Paten für den Artenschutz gesucht
Ein Blütenmeer für Insekten

Brock -

10 000 Quadratmeter sollen im Frühling, Sommer und Herbst wieder aufblühen, um damit einen Beitrag zum Erhalt der heimischen Insektenwelt zu leisten. Damit er dieses Projekt erfolgreich umsetzten kann, ist Alfons Wonnemann auf der Suche nach Blühpaten, die ihn in seinem Ansinnen unterstützen.

Samstag, 14.03.2020, 06:11 Uhr aktualisiert: 15.03.2020, 14:32 Uhr
So bunt soll es im Sommer auf der Wiese an der Schmedehauser Straße aussehen und damit zahlreiche Insekten anlocken.
So bunt soll es im Sommer auf der Wiese an der Schmedehauser Straße aussehen und damit zahlreiche Insekten anlocken. Foto: colourbox

„Im letzten Jahr gab es sogar einen Blühpaten aus Frankfurt“, erinnert sich Alfons Wonnemann . „Der hatte angefragt, ob man eine Patenschaft auch verschenken könne“, erzählt der Landwirt aus Brock. Natürlich sei das kein Problem gewesen und so habe der Frankfurter einer Freundin aus Westbevern 100 Quadratmeter Blühwiese geschenkt.

Im vergangenen Jahr hatte Wonnemann mit seiner Idee – die er seinerzeit aus Bayern übernommen hatte und zu der Kollege Martin Breuer aus Telgte den entscheidenden Anstoß gab – punkten können. „Wir hatten 30 Paten mit insgesamt 40 Patenschaften“, freut sich der Landwirt noch heute. Weil Naturschutz und Artenvielfalt keine fremden Begriffe für den Bröker sind, will er auch in diesem Jahr an der Blumenwiese festhalten und so einen Beitrag für den Erhalt der heimischen Insektenwelt leisten. 10 000 Quadratmeter stellt er dafür zur Verfügung und damit noch einmal 2500 Quadratmeter mehr als 2019.

Hobbyimker befürworten Initiative

Dafür hat Wonnemann wieder eine Fläche nahe dem Dorf ausgewählt: Außerhalb von Brock, Richtung Schmedehausen, befindet sich der Acker, auf dem zuletzt Mais angepflanzt war, rund 600 Meter nach dem Ortsausgang auf der linken Seite. Damit der Bereich für Interessierte gut zu erkennen ist, hat Wonnemann im vergangenen Jahr extra ein Schild anfertigen lassen. Hinzu kommt nach der Aussaat eine Info-Tafel mit Wissenswertem rund um Insekten die im Sommer auf der Wiese zu Hause sein werden. Außerdem werden dort – sofern gewünscht – alle Paten mit Namen veröffentlicht.

Nach dem guten Erfolg im ersten Jahr der Aktion werden auch für diesen Sommer wieder zwei verschiedene Mischungen ausgesät. „Wir haben einmal eine Honigbrache-Mischung und eine Blumensaat-Mischung“, erläutert der Landwirt. Diese seien so gewählt, dass vom Frühling bis zum Herbst die ganze Zeit über verschiedene Pflanzen blühen.

Das Engagement von Wonnemann findet auch bei den heimischen Hobbyimkern großen Zuspruch, denn mit einer solchen Blühwiese könne man dem Bienen- und Insektensterben zumindest ein wenig entgegenwirken. Zusammen mit seinem Vater hat Stefan Eichholt zehn Bienenvölker: „Die stehen nicht mal einen Kilometer Luftlinie entfernt von diesem Feld“, freut sich der Hobbyimker über das Engagement von Alfons Wonnemann. Pro Volk seien das zwischen 30 000 und 50 000 Bienen, die im Sommer unterwegs sind – und vermutlich auch der Blühwiese an der Schmedehauser Straße einen Besuch abstatten werden. Doch nicht nur für die Bienen sieht Stefan Eichholt einen Nutzen durch die Wiese. „Alle Insekten werden davon profitieren“, sagt er.

Die Ostbeverner sind sind nun eingeladen, sich mit Blühpatenschaften an der Aktion zu beteiligen. Für 50 Euro gibt es eine 100 Quadratmeter große Parzelle für ein Jahr. Arbeit fällt für die Paten allerdings keine an. Die Initiatoren kümmern sich um die Vorbereitung der Fläche, um die Aussaat – diese wird voraussichtlich Anfang bis Mitte Mai erfolgen – sowie um alles weitere. Am Ende soll die Wiese dem Artenschutz dienen und das Auge der Betrachter erfreuen. Wer Interesse an einer Patenschaft hat, wendet sich an Alfons Wonnemann unter 01 51/17 45 15 35 oder per E-Mail blumenwiese.wonnemann@web.de. „Für alle Paten gibt es eine Rechnung“, erläutert Wonnemann das Prozedere. Dazu gebe es eine Flurkarte mit Wegbeschreibung und weiteren Infos. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich nicht um ein Selbstpflückerfeld handelt, sondern für die Insekten gedacht ist.

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