis zehn Zentimetern eingesetzt. Zuvor wird es aber einen Arbeitseinsatz seitens des Vereins geben, erläutert der Vorsitzende das Vorgehen. Dann sollen Kiesbänke aufgeschüttet werden, die als Laichplätze dienen.

Das Habitat ist gut, die Tiere werden sich wohlfühlen.

Marcel Rotterdam

Marcel Rotterdam geht davon aus, dass die Quappe wieder heimisch wird: „Ich denke, das Vorhaben funktioniert. Das Habitat ist gut, die Tiere werden sich wohlfühlen.“ Es gibt in der Bever ein großes Renaturierungsbecken und viele Läufe, die tote Arme haben und Flussauen bilden. Die Quappe benötigt zum Laichen einen ruhigen Platz mit wenig Strömung. Durch die Renaturierungsmaßnahmen sind diese Voraussetzungen in der Bever mittlerweile wieder gegeben.

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