Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners
Gemeinde setzt auf Präparat, Vögel und Fallen

Ostbevern -

Die haarigen kleinen Raupen sind wieder auf dem Vormarsch. Schon in den Vorjahren war der Eichenprozessionsspinner, dessen lange Brennhaare unangenehme allergische Reaktionen auslösen können, vermehrt in Ostbevern vorzufinden. Nun soll es ihm mit neuen Mitteln an den Kragen gehen.

Dienstag, 05.05.2020, 06:38 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 14:53 Uhr
Mehrere hundert Eichen wurden mit einem mikrobiologischen Präparat besprüht.
Mehrere hundert Eichen wurden mit einem mikrobiologischen Präparat besprüht. Foto: Gemeinde Ostbevern

Zum Schutz der Bürger und um einer weiteren Ausbreitung vorzubeugen, hat der Bauhof Ostbevern in Zusammenarbeit mit einer Fachfirma nun damit begonnen, mehrere hundert Eichen mit einem mikrobiologischen Präparat zu besprühen. Mit einem modernen Vernebelungsgerät wurden die Eichenblätter mit dem Mittel „Forey ES“ benetzt, das bei einer Nahrungsaufnahme für die Raupen tödlich wirkt. Zudem stellt sich in kürzester Zeit ein Fraß- und Entwicklungsstopp bei den Schädlingen sein, so dass sich die gefährlichen Brennhaare nicht mehr ausbilden können. Für Bienen, Schmetterlinge und andere Nützlinge ist das Mittel aber ungefährlich.

Eichen an stark frequentierten Orten werden besprüht

Bei den Bäumen, die jetzt besprüht wurden, handelt es sich überwiegend um Eichen, die bereits in den Vorjahren immer wieder stark befallen waren und die in der Nähe von Spielplätzen, Schulhöfen, Kindergärten, Hauptwegen auf Friedhöfen und stark frequentierten Straßen stehen – also Orte, an denen die Haare des Eichenprozessionsspinners besonders viele Menschen erreichen können.

Zusätzlich zum Sprüheinsatz setzt die Gemeinde bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aber auch auf natürliche Unterstützung.

60 Nistkästen für Meisen und Fledermäuse aufgehängt

Genauer gesagt auf die von heimischen Vogelarten und Fledermäusen. Denn die haben Raupen bekanntlich zum „Fressen“ gerne. Rund 60 Nistkästen für Meisen und Fledermäuse, die vom Kinder- und Jugendwerk im Rahmen eines Winterworkshops erstellt wurden, hat der Bauhof deshalb bereits im März aufgehängt. Sie sollen dabei helfen, dass sich Vögel und Fledermäuse fleißig vermehren, um dann wiederum den haarigen Raupen und den Faltern, die sich daraus entwickeln, den Garaus zu machen.

EPS-Fallen im Testeinsatz

Außerdem werden in diesem Jahr erstmals sogenannte EPS-Fallen eingesetzt. Diese enthalten einen natürlichen Lockstoff der Stieleiche, mit dessen Hilfe die Raupen in einen Beutel gelockt werden sollen, aus dem sie nicht mehr entkommen. Der Einsatz erfolgt zunächst testweise, um auszuprobieren, ob diese Art der Bekämpfung effektiv ist.

Sofern ein Eichenprozessionsspinner-Befall von Bäumen auf Privatgrundstücken festgestellt wird, sind die Eigentümer für die Beseitigung der Raupen übrigens selbst verantwortlich. Das Ordnungsamt rät dringend dazu, Fachfirmen mit der Bekämpfung der Schädlinge zu beauftragen. Adressen können der Homepage der Gemeinde Ostbevern entnommen oder im Rathaus,  0 25 32/82 16, erfragt werden.

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