Geistlicher Impuls der Kirchengemeinde St. Ambrosius
Warum fange ich nicht schon heute an?

Ostbevern -

Mit dem Team der Kirchengemeinde St. Ambrosius schicken die Westfälischen Nachrichten die Leser mit einem geistlichen Impuls ins Wochenende. Der kommt diesmal von Pastoralreferent Florian Schulz: „Was würdest du tun, wenn du nur noch einen Tag zu leben hättest?“

Freitag, 03.04.2020, 17:10 Uhr aktualisiert: 05.04.2020, 12:50 Uhr
St. Ambrosius Ostbevern
St. Ambrosius Ostbevern Foto: Privat

Wie an fast allen Stellen, so liegt auch in Ostbevern das kirchliche Leben nahezu lahm. Keine öffentlichen Gottesdienste, Gedenkfeiern oder ähnliches. Deswegen wollen die Westfälischen Nachrichten zusammen mit dem Team der Kirchengemeinde St. Ambrosius die Leser in der von der Corona-Krise bestimmten Zeit mit einem geistlichen Impuls ins Wochenende schicken und so auch ohne die öffentlichen Angebote Kirche zu den Menschen bringen. Denn auch auf diesem Wege ist „Gott dir näher als du denkst“:

„Was würdest du tun, wenn du nur noch einen Tag zu leben hättest?

Eine Frage, die einem in verschiedenen Zusammenhängen gestellt werden kann. Eine Frage, die man sich auch manchmal selber stellt. Was würde ich tun, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte?

Würde ich verrückte Dinge tun? Mir einen Traum erfüllen? Würde ich mich verändern?

Alles aus Liebe

Jesus weiß, dass für ihn die letzten Stunden angebrochen sind. Deshalb tut er, was für ihn wichtig ist, wonach er sich sehnte. Er isst mit seinen Freunden zum letzten Mal, und er gibt ihnen sein geistliches Testament.

Über allem steht die Liebe, die Hingabe. Er baut Petrus, im Wissen um seine Schwächen, schon im Vorfeld auf. Er ermutigt seine Freunde, auch wenn sie ihm am Ölberg nicht im Gebet beistehen, sondern einschlafen. Er schickt sie nicht weg, sondern er motiviert sie, bei ihm zu bleiben und mit ihm zu beten. Er lässt seine Jünger nicht für ihn kämpfen, sondern er heilt den Diener des Hohepriesters. Alles aus Liebe, zu seinen Freunden und zu seinen Feinden.

Er bleibt er selbst

Den Schauprozess, das Hin und Her zwischen Pilatus, Herodes und dem Hohen Rat, den Spott und Hohn, all das lässt er über sich ergehen, nimmt er hin, ohne Widerspruch, ohne Gegenwehr, ohne Ausflüchte. Er bleibt er selbst. Er bleibt sich, seiner Botschaft, seiner Liebe zu Gott und den Menschen treu.

Und auf seinem Kreuzweg und am Kreuz denkt er nicht an sich, sondern an die Menschen, denen er begegnet: den Frauen, den Folterknechten, den Soldaten und dem ,guten’ Verbrecher, der am Kreuz Reue zeigt.

Warum fange ich nicht schon heute an?

Auch sein Ende am Kreuz spricht von Liebe und Vertrauen in Gott, seinem Vater. ,Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.’ Er weiß, er ist an seinem Ende angekommen. Er kann nichts mehr bewirken. Er hat alles getan, was ihm aufgetragen war. Und er weiß, dass Gott ihn auffangen und halten wird, wenn er in den Tod hineinstürzt. Alles aus Liebe.

Was würde ich tun, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte? Würde ich meine Freunde stärken? Ihnen das weitergeben, was mir wichtig ist? Würde ich zu meinen Überzeugungen und zu meinem Glauben stehen? Aus Liebe? Und warum fange ich damit nicht schon heute an?“

 Florian Schulz

 Pastoralreferent

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7356107?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F129%2F
Nachrichten-Ticker