Fällung der Bäume an der Wischhausstraße
Ausschuss rudert nicht zurück

Ostbevern -

Die Bäume, die am Rand des Baugebietes Wischhausstraße stehen, werden gefällt. Zumindest die, für die die Gemeinde verantwortlich ist. Das wurde in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses beschlossen.

Donnerstag, 30.01.2020, 06:50 Uhr aktualisiert: 30.01.2020, 14:02 Uhr
Bereits Ende vergangenen Jahres wurden die Bäume für eine Zuordnung gekennzeichnet.
Bereits Ende vergangenen Jahres wurden die Bäume für eine Zuordnung gekennzeichnet. Foto: Alex Piccin

Über eine Stunde drehte sich in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses alles um die Baumreihe im Baugebiet Wischhausstraße und um deren mögliche Fällung. Zahlreiche Bürger nutzten die Einwohnerfragestunde – die zu Beginn einer jeden Ausschusssitzung auf der Agenda steht – um ihre Fragen und Bedenken hinsichtlich dieses Themas beantwortet zu bekommen und um sie den Politikern für ihre Entscheidung mit auf den Weg zu geben.

Grüne fordern den Erhalt der Bäume

Ein klares Statement zum Erhalt der Bäume gab es eingangs der Sitzung von den Grünen, die einen entsprechenden Antrag formuliert hatten. Ausführlich erläuterte Ulrich Lunkebein, warum er und seine Fraktion die Bäume unbedingt für erhaltenswert erachten. „Das ist eine lange Baumreihe mit zwölf alten Eichen“, sagte er. Schätzungsweise seien die Bäume an die 100 Jahre alt, vielleicht sogar noch älter. Das sei in der Gesamtschau ein seltenes Biotop. „Sowas kann man nicht Eins zu Eins mal eben so ersetzen“, sagte Lunkebein. Und Parteikollege Werner Stratmann pflichtete bei: „Warum man so etwas zerstört – das will einfach nicht in meinen Kopf.“

Dazu nahm Fachbereichsleiter Klaus Hüttmann direkt Stellung: Es sei bereits 2017 beschlossen worden, den Grabenbereich mit den Bäumen in die Anliegerparzellen mit aufzunehmen, um einen lückenlosen Anschluss der beiden Gebiete zu ermöglichen. Seinerzeit seien die notwendigen Beteiligungsverfahren vorgenommen worden, bei denen – unter anderem vom Forstamt – kein erhaltenswerter Baumbestand deklariert worden sei.

Und Bürgermeister Wolfgang Annen ergänzte: „Nur die Bäume, die in unserem Beritt sind, müssen weg“. Für die Exemplare, die durch die Neugliederung inzwischen auf Privatgrund stehen, gäbe es keine Maßgabe. Dort treffe der jeweilige Eigentümer die Entscheidung zum Erhalt, oder eben auch nicht. Allerdings treffe diesen auch im Falle des Erhalts eines Baumes die Verkehrssicherungspflicht.

15 000 Ökopunkte gibt es als „Ausgleich“ für die in Rede stehenden zu fällenden Bäume. Wie diese zustande kommen und was sich zusammen mit weiteren Ökopunkten aus anderen Maßnahmen realisieren lasse (WN berichteten), erläutertet Fachbereichsleiter Hans-Heinrich Witt den Anwesenden.

Es wurden Fehler gemacht

„Damit werden sicher auch viele sehr gute Sachen umgesetzt“, war sich Werner Stratmann sicher. Er warnte davor, sich in Spitzfindigkeiten zu verlieren und rief dazu auf, Farbe zu bekennen: „Einige Entscheidungen sind falsch gewesen. Wir können die zurücknehmen. Wir haben das Recht das zu tun.“ Dann müsse man allerdings die Konsequenzen tragen, warf Bernhard Everwin (CDU) ein. Das bedeute Regressansprüche und neue Planung. Nur grob überschlagen stand seitens der Verwaltung schnell eine Zahl von einer Million im Raum. „Vermutlich sogar deutlich mehr“, sagte Wolfgang Annen. „Da ist viel falsch gelaufen“, sagte auch Elmar Möllenbeck (CDU), dennoch sehe er keine andere Möglichkeit, als der Fällung zuzustimmen.

Einen Kompromiss strebten die Vertreter von SPD und FDP an, doch auch das ließ sich nicht realisieren. Und so reichten die sechs Stimmen der SPD, der Grünen und der FDP gegen die sieben Stimmen der CDU nicht aus, um den Erhalt der Bäume durchzubringen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7226229?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F129%2F
Nachrichten-Ticker