Soforthilfe für Hilfsbedürftige in Nyundo
Drei Tonnen Lebensmittel für die Ärmsten der Armen

Ostbevern -

Die Kirchengemeinde St. Ambrosius steht in engem Kontakt mit Adrienne Mukamitali, die sich auch in der Corona-Krise um Witwen und Waisen in Nyundo kümmert. Mit Soforthilfe aus Ostbevern konnten drei Tonnen Lebensmittel für die Ärmsten der Armen beschafft werden.

Montag, 18.05.2020, 17:18 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 15:54 Uhr
Drei Tonnen Lebensmittel gingen an weit über 100 Familien in kleine Dörfer in den Bergen Ruandas.
Drei Tonnen Lebensmittel gingen an weit über 100 Familien in kleine Dörfer in den Bergen Ruandas. Foto: Privat

Die Kirchengemeinde St. Ambrosius steht in engem Kontakt mit Adrienne Mukamitali , die sich auch in der Corona-Krise um Witwen und Waisen in Nyundo kümmert. Zu Ostern beschrieb Adrienne Mukamitali die Situation in Ruanda und bei der Landbevölkerung in den Bergen rund um Gisenyi so: Ausgangssperre, geschlossene Geschäfte und Märkte außer zum Kauf von Nahrungsmitteln oder Medikamenten.

Für die Landbevölkerung bedeutet das, dass zum Beispiel selbst angebautes Gemüse wegen der Ausgangssperren nicht mehr auf dem nächsten Markt verkauft werden kann. Somit ist das schmale Einkommen aus der kleinen Landwirtschaft von jetzt auf gleich weggefallen. Auf die Schließung der Märkte folgt daher – nicht wie in Deutschland: Kurzarbeitergeld – sondern ein leerer Magen, schreibt die Kirchengemeinde. Adrienne Mukamitali schilderte sehr eindrucksvoll, wie besonders Witwen und Alleinerziehende mit ihren Kindern auf Hilfe von außen angewiesen sind, da die Projekte mit Mikrokrediten, die sie normalerweise betreibt, zurzeit nicht greifen.

Die Kirchengemeinde St. Ambrosius, die seit über 30 Jahren Witwen und Waisen in Nyundo unterstützt, konnte mit 10 000 Euro Soforthilfe Adrienne Mukamitali in ihrer Arbeit unterstützen, zumal sie seitens der Behörden eine offizielle Genehmigung erhalten hat, sich weiterhin um die Ärmsten der Armen in den Bergen kümmern zu dürfen. Sofort orderte sie unter anderem 300 Kilogramm Salz, 600 Kilo Reis, eine Tonne Bohnen, eine Tonne Mais und 20 Boxen mit je 100 Stück Seife. All das verteilte sie dann unter Einhaltung der auch in Ruanda geltenden Hygienevorschriften in den kleinen Dörfern in den Bergen an weit über 100 Familien. Ein kleines Zeichen der Solidarität aus Ostbevern an Hilfsbedürftige in einem Kontinent, der es mit mindestens drei Krisen gleichzeitig zu tun hat und diese auch managen muss: Malaria und Tuberkulose sowie HIV/Aids sind in den meisten afrikanischen Ländern weitaus tödlichere Epidemien als Covid-19.

Von daher bedankt Adrienne Mukamitali sich im Namen der Menschen aus den umliegenden Dörfern von Gisenyi auf das Herzlichste, heißt es in der Mitteilung weiter. Mittlerweile hat die Kirchengemeinde sogar ein offizielles Schreiben aus dem Rutsiro District erhalten, in dem sich die staatliche Behörde für die Hilfe aus Ostbevern in dieser schweren Zeit bedankt.

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