20 Jahre inklusive Sportgruppe
Sehr gutes Gruppengefühl

Ostbevern -

Seit 20 Jahren ist die integrative Sportgruppe des Vereins VIBO ein Erfolgsmodell. Das wurde natürlich gefeiert. Und auch für den Nachwuchs ist gesorgt, wenn sich die langjährigen Trainerinnen in die zweite Reihe zurückziehen.

Samstag, 08.02.2020, 07:01 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 12:18 Uhr
Barbara Feikus, Elisabeth Wiegmann und Monika Winter (Bild unten links: v.l.) setzten sie für die Gründung der VIBO-Sportgruppe ein. Nach einer kleinen Feierstunde zum 20-jährigen Jubiläum ging es selbstverständlich in die Turnhalle.
Barbara Feikus, Elisabeth Wiegmann und Monika Winter (Bild unten links: v.l.) setzten sie für die Gründung der VIBO-Sportgruppe ein. Nach einer kleinen Feierstunde zum 20-jährigen Jubiläum ging es selbstverständlich in die Turnhalle. Foto: Anne Reinker

Spaß haben, Sport treiben und Gemeinsamkeit spüren: Das alles erleben Kinder und Jugendliche in der inklusiven Sportgruppe des Vereins VIBO. Seit genau 20 Jahren gibt es dieses Angebot, um behinderte und nicht behinderte junge Menschen zusammenzubringen. In einer kleinen Feierstunde wurde dieser Geburtstag begangen. Natürlich nicht, ohne sich nach einem kleinen Abendessen noch zusammen in der Beverhalle zu bewegen.

Kontakt zu Gleichaltrigen

„Wir haben damals darüber nachgedacht, dass sich Kinder oft beim Sport treffen und spielen“, erzählte Elisabeth Wiegmann , die damals die zündende Idee für die integrative Gruppe hatte. Denn mehrere Kinder besuchten Förderschulen in umliegenden Orten und kamen mit den hiesigen Gleichaltrigen nur wenig in Kontakt. Das zu ändern war der Hauptgrund, sagt Wiegmann, die 30 Jahre den VIBO-Vorsitz innehatte. Denn, so die Initiatorin: „Es ist wichtig, Teil einer Gruppe zu sein. Das tut einfach gut.“

Es ist wichtig, Teil einer Gruppe zu sein. Das tut einfach gut.

Elisabeth Wiegmann

Mit Monika Winter und Barbara Feikus gewann sie zwei engagierte Gleichgesinnte, die die Idee in die Praxis umsetzen wollten. Von Anfang an wurde die Gruppe, damals unter dem Namen „Spiel, Sport, Spaß“, sehr gut besucht.

Etwa 15 behinderte sowie nicht behinderte Jugendliche kamen direkt zusammen, um in lockerer Runde Sport zu treiben. Und zwar nur mit einer kleinen Spur Ehrgeiz. „Hier dürfen die Kinder so sein wie sie sind, ohne gezielte Leistung bringen zu müssen“, erklärte Mechthild Harmann, deren Tochter Anne seit Beginn am Angebot mitmacht. „Für Leistungsstarke gibt es ja genug Vereine“, ergänzte Elisabeth Wiegmann.

Ohne großen Druck Sport zu treiben, gefällt auch den Nicht-Behinderten. Luisa Rottwinkel sieht noch einen anderen Aspekt: „Toll, dass man mit vielen Leuten, die man sonst vielleicht gar nicht kennenlernen würde, Sport machen kann“, so die Jugendliche. Seit drei Jahren beteiligt sie sich an dem Angebot.

In erster Linie sind es Schülerinnen und Schüler der Josef-Annegarn-Schule. „Wir haben eine super Kooperation mit der Schule“, freute sich Elisabeth Wiegmann. „Bruno Molkenbuer ist da hauptsächlich unser Verbindungsmann“, sagte sie anerkennend zum Engagement des Lehrers.

Für ihre Teilnahme erhalten die Jugendlichen bei regelmäßiger Teilnahme eine Bestätigung für ehrenamtliches und soziales Engagement. Eine Bescheinigung, die sich im Lebenslauf gut macht, wissen auch die Initiatoren.

Gemeinsames „sporteln“ kommt gut an

Insgesamt sind es bis zu 25 Kinder und Jugendliche, die zusammen „sporteln“. Bewegungsabläufe zum gegenseitigen Kennenlernen und Aufwärmen, Mannschaftsspiele sowie Übungen, bei denen ganz nebenbei auch die kognitiven Fähigkeiten gefördert werden, sind die Inhalte der Stunden.

Barbara Feikus leitete die Gemeinschaft 15, Monika Winter 20 Jahre an. Sie will nun in die zweite Reihe zurücktreten. Zum Glück haben sich junge Erwachsene gefunden, die seit einigen Monaten – nach der Absolvierung von Übungsleiterkursen – als Betreuer dabei sind. Chiara Fresmann und Jonathan Schulze-Bäing haben sich der Gruppe mit Engagement angenommen.

In einer kleinen Ansprache zum 20-Jährigen richtete Vorsitzende Maria Schwegmann einige Worte an die Anwesenden und lobte die gute Entwicklung der Sportgruppe. „Ein Dank geht an alle, die immer so fleißig dabei sind und das so gut unterstützen.“

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