Letzte Ausgabe im „Fair-Teiler“
„Auch die eigenen Leute schützen“

Ostbevern -

Ein letztes Mal öffnete der „Fair-Teiler“ am Freitag seine Türen. Für einen noch unbestimmten Zeitraum bleibt das Angebot der Pfarrcaritas aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Unter Einhaltung der Hygiene-Anweisungen verteilten die Helfer noch ein mal Waren an die Kunden.

Sonntag, 22.03.2020, 19:10 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 13:30 Uhr
Für den Verkauf in einigen Monaten werden einige Waren, wenn möglich, eingefroren.
Für den Verkauf in einigen Monaten werden einige Waren, wenn möglich, eingefroren. Foto: Anne Reinker

Nun hat auch der „Fair-Teiler“ aufgrund der Corona-Krise auf unbestimmte Zeit dicht gemacht. Am vergangenen Freitag wurden das letzte Mal Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben. Zukünftig muss es für sie auch ohne diese Unterstützung weitergehen.

„Sonst sind hier doppelt so viele Leute“, meinte Erwin Kock mit einem Blick auf etwa ein Dutzend Kunden, die in einem gewissen Abstand zueinander auf Einlass warten. „In der letzten Woche war hier noch ein großes Gedränge“, so der Leiter der Lebensmittelausgabe. Dass nun schon fast automatisch wenig los sei, sei ein weiterer Grund für die Schließung auf Zeit, führt der Verantwortliche weiter aus. Den Berechtigungsschein zum Einkauf im „Fair-Teiler“ haben mittlerweile 550 Personen – ob jung oder alt – in der Bevergemeinde.

Die Warnhinweise am Eingang, die zur Vorsicht vor Ansteckung mahnen, sind nicht nur in den gängigen Sprachen, sondern unter anderem auch in persisch oder afrikaans übersetzt.

Trotzdem müssen Erwin Kock und die weiteren Verkäufer auf die Einhaltung achten. Dass schon der Einlass nach den derzeitigen Vorsichtsmaßnahmen vonstatten geht, dafür sorgen er und die Kollegen. „Heute arbeiten wir mit einer Notbesetzung“, erklärte er weiter. „Fast alle der Helfer sind über 70 Jahre alt und wir müssen auch unsere eigenen Leute hier schützen.“

Die Sponsoren habe man rechtzeitig informiert, dass vorerst keine Waren mehr angenommen werden. Trotzdem war für die Kunden etliches da. Die Lebensmittel, die man nicht im Rahmen diesen Ausverkaufs ausgab, werden – wenn möglich – eingefroren. Dazu gehört auch Butter, die noch in einer Großmenge geliefert wurde. Alles andere mit nur zeitlich geringer Haltbarkeit, wie etwa die Milchprodukte, müssen bei Nichtverkauf entsorgt werden.

Wie die Kunden des Fair-Teilers nun über die Runden kommen können? „Sie werden den Gürtel enger schnallen müssen, das geht nicht anders“, vermutete Kock. Unterstützung in jeglicher Hinsicht können die Bedürftigen beim „offenen Ohr“, einer weiteren Institution der Pfarrcaritas, bekommen. Dies ist telefonisch unter 95 66 19 10 erreichbar.

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