Hohe Sicherheitsstandards erfordern Austausch
Schutzkleidung geht nach Chile

Ostbevern -

30 aussortierte Garnituren Schutzkleidung der Ostbeverner Feuerwehr, traten jetzt eine lange Reise nach Chile an. In regelmäßigen Abständen muss die Wehr ihre Einsatzkleidung austauschen. Dieses Mal konnten die Feuerwehrleute damit noch Gutes tun und den Kameraden in Südamerika damit helfen.

Dienstag, 11.02.2020, 19:19 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 15:02 Uhr
Ordnungsamtsleiterin Barbara Roggenland, der stellvertretende Zugführer Jens Hassels, René Teuber von der Kolpingsfamilie Ostbevern und Bürgermeister Wolfgang Annen übergaben ausrangierte Einsatzbekleidung der Feuerwehr Ostbevern an Stefan Kowoll (Mitte), Geschäftsführer von Kolpingrecycling. 30 ausgemusterte Garnituren werden nach Chile verschifft.
Ordnungsamtsleiterin Barbara Roggenland, der stellvertretende Zugführer Jens Hassels, René Teuber von der Kolpingsfamilie Ostbevern und Bürgermeister Wolfgang Annen übergaben ausrangierte Einsatzbekleidung der Feuerwehr Ostbevern an Stefan Kowoll (Mitte), Geschäftsführer von Kolpingrecycling. 30 ausgemusterte Garnituren werden nach Chile verschifft. Foto: Gemeinde Ostbevern

In der vergangenen Woche verließen 30 aussortierte Garnituren an Schutzkleidung, bestehend aus Jacke, Hose und Helm, die Feuerwache in Ostbevern. Ihr Ziel: das südamerikanische Land Chile.

Für die Ostbeverner Feuerwehr ist es das erste Mal, dass sie nicht mehr gebrauchte Einsatzbekleidung über den großen Teich schickt und diese in Südamerika weiterhin Verwendung findet.

Hier in Deutschland darf die ausrangierte Kleidung nicht mehr eingesetzt werden und müsste, wenn sich keine andere Verwendung findet, entsorgt werden. Denn um die erforderlichen Sicherheitsstandards einzuhalten, ist die Ostbeverner Wehr angehalten, die Schutzkleidung ihrer Feuerwehrfrauen und -männer regelmäßig – entweder bei Beschädigungen oder automatisch – nach ein paar Jahren, auszutauschen.

Doch so hohe Sicherheitsstandards wie in Deutschland gibt es in vielen anderen Ländern nicht. Viele Feuerwehren in Chile verfügen über gar keine Schutzkleidung oder Ausrüstung. Die Kleidung aus Deutschland ist deshalb sehr willkommen. Feuerwehrmann Jens Hassels freut sich: „Es ist ein gutes Gefühl, dass die Schutzkleidung nicht entsorgt wird, sondern in ihrem zweiten Leben noch einen guten Zweck erfüllt und die chilenischen Kameraden bei ihren Einsätzen schützt“, sagt er.

Kontakt über die Kolpingsfamilie

Der Kontakt zu Stephan Kowoll, Geschäftsführer der Kolpingrecycling GmbH, der die Bekleidungsgegenstände am Feuerwehrgerätehaus abholte, war über die hiesige Kolpingsfamilie und René Teuber zustande gekommen. Das Unternehmen aus Fulda sammelt und verwertet Textilien, die aus Altkleidersammlungen stammen. Eine chilenische Partnerorganisation hatte Stephan Kowoll auf die schlechte und unzureichende Sicherheitsbekleidung von Feuerwehrmännern aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten.

Es ist ein gutes Gefühl, dass die Schutzkleidung nicht entsorgt wird, sondern in ihrem zweiten Leben noch einen guten Zweck erfüllt und die chilenischen Kameraden bei ihren Einsätzen schützt.

Jens Hassels

Und so fügte es sich gut, dass die Ostbeverner Wehr gerade über ausrangierte Schutzkleidung verfügte und in ihrer Kleiderkammer Platz schaffen wollte.

Die Reise führt die ausgemusterte Bekleidung zunächst nach Geestland. Dort wird sie mit weiteren Einsatzbekleidungen, die von anderen Feuerwehren stammen, in einen Schiffscontainer verfrachtet und auf ein Schiff Richtung Chile verladen. Die Frachtkosten übernimmt die Kolpingrecycling GmbH. Um die Verteilung vor Ort kümmert sich dann die chilenische Partnerorganisation.

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