Plattdeutscher Abend erneut ein Erfolg
Lodernde Flammen im Herdfeuer

Ostbevern -

Interessante Geschichten wurden wieder beim plattdeutschen Abend im Heimathaus vorgetragen.

Freitag, 07.02.2020, 15:07 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 12:18 Uhr
Voll besetzte Tischreihen beim plattdeutschen Abend im Heimathaus.
Voll besetzte Tischreihen beim plattdeutschen Abend im Heimathaus. Foto: Anne Reinker

Die lodernden Flammen im Herdfeuer, der heiße Glühwein und das Ambiente des Heimathauses hießen die Besucher des plattdeutschen Abends am Mittwoch willkommen. Doch nicht nur das. Annegret Stiller und Angelika Schulze Hagen hatten mit Narzissensträußchen und Luftschlangenbändern auch für Frühlingsstimmung auf der Tenne gesorgt. So bot sich den Gästen, die den Raum bis auf den letzten Platz füllten, ein schöner Rahmen für das Programm des Abends.

Mit dem Läuten der Glocke, das obligatorische Zeichen für den Beginn, ließ Hermann Kövener die Besucher aufmerksam zuhören. Mit einem Lied – natürlich in das Plattdeutsche übersetzt – besangen die Gäste die Schönheit einer typischen Winterlandschaft. Dass die Stimmen so kräftig klangen, mochte mit an den „Biäwersängern“ liegen, die den Abend mit mehreren Stücke begleiteten. Ebenfalls dabei: Werner Kövener, der mit gleich mehreren Instrumenten zum Gelingen beitrug.

Lustige, spannende und ernste Geschichten der Vortragenden, darunter neben Hermann Kövener auch Gertrud Mußmann, Anni Preckel , Bernd Artmann und Bernd Laubrock, wechselten sich wie gewohnt miteinander ab.

In alle literarische Richtungen hatten sich die Akteure vorab umgeschaut und konnten so dementsprechend eine große Vielfalt präsentieren. Anni Preckel etwa erzählte vom Elternsprechtag, zu dem der Vater seinen Sohn schickte, Bernd Laubrock dagegen ließ sich von der Atmosphäre im Heimathaus inspirieren. Auch wenn manchmal nicht alles im eigenen Sinn liege, könne man doch sagen, dass man sehr zufrieden und dankbar sein solle für das, was man hat. Ihre Lesung über eines Mannes, der die Lebensjahre eines Affen, Esels und eines Hundes übertragen bekam, amüsierte sehr. Denn damit musste der Beschenkte auch die Pflichten der Tiere übernehmen.

Das kriminelle Milieu besuchte Bernd Artmann, indem er vom Diebstahl aus dem Pökelfass berichtete. Ganz anders der Vortrag von Hermann Kövener, der sich fragte, ob man wohl mit einem Fünf-Mark-Schein, den das Abbild einer „fast nackeligen Frau“ zeigt, eine Messe beim Pastor bestellen könne.

Gruselig dagegen, wenn ein gerade hergestellter Sarg als Regenschutz dient und damit gehörigen Schrecken verursacht.

Nach der Pause stand die Musik im Mittelpunkt. „Vull Plaiseer“ wünschten die „Biäwersänger“ unter der Leitung von Roland Rösing. Und als sie „Up mienen Trecker“ sangen, bekamen die Zuhörer doch ein wenig das Gefühl, sie schwebten wie beim Originalsong „Über den Wolken“.

Klaus Brandes als Solist sorgte mit seinem Lied über „Dünnebeen, Dickbeen und Plattfaute“ nicht nur für Amüsement, sondern mit seinen tiefen wie auch hohen Tonlagen zudem für Anerkennung. Als Instrumentalisten trugen neben Werner Kövener noch Erich Harenbrock am „Trekkebühl“ und Hans Unland mit der Gitarre bei.

Wer die nächsten Veranstaltungen des Heimatvereins nicht verpassen möchte, sollte sich die Winterwanderung am Sonntag, 16. Februar, notieren. Am Mittwoch, 4. März, steht dann der letzte plattdeutsche Abend dieser Wintersaison an.

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