Notbetreuung in den Einrichtungen der St. Anna GmbH
Hilfe in der (Pflege-)Not

Ostbevern/Telgte -

Während der Corona-Krise mussten Tagespflegeeinrichtungen, ebenso wie Kindergärten und Schulen schließen. In den Einrichtungen der St. Anna GmbH in Ostbevern und Telgte ist jedoch seit Beginn eine Notbetreuung eingerichtet.

Sonntag, 17.05.2020, 12:36 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 17:18 Uhr
Eine Notbetreuung ist seit Beginn der Corona-Krise unter anderem bei der St.-Anna-Tagespflege in Ostbevern eingerichtet.
Eine Notbetreuung ist seit Beginn der Corona-Krise unter anderem bei der St.-Anna-Tagespflege in Ostbevern eingerichtet. Foto: privat

Während der Corona-Krise mussten Tagespflegeeinrichtungen, ebenso wie Kindergärten und Schulen schließen. In den Einrichtungen der St. Anna GmbH in Ostbevern und Telgte ist jedoch seit Beginn eine Notbetreuung eingerichtet.

„In vielen Familien spielen Tagespflegeeinrichtungen bei der Versorgung ihrer pflegebedürftigen Angehörigen eine wichtige Rolle. Morgens werden die pflegebedürftigen Menschen von zu Hause abgeholt und tagsüber in der Einrichtung versorgt und betreut. Ihre Angehörigen können währenddessen ihrer Arbeit nachgehen, ihren Haushalt organisieren oder sich vom anstrengenden Pflegealltag erholen. Am Nachmittag werden die Gäste wieder nach Hause gebracht. Dieses Pflegemodell ermöglicht es vielen Menschen trotz Pflegebedürftigkeit zu Hause wohnen zu bleiben. Die Betreuungshäufigkeit kann dabei individuell angepasst werden. Einige Gäste kommen einmal in der Woche, andere sogar drei- bis fünfmal“, heißt es in einer Mitteilung der Verantwortlichen.

In den Tagespflegeeinrichtungen St. Anna in Ostbevern und Telgte melden sich nach Angaben der Mitarbeiter immer mehr Menschen, die ihre Angehörigen in der dort bestehenden Notbetreuung unterbringen möchten. Johannes Mersmann , Leiter der Einrichtung, berichtet: „Man spürt, wie belastet einige Familien sind. Viele unserer Gäste haben zum Beispiel eine Demenzerkrankung. Diese Menschen kann man häufig nur schwer im Homeoffice betreuen oder mal kurz alleine lassen“.

Vor allem Angehörige von systemrelevanten Berufen hätten einen Anspruch auf die Notbetreuung, da diese oftmals mit der Situation überfordert seien. Eine entsprechende Bescheinigung vom Arbeitgeber müsse jedoch vorgelegt werden.

„Wir schauen uns aber jeden Fall genau an. Wenn die häusliche Situation so schwierig ist, dass eine durchgängige Versorgung nicht gewährleistet werden kann, dürfen wir auch diese Personen in die Notbetreuung aufnehmen“, so Mersmann. „Uns ist es wichtig, da niemanden alleine zu lassen“.

Genau das sieht die Verordnung des Ministeriums vor. Der Fahrdienst der Einrichtung befördert die Gäste auch unter den geltenden hygienischen Vorkehrungen. Seit der NRW weiten Schließung der Tagespflegen werden durchschnittlich sieben bis zehn Gäste in der Einrichtung in Ostbevern betreut, die auf 20 Personen ausgelegt ist. Und die Nachfrage steigt. „Auch Gäste aus unserer Einrichtung in Telgte werden hier betreut, da die Räumlichkeiten dort durch die Größe die Abstandsregeln sehr gut umsetzten lassen.“

Die Gäste in der Tagespflege werden derzeit in Kleingruppen von zwei bis drei Personen versorgt. Auf dem Programm stehen gemeinsames Essen, Musik, Gedächtnisübungen oder Gymnastik. Und auch hier wird, wie in allen übrigen Pflegeeinrichtungen, auf die strenge Einhaltung der Hygienevorschriften geachtet.

Die komplexe Situation zu begreifen falle jedoch vor allem den Demenzkranken schwer. „Da müssen wir sehr geduldig sein, viel erklären und wiederholen. Wir versuchen, positiv zu bleiben und nicht nur über die Krise zu sprechen“, so Altenpflegekraft Kathrin Gebhardt.

Insgesamt sei das Konzept der Notbetreuung aber nicht nur für die Gäste und deren Angehörige von Bedeutung, sondern auch für die Mitarbeiter, erläutert Mersmann. „Glücklicherweise mussten wir niemanden in Kurzarbeit schicken. Entweder arbeiten sie in der Notbetreuung oder in einer unserer anderen Einrichtungen.“

Sollte die Zahl der Neuinfektionen weiter niedrig bleiben, werden die Tagespflegen in Nordrhein-Westfalen voraussichtlich am 30. Mai wieder vollständig eröffnet.

 

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