Hospizkreis kümmert sich trotz Corona um Betroffene – nur auf anderen Wegen
Unterstützung jederzeit möglich

Ostbevern -

Hans Wallschlag, Helga Börnhorst-Löchte und Daniela Kunkemöller weisen auf die Hilfsangebote des Hospizkreises hin, denn die Arbeit ist auch in Zeiten von Corona – mit kleinen Einschränkungen – möglich.

Sonntag, 07.06.2020, 15:50 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 16:30 Uhr
Hans Wallschlag, Helga Börnhorst-Löchte und Daniela Kunkemöller weisen auf die Hilfsangebote des Hospizkreises hin, denn die Arbeit ist auch in Zeiten von Corona – mit kleinen Einschränkungen – möglich.
Hans Wallschlag, Helga Börnhorst-Löchte und Daniela Kunkemöller weisen auf die Hilfsangebote des Hospizkreises hin, denn die Arbeit ist auch in Zeiten von Corona – mit kleinen Einschränkungen – möglich. Foto: privat

Die Corona-Krise hatte und hat Auswirkungen auf das Tun des Hospizkreises. Die Vereinigung muss derzeit (noch) auf die intensive persönliche Begleitung Sterbender und deren Angehöriger verzichten, als Alternative bieten die Aktiven aber eine telefonische Unterstützung an – und das gleich in mehrerlei Hinsicht. Darauf weisen die Vorstandsmitglieder hin.

Wurden vor Corona im Durchschnitt sechs bis sieben Begleitungen zeitgleich durchgeführt, mussten diese auf Eis gelegt werden. Denn beispielsweise Besuche im Seniorenheim oder bei den Familien zu Hause konnten aufgrund der mit der Pandemie einhergehenden Restriktionen nicht stattfinden.

„Viele haben daher möglicherweise in diesem Zusammenhang gedacht, wir konnten und können gar nichts tun“, sagt Daniela Kunkemöller , Vorsitzende des Hospizkreises. Doch das sei nicht richtig.

Bei zwei betroffenen Familien fand die Beratung beispielsweise via Telefon statt. Gerade für diesen Bereich der Arbeit des Hospizkreises betonen Daniela Kunkemöller und ihre Mitstreiter, dass Unterstützung jederzeit möglich ist. „Es besteht dann für die Betroffenen zum Beispiel die Möglichkeit, einen Ansprechpartner zu haben, wenn der Angehörige verhindert ist oder einfach eine kurze Pause braucht“, erklärte Kunkemöller.

Auch zu einem gemeinsamen Spaziergang könne man sich treffen. „Natürlich unter Einhaltung der entsprechend geltenden Regelungen“, betonte die Vorsitzende. „Wir wollen die Angehörigen ermuntern, sich zu melden, wenn sie etwa Ballast los werden müssen“, forderte Daniela Kunkemöller auf. „Denn unsere Aufgabe ist es auch, für die Betreffenden da zu sein.“ So wolle man eine möglichst positive Stimmung bereiten und die letzte Zeit lebenswert gestalten. „Das ist eine große Entlastung für die Angehörigen“, betont Helga Börnhorst-Löchte.

In diesem Zusammenhang haben die Aktiven weitere Tipps: „Oft hilft ja schon ein Anruf, um im Einzelfall zu klären, an wen sich Angehörige wenden können, wenn etwa Probleme auftreten“, sagt Hans Wallschlag zum Tätigkeitsgebiet der Engagierten. Unter anderem, um das Netzwerk zu Palliativforen und Pflegediensten zu erläutern.

Was nicht zu den Aufgaben des Hospizkreises gehört sind wiederum die pflegerischen Arbeiten, auch das betonen die Aktiven. Dafür seien die Pflegedienste da, sagen die Vorstandsmitglieder. Ihr Tätigkeitsbereich liegt ausschließlich in der Betreuung und Unterstützung.

Diese könne zur Zeit sogar in leicht verringerter Form auch für die Besucher des Trauercafés angeboten werden, denn einmal im Monat wird ihnen von den Aktiven ein Impuls in Form eines Textes oder etwas Handwerklichem gebracht.

Ein neues, niedrigschwelliges Angebot des Hospizkreises ist die Beratung von Kindern krebskranker Eltern. Auch hier können die Helfer Anlaufstellen für weitere Unterstützung mitteilen.

Wer die Unterstützung und Beratung wünscht, findet hier Hilfe und weitergehende Informationen: Handy des Hospizkreises Ostbevern,  01 77/21 51 587, sowie bei den beiden Koordinatorinnen Kerstin Thormann,  01 76/22 06 57 74, und Anja Menzel,  01 62/54 80 746. Dort gibt es auch Auskunft, was nach Lockerungen wieder möglich ist und was (noch) nicht, denn die Situation verändere sich stetig.

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