Auch im dritten Anlauf keine Baumschutzsatzung
Das Gegenteil wird bewirkt

Ostbevern -

Bereits zum dritten Mal beschäftigten sich Ostbeverns Lokalpolitiker mit der Verabschiedung einer Baumschutzsatzung. Die Initiative ging von den Grünen aus, fand in vielen Punkten Zuspruch aus dem Umwelt- und Planungsausschuss, wurde aber am Ende abgelehnt.

Donnerstag, 21.05.2020, 08:05 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 17:30 Uhr
Mit großem Abstand tagten die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses in der Mensa der Josef-Annegarn-Schule.
Mit großem Abstand tagten die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses in der Mensa der Josef-Annegarn-Schule. Foto: Daniela Allendorf

Großes Kopfzerbrechen bereitet den Mitgliedern der Fraktion der Grünen die Situation der Bäume in der Bevergemeinde. Deswegen stellten sie in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschuss erneut den Antrag in der Bevergemeinde eine Baumschutzsatzung zu erlassen. „Die Ereignisse der letzten Wochen haben gezeigt, dass der Baumschutz endlich ernst genommen werden muss“, schreiben die Grünen in der Begründung ihres Antrags. Zwar könne man in Ostbevern keinen Braunkohletagebau stilllegen, aber „jede Kommune muss das tun, was in ihrer Kompetenz liegt“, sagte Ulrich Lunkebein (Grüne). Und Parteikollege Werner Stratmann pflichtete bei: „Wir müssen das tun, was wir hier in der Hand haben.“

Wirklich weit kamen sie im Ausschuss damit – bei dem inzwischen dritten Anlauf für eine solche Satzung – allerdings nicht. Und das, obwohl auch von der CDU deutliche Signale in Richtung Umweltschutz kamen. So sagte Elmar Möllenbeck (CDU): „90 Prozent der Aussagen kann ich unterschreiben.“ Einer Satzung könne er jedoch nicht zustimmen. Seine Befürchtung: „Kein Baum wird mehr einen bestimmten Umfang erreichen“, sagte er. Denn so seine Bedenken, werden viele Bäume kurz bevor sie unter den Schutz der Satzung fallen, gefällt werden.

Eine Gefahr die nicht ganz zu leugnen sei, räumte auch Werner Stratmann ein. Dennoch sah er in der Satzung auch eine Chance, besonders alten Baumbestand zu schützen und die Möglichkeit der Verpflichtung zur Anpflanzung neuer Bäume. So könnte beispielsweise geregelt werden, dass bei einem neuen Grundstück ab 250 Quadratmetern ein großkroniger Baum zu pflanzen und zu erhalten ist. „Das Ganze ist eine Aussage, wie wertvoll uns Bäume sind.“

Grundsätzlich stimmte auch CDU-Mann Andre Große Hokamp dem Ansinnen der Grünen zu, gab aber zu bedenken: „Die Satzung wird das Gegenteil bewirken.“ Doch er hatte auch noch eine Alternative parat und regte an, aus gemeindlichen Flächen Naturschutzflächen zu machen und dort mit gutem Beispiel voranzugehen. In diesem Punkt brachte der Ausschussvorsitzende Hubertus Hermanns (CDU) eine mögliche einheitliche Gestaltungssatzung ins Spiel. Dort könne man solche Regelungen wunderbar treffen, sagte er.

Schlussendlich wurde der Antrag zur Erstellung einer Baumschutzsatzung mit den Stimmen der CDU abgelehnt.

Einen Rückzug mussten die Grünen mit ihrem Antrag auf „Einhaltung der Pflanzgebote für großkronige Laubbäume“ antreten. So seien insbesondere auf den Parkplätzen größerer Verbrauchermärkte nicht zu erkennen, dass dort die vorgesehene Anzahl an Bäumen vorhanden sei. Das konnte Fachbereichsleiter Klaus Hüttmann jedoch recht schnell relativieren. So habe man stichprobenartig seitens der Verwaltung drei Parkplätze überprüft. Auf jedem seien mehr Bäume angepflanzt worden, als von der Gemeinde vorgegeben. Verwundert über diese Zahlen waren an der Stelle nicht nur die Grünen, sondern auch die anderen Fraktionen.

Die Politiker verständigten sich mit der Verwaltung darauf, dass eine erneute Überprüfung stattfinden solle und den Betrieben von der Gemeinde Empfehlungen zur Pflege und Erhaltung der Bäume ausgesprochen werden. Im Herbst soll dann erneut beraten werden.

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