Wischhausstraße
Alte Flüchtlingsunterkunft wird abgerissen

Ahlen -

Seit Montag sind die Bagger im Einsatz. Die Flüchtlingsunterkunft an der Wischhausstraße 5 wird abgerissen. 29 Jahre lang diente das Gebäude der Gemeinde als sogenanntes Übergangswohnheim.

Mittwoch, 06.05.2020, 19:12 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 17:16 Uhr
Seit Montag sind an der Wischhausstraße die Bagger im Einsatz. Die dortige Flüchtlingsunterkunft muss dem neuen Baugebiet weichen.
Seit Montag sind an der Wischhausstraße die Bagger im Einsatz. Die dortige Flüchtlingsunterkunft muss dem neuen Baugebiet weichen. Foto: Jasper

In den früheren Jahren war es zunächst zur Unterbringung von Spätaussiedlern und zuletzt als Erstunterkunft für Flüchtlinge eingesetzt worden. Nun muss das Haus, das deutlich in die Jahre gekommen ist, dem neuen Baugebiet weichen, das an der Wischhausstraße entsteht.

Das Gebäude wurde in den 1950er-Jahren errichtet und war einst Betriebsstätte der Lederwarenfabrik Böckenholt. Als das Unternehmen Anfang der 1990er-Jahre den Betriebsstandort an der Wischhausstraße aufgab und in das Gewerbegebiet Ost umzog, erwarb die Gemeinde die Liegenschaft und baute das Gebäude zu einem Übergangswohnheim mit insgesamt zehn Wohnungen unterschiedlicher Größe um. Die Umbaukosten beliefen sich damals auf rund 700 000 Mark.

Renovierung machte keinen Sinn mehr

Die Jahre haben deutliche Spuren am Gebäude hinterlassen. Deshalb sollte es aufgrund seines schlechten baulichen und energetischen Zustandes eigentlich schon viel eher aufgegeben werden. Doch der starke Zuzug von Flüchtlingen in den Jahren 2015/2016 erlaubte das nicht. Da damals Wohnraum für die (Erst-)Unterbringung von geflüchteten Menschen dringend benötigt wurde, musste die Gemeinde 2015 erneut Geld in die Hand nehmen, um die Liegenschaft herzurichten.

Jetzt wären weitere Reparaturen erforderlich gewesen, um das Haus bewohnbar zu erhalten. Das aber hätte keinen Sinn mehr ergeben, weil das Gebäude für die Erschließung des neuen Baugebietes alsbald ohnehin hätte abgerissen werden müssen.

Zurzeit 96 Flüchtlinge in Ostbevern

Zurzeit leben in Ostbevern übrigens 96 Flüchtlinge in gemeindlichen Flüchtlingsunterkünften oder in von der Gemeinde angemieteten Privatwohnungen. Davon wohnen 35 Personen in der Flüchtlingsunterkunft an der Bahnhofstraße, 15 im Ortsteil Brock in der ehemaligen Schule und vier in der Unterkunft in der Dorfbauerschaft. Alle weiteren Personen leben in angemieteten Wohnungen. Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge haben 23 einen Schutzstatus erhalten.

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