Spenden gehen an einen guten Zweck
Näherinnen im sozialen Homeoffice

Ostbevern -

Gemeinsam mit ihren fünf Mitstreiterinnen näht Anneliese Uhlenhake sonst Kleidung für Kinder in Ruanda. Doch diese Arbeit ruht jetzt. Aktuell nähen die Damen fleißig an Mundschutz-Masken. Diese geben sie an Senioren- und Behinderteneinrichtungen ab.

Freitag, 27.03.2020, 07:32 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 15:20 Uhr
Spenden gehen an einen guten Zweck: Näherinnen im sozialen Homeoffice
Foto: privat

Die Idee stamme von seiner Tochter, Claudia Möller, ihres Zeichens Kinderärztin in Fröndenberg, berichtet Professor Bernhard Tenckhoff . „Sie fragte mich, ob die Näherinnen, die so endlos viel für Ruanda an Kinderkleidung genäht haben, nicht auch Stoffmasken gegen Aerosole-Tröpfchen (Speichel- oder Spucketröpfchen) nähen können“, so Tenckhoff weiter. Denn aufgrund der raschen Ausbreitung des Corona-Virus fehlt es überall an entsprechenden Schutzmasken. Zwar ist der Ärztin bewusst, dass die Masken gegen eine Ansteckung, sollte man in Kontakt mit einem Corona-Patienten kommen, nicht den geeigneten Schutz bieten. Dennoch helfen sie dagegen, zumindest eigene „Spucketröpfen“ vom Gegenüber fernzuhalten. „Meine Tochter ist selber noch für drei Wochen für sich und ihre sechs Assistentinnen ausgestattet. Es ist ihr aber auch bekannt, dass viele Ärzte und besonders Pfleger nichts mehr bekommen“, berichtet Tenckhoff weiter.

Nähmaschine auf dem Wohnzimmertisch

Nach der Bitte seiner Tochter, habe er direkt zu Anneliese Uhlenhake Kontakt aufgenommen. Normalerweise treffe sich die Gruppe regelmäßig zum gemeinsamen Nähen. Das findet zur Zeit natürlich nicht statt. „Aber alle haben aber die Nähmaschine auf dem Wohnzimmertisch stehen und nähen fleißig. Soziales Homeoffice, sozusagen“, freut sich Tenckhoff, dass die sechs Damen unmittelbar mit der Produktion gestartet sind.

Schnell war auch klar, dass man nicht nur Tenckhoffs Tochter ausstatten, sondern mit den Arbeiten auch an zahlreichen anderen Stellen helfen wolle. Und so verselbstständigte sich die Sache. „30 Masken schafft jede Dame am Tag“, freut sich Tenckhoff, der inzwischen Kontakt zu zahlreichen Senioren- und Behinderteneinrichtungen aufgenommen hat. Eine ganze Liste an Bestellungen hat er so schon zusammengetragen. Darunter das Lorenz-Werthmann-Haus, Hof Lohmann, Hof Schwegmann, Einrichtungen in Beckum und Ennigerloh, Westfalenfleiß und die Clemens-Schwestern in Münster. Und auch die Gemeindeverwaltung der Bevergemeinde bekommt 100 Masken. Rund 300 Masken sollen am Wochenende rausgehen.

Das gesammelte Geld werden wir einem sozialen Zweck zukommen lassen.

Bernhard Tenckhoff

Nicht ganz einfach gestalteten sich die Pläne zur Verteilung der Masken an die Ostbeverner. Denn aufgrund der aktuelle Lage und Beschränkungen war es nicht möglich, die Näharbeiten über das Rathaus oder an anderer Stelle zu verteilen. In Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und mit Apotheker Matthias Bröker konnte jetzt jedoch eine recht unbürokratische Lösung gefunden werden. „Matthias Bröker hat uns die Möglichkeit gegeben, in seinen Apotheken die Masken auszulegen, so dass sich Interessierte dort gegen eine Spende bedienen können“, freut sich Bernhard Tenckhoff riesig über die Hilfe. Matthias Bröker weist allerdings auch noch einmal deutlich darauf hin, dass die Masken zwar gegen die Verteilung von Aerosole-Tröpfen helfen, aber keinen Schutz gegen eine mögliche Ansteckung bieten. Ab Montag sind die Masken dann in den beiden Apotheken von Matthias Bröker zu bekommen.

„Das gesammelte Geld werden wir einem sozialen Zweck zukommen lassen“, sagt Tenckhoff. Was das genau sein wird, stehe noch nicht hundertprozentig fest, so das Initiator der Aktion weiter. „Entweder das Geld geht nach Ruanda, oder wenn es hier vor Ort etwas gibt, wo jemand Hilfe benötigt, könnte es auch dafür verwendet werden.“

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