Gewerbegebiet West
Gutachten sorgt für Verzögerung

Ostbevern -

Wegen eines Geruchsgutachtens verzögern sich die Planungen für das Gewerbegebiet West. Das Mischgebiet wird kleiner, das reine Gewerbegebiet größer. Die Vorgaben sollen ökologisch ganz neue Maßstäbe setzen.

Freitag, 19.06.2020, 06:07 Uhr
Das ist ein Teil des künftigen Gewerbegebietes West. Der Grevener Damm führt rechts zum Kreisverkehr Nordring/Grevener Damm. Das geplante Mischgebiet fällt wegen eines Geruchsgutachtens kleiner aus als ursprünglich vorgesehen.
Das ist ein Teil des künftigen Gewerbegebietes West. Der Grevener Damm führt rechts zum Kreisverkehr Nordring/Grevener Damm. Das geplante Mischgebiet fällt wegen eines Geruchsgutachtens kleiner aus als ursprünglich vorgesehen. Foto: Ralf Aumüller

Das Geruchsgutachten zum Gewerbegebiet West lief am Montagmittag in der Gemeindeverwaltung ein. Also einen Tag vor der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses, in dem ein Vorentwurf zum Flächennutzungsplan und zum Bebauungsplan für das Areal an der westlichen Entlastungsstraße beschlossen werden sollte.

Die Beschlüsse mussten geschoben werden, weil das Gutachten über die Geruchsemissionen durch umliegende landwirtschaftliche Betriebe extremer ausgefallen ist als von der Gemeinde im Vorfeld erwartet worden war. Mit den Folgen, dass das reine Gewerbegebiet größer und das Mischgebiet im westlichen Zipfel des Areals an der Umgehungsstraße kleiner wird. Bevor ein konkreter Vorentwurf zum Bebauungsplan erarbeitet werden kann, muss die Gemeinde unter den neuen Voraussetzungen Gespräche mit dem Besitzer der Liegenschaften führen. „Wenn wir eine Antwort vom Eigentümer bekommen, können wir ein Konzept erstellen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Annen . „Durch die Geruchsemissionen stoßen wir in Ostbevern baulich immer wieder an Grenzen. Jenseits der gesamten Westumgehung wird auch in Zukunft aus diesem Grund keine Wohnbebauung möglich sein.“

Alle sind angetan

Das Gutachten macht eine neue Konzeption für das Gewerbegebiet West notwendig. In einer bereits teilweise überarbeiteten Präsentation stellte Carsten Lang vom Stadtplanungsbüro Wolters und Partner vor, wie die Vorgaben aussehen könnten. Wasser und Boden, Biodiversität, Stadtklima, Energie und Mobilität waren die Schlagwörter, die der Fachmann auch mit Leben füllte. Die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses waren jedenfalls durch die Bank angetan.

Wir machen etwas Neues, wir gehen mit diesem Gewerbegebiet einen deutlichen Schritt weiter.

Werner Stratmann

Das erste Lob kam von einer Seite, die einer ökologischen Schönfärberei unverdächtig ist: von den Grünen. „Zum ersten Mal haben wir ein sehr gutes Ergebnis“, sagte Werner Stratmann. „Wir machen etwas Neues, wir gehen mit diesem Gewerbegebiet einen deutlichen Schritt weiter.“

Lang sprach von einer „Durchgrünung“. Gehölzstrukturen in dem Gebiet sollen erhalten bleiben, Freiflächen sollen ökologisch hochwertig gestaltet werden. Von den öffentlichen Verkehrswegen aus soll zum Beispiel beim Blick auf die Grundstücke zuerst eine Hecke zu sehen sein, erst dann sind Zäune zugelassen. Für jede sechste Stellfläche pro Betrieb muss ein Laubbaum gepflanzt werden. Im Mischgebiet sind Vergnügungsstätten ausgeschlossen, ebenso weitgehend Einzelhandelsflächen. Verboten sind blinkende und bewegliche Werbeflächen.

Begrünung und Photovoltaik

Diskutiert wurde im Ausschuss über die Frage, inwieweit eine nachhaltige Nutzung von Dachflächen vorgeschrieben werden soll. „Die Dächer begrünen oder eine Photovoltaikanlage installieren: Bei einer solchen Entweder-oder-Lösung scheidet eine Festsetzung aus“, sagte Lang. Das müsse die Gemeindeverwaltung dann vertraglich mit dem Käufer regeln. Und, wie im Ausschuss gefordert wurde, auch bei Weiterverkäufen sicherstellen.

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