Coronavirus auch in Ostbevern ein Thema
Beziehungen lahmgelegt

Ostbevern -

Die geschäftlichen Beziehungen zu China seien nahezu lahmgelegt, berichtet Michael Hundrup von der Firma „Dongfang“.

Donnerstag, 06.02.2020, 19:49 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 14:18 Uhr
In China breitet sich das Coronavirus weiter aus. Medizinisches Personal und Einwohner des Volksrepublik versuchen, sich mit Mundschutz und Schutzanzügen vor einer Ansteckung zu schützen.
In China breitet sich das Coronavirus weiter aus. Medizinisches Personal und Einwohner des Volksrepublik versuchen, sich mit Mundschutz und Schutzanzügen vor einer Ansteckung zu schützen. Foto: dpa

Seit 30 Jahren unterhält der Ostbeverner Michael Hundrup mit seiner Firma „Dongfang“ intensive geschäftliche Beziehungen nach China. „Wir sind allerdings kein Händler, sondern sind beratend tätig“, sagt Hundrup im Hinblick auf das aktuell in China wütende Coronavirus. Trotzdem seien die geschäftlichen Beziehungen nahezu lahmgelegt. „Wir arbeiten quasi in Ferienbesetzung“, sagt der Unternehmer. Denn der Ausbruch der Virusepidemie fiel zeitlich mit dem chinesischen Frühlingsfest zusammen – das in der Regel immer zehn bis 14 Tage Pause bedeutet. „Da sind wir jetzt aber schon eine Woche drüber“, sagt Hundrup.

Zum Glück gebe es Soziale Medien, E-Mail und Video-Konferenzen, so halte man steten Kontakt zu Freunden, Mitarbeitern und Geschäftspartner in der Volksrepublik. „Darunter ist aber zum Glück niemand erkrankt“, weiß der Ostbeverner. Dennoch habe man sämtliche Besuche und geschäftlichen Treffen auf unbestimmte Zeit verschoben. Viel machen könne man aktuell nicht.

Nachdem man in den frühen Stadien der Ausbreitung – begünstigt durch die hohe Reiseaktivität der Chinesen – zunächst von Seiten der Regierung Verantwortlichen den Mund verboten habe, sei man nur ein paar Tage später zu einer anderen Strategie gewechselt. „Im Gegensatz zu den Epidemien SARS oder MRSA wollte man dieses Mal alles richtig machen“, hat der Sinologe beobachtet. Größtmögliche Transparenz und Konsequenz seien das Credo. „Ich kann mir keine Gesellschaft vorstellen, in der solche Maßnahmen derart professionell durchgesetzt würden.“ Freunde und Kollegen seien von der Ausgangssperre betroffen, weiß Hundrup und erläutert: „Denen fällt aber so langsam die Decke auf den Kopf, die wollen wieder raus. Der Fleiß ist einfach ungebrochen.“ Viele würden zwar im Homeoffice arbeiten, dennoch ruhe in China nahezu alles. Alle zwei Tage dürfe eine Person pro Haushalt die Wohnung verlassen, um einkaufen zu gehen. Geöffnet seien allerdings nur Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser. Einen Versorgungsnotstand gebe es aktuell allerdings noch nicht.

Trotzdem versuche man ein hohes Maß an Normalität beizubehalten und mit Desinfektionsmitteln, Mundschutz oder Schutzanzügen zu helfen. Das gestaltet sich allerdings auch nicht ganz einfach. Denn zum einen sei kaum noch etwas zu bekommen, zum anderen stelle es ein Problem dar, die Sachen nach China zu bringen. Flüge gingen kaum, der Bahnverkehr sei nahezu eingestellt. Es sei auch ein bisschen verrückt: „Da schicken wir Produkte aus China zurück nach China“, sagt Michael Hundrup. Es sei natürlich ein Problem, wenn jetzt über einen längeren Zeitraum Produkte „Made in China“ auch für den deutschen oder europäischen Markt wegbrächen. Deswegen hofft Hundrup auf ein baldiges Abflachen der Epidemie.

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