Mukisa-Zentrum hart von Corona getroffen und weiter auf Spenden angewiesen
„Die Lage ist ernst und traurig“

Brock -

„Es ist eine Katastrophe für die Mehrheit der Bevölkerung“, sagt Alexandra Bücker. Die Bröckerin ist zusammen mit Sonja Hagedorn die Gründerin der Mukisa-Foundation, die mit ihrem gleichnamigen Zentrum in Uganda aktuell schwer zu kämpfen hat. Denn auch vor dem afrikanischen Land hat das Corona-Virus natürlich nicht Halt gemacht.

Dienstag, 02.06.2020, 06:28 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 14:54 Uhr
Danke für die Unterstützung, sagen die Mitarbeiterinnen des Mukisa-Zentrums.
Danke für die Unterstützung, sagen die Mitarbeiterinnen des Mukisa-Zentrums. Foto: privat

„Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, dass kein Kind mit Behinderungen hungern muss oder seine Medikamente nicht bekommen kann.“ Damit benennen Alexandra Bücker und Sonja Hagedorn, Gründerinnen der Mukisa-Foundation, die Mission der gleichnamigen Institution in Uganda. Die Carona-Situation stellt die Hilfsorganisation vor große Herausforderungen. Das Mukisa-Zentrum musste zwischenzeitlich ebenfalls wie die Schulen, Kindergärten und Geschäfte schließen.

Offiziell gab es in Uganda zwischenzeitlich 248 akut erkrankte Menschen und keine Verstorbenen des Corona-Virus. Diese offiziellen Zahlen, so Alexandra Bücker, würden jedoch nicht viel aussagen, da nicht wirklich getestet würde. „Der größte Teil der Ugander und vor allem viele Familien leben als Tagelöhner von der Hand in den Mund“, berichtete Alexandra Bücker. Es gebe dort für sie keine Versicherungen oder Systeme wie in Deutschland, dass die Menschen auffange und unterstützt. Keine Arbeit zu haben, bedeute in der Region kein Geld und damit auch keine Lebensmittel zu haben.

„Es ist eine Katastrophe für die Mehrheit der Bevölkerung“, sagt Alexandra Bücker. „Alle müssen zu Hause bleiben und dass diese Anweisung befolgt wird, wird vom Militär und der Polizei streng kontrolliert.“ Selbst in der Stadt Kampala dürften keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fahren ebenso wie Bulli- oder Motorradtaxis sowie Privatwagen.

Eine Ausnahme bilden die Einrichtungen, die medizinisch arbeiten, so dass auch die Mukisa-Foundation seit dem 6. April mobil ist. Schon einen Tag später starteten die Aktiven mit den ersten 250 Überlebenspaketen und Medikamenten mit ihrer Tour durch Kampala und Umgebung, um die Mukisa-Familien mit dem Nötigsten zu versorgen.

„Nachdem eine Mutter mit ihrem kranken Kind auf dem Arm sieben Kilometer in das nächste Krankenhaus laufen musste, weil sie keinen Transport hatte und das Kind unterwegs verstorben ist, gibt es nun eine Notfallnummer, unter der sich Familien bei Mukisa melden können, wenn sie in Schwierigkeiten sind“, berichtet Bücker. So fahren die Mitarbeiter gemeinsam mit einer Krankenschwester seit Wochen hin und her, um alle Familien zu erreichen. Auch, um vielfach Aufklärung über Schutzmaßnahmen zu leisten.

Im Mukisa-Zentrum packen derweil die Mitarbeiter unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen täglich weitere Überlebenspakete mit Lebensmitteln wie Reis, Mais, Mehl, Öl, Eier, Milchpulver und Brei, aber auch Seife und selbstgenähte Mund- und Nasenschutzmasken. Die Regierung habe versprochen, Lebensmittel an die Bevölkerung zu verteilen, aber wo, wie und wann sei nicht klar, hatte Alexandra Bücker von den Verantwortlichen vor Ort erfahren.

Mittlerweile wurden weit über 900 Überlebenspakete von Mukisa verteilt und das Team hatte eigentlich den Plan, nach fünf Wochen wieder bei den ersten unterstützten Familien anzufangen. Jedoch hatte die dort zuständige Partnerin Florence schon wieder 300 neue bedürftige Familien auf der Liste. „Die Lage ist sehr ernst und so traurig“, hatte Florence den Bröckerinnen bei dem regelmäßigen Austausch berichtet. Denn wie es weitergehen kann, wenn alle Ersparnisse aufgebraucht sind, ist noch offen.

„Unsere Mitarbeiter arbeiten unermüdlich, packen und verteilen Lebensmittelpakete“, erzählte Alexandra Bücker. „Nur dank der großen Unterstützung unserer Spender können wir so viele Familien erreichen und versorgen und zum Glück auch alle Gehälter unserer Mitarbeiter weiterzahlen. So können wir sicher gehen, dass niemand von ihnen in der Krise seinen Job verlieren wird.“ Zur Soforthilfe kamen viele Spenden unter anderem auch aus Ostbevern. Das viele Organisationen ihre eigenen Kosten nicht mehr tragen können, betreffe dort viele Einrichtungen.

Doch auch wenn sich in Uganda die Situation entspannt, sind die Bröckerinnen weiter auf Spenden angewiesen. Wer sich über die Hilfsorganisation von Alexandra Bücker und Sonja Hagedorn informieren möchte, kann dies unter www.mukisa-foundation.org tun. Dort gibt es auch Infos zu den Möglichkeiten der finanziellen Hilfe.

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