Literarischer Aschermittwoch begeistert Zuschauer im Beverhof
„Germanys next Mutti“ gesucht

Ostbevern -

Unter dem Titel „Ostbevern ... schön ist das nicht“ wurde dem Publikum beim „literarischen Aschermittwoch“ ein Kabarettprogramm mit viel Lokalkolorit geboten. Die anstehende Bürgermeisterwahl, die Kirchner-Immobilie, Blühstreifen oder Bauprojekte waren nur einige Themen, die beleuchtet wurden.

Donnerstag, 27.02.2020, 18:46 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 12:32 Uhr
Im voll besetzten Saal des Beverhofes wurden die Besucher von Frank Düring begrüßt, dem es
Im voll besetzten Saal des Beverhofes wurden die Besucher von Frank Düring begrüßt, dem es Foto: Anne Reinker

Hausgemachtes Kabarett servierten die Akteure des „literarischen Aschermittwochs“. Mit dem Titel „Ostbevern ... schön ist das nicht“ kündigten sie vor allem viel Lokalkolorit an. Und die Besucher im voll besetzten Saal des Beverhofes wurden nicht enttäuscht: Die anstehende Bürgermeisterwahl, die Kirchner-Immobilie, Blühstreifen oder Bauprojekte waren nur einige der vielen ortsspezifischen Themen, die die Ostbeverner Kabarettisten mit vielen humoristischen Spitzen versahen. Doch guckten sie auch über den Tellerrand der Gemeinde in die große weite Welt.

Frank Düring als „Anchorman“ eines jeden „literarischen Aschermittwochs“ war es wieder gelungen, Mitstreiter für ein abwechslungsreiches Programm gewinnen zu können. Christian Kötter , Sandra Lenz, Regina Bücker-Schnelle, Archi Achenbach, Elke Bokermann, Sandra Düring, Karin Große Inkrott sowie Christa Seeburg und Willy Ludwig garantierten unterhaltsame Stunden. Nicht zuletzt jedoch auch die Mannschaft des MVO, die den musikalischen Part übernahm.

„Auswärts denken mit Getränken“ sei die Devise des Abends meinte Frank Düring. Und zum Denken regte schon Christian Kötter an, der sich in seinem Vortrag ganz den Ereignissen der Bevergemeinde widmete und auch ein wenig den Spiegel vorhielt.

Ob der Kirchner-Bau „immer noch eingemottet und vieles, so sieht man, auch schon verrottet“, die Abholzung an der Wischhausstraße „egal ob es jetzt nun Recht war oder beschlossen, oder gewollt oder gedacht von Schwarz bis zu den Genossen“ oder die Bürgermeisterwahl mit der „Kür der Kandidaten, bei der ein paar Besonderheiten auftraten“: Christian Kötters Ausführungen dürften ein Highlight des Abends gewesen sein. Auch den Ortsteil Brock vergaß er dabei nicht, hatte er doch munkeln hören, dass „Ostbevern in Brock zu sehr bestimme und das sei nun überhaupt nicht im Sinne der Bröcker, die es seit `75 schon störe, dass Brock nicht mehr zu Westbevern gehöre“, so Kötter und weiter: „Nach Brexit und Meghxit, so wird offenbar geplant, der Brockxit, ich denke, ihr habt’s schon geahnt.“

Die Jugend („Die Zwangskur bei Seelenlähmung, quasi das Duschpeeling des Gesellschaftskörpers“), die Sandra Lenz Punkt für Punkt aufs Korn nahm oder Regina Bücker-Schnelle, die als renitente Rentnerin zu den Jugendlichen immer freundlich ist („Man weiß ja nie, ob der nicht gerade für meine Rente zuständig ist“) und mit gemischten Gefühlen Richtung neues Rathaus schaute („Beamten-Endlagerstätte Ostbevern: Dass das ein Rathaus sein soll, mussten die aber auch echt dranschreiben, damit man es merkt“): Die Damen kamen beim Publikum an.

Ebenso wie Aschermittwoch-Urgestein Archi Achenbach mit seinem „Afrika Tagebuch“ und Elke Bokermann mit ihren Texten zu Leihwagen und den EU-Kindern sowie Sandra Düring als „Vize-Ersatzpressesprecher von AKK“. „Die momentan für die Bundeswehr zuständig ist, sich aber vor allem selbst verteidigen muss“.

Auf „große Fahrt“ gingen Karin Große Inkrott und Christa Seeburg und diskutierten den Heimathafen Ostbevern und sein neues Rathaus im Stil eines westfälischen Langhauses: „Das ist eine traditionelle Bauform, bei der Menschen und Tiere unter einem Dach leben“ und sich direkt die Frage stellten, ob die Schweinereien im Ratssaal beschlossen würden.

Neben vielen weiteren spitzzüngigen Reden verteilte auch Willy Ludwig Kritik an das aktuelle politische Geschehen in Deutschland. Er stellte sich etwa die Frage, wer nach Merkel „Germanys next Mutti“ wird. Friedrich Merz, der keinen Honig isst, sondern gleich Bienen kaut? Willy Ludwig ließ kaum einen aus: „Immer wenn du denkst, es geht nicht blöder, kommt von irgendwo ein Markus Söder“ oder Anja Karliczek, die besser den Volkshochschulkurs Deutsch als Fremdsprache wählen sollte.

Auch die Bevergemeinde bekam ihr Fett weg, allen voran das neue Rathaus: „Wissen sie, was ein Satteldach bedeutet? Kein Hubschrauberlandeplatz für den Bürgermeister auf dem Dach.“

Das Publikum dürfte bei diesem Abend voll auf seine Kosten gekommen und vor allem bei dem großen Anteil Lokalkolorit und Aktualität begeistert gewesen sein.

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