Rat diskutiert über möglichen Grundschulstandort
Erste Weichenstellungen

Ostbevern -

Am Ende war das Ergebnis klar: Mit großer Mehrheit beauftragten die Mitglieder des Rates die Verwaltung, alle notwendigen und entscheidungsrelevanten Informationen für eine mögliche Grundschule im Bereich des Baugebietes Kohkamp zusammenzutragen.

Samstag, 20.06.2020, 06:15 Uhr
Über einen möglichen weiteren Schulstandort in Ostbevern wurde eingehend im Rat diskutiert.
Über einen möglichen weiteren Schulstandort in Ostbevern wurde eingehend im Rat diskutiert.

In der Sache waren die Kommunalpolitiker fast einer Meinung. Aber hinsichtlich der konkreten Vorgehensweise gab es unterschiedliche Ansichten und letztlich auch etliche Diskussionen. Am Ende wiederum herrschte dennoch fast Einstimmigkeit: Der Rat hat am Donnerstag die Verwaltung beauftragt, einen neuen Grundschulstandort in der Nähe des Neubaugebietes Kohkamp zu prüfen und gegebenenfalls bereits die dafür notwendigen Flächen zu sichern sowie sämtliche weiterführende Informationen, die für eine fundierte Entscheidung notwendig sind, zusammenzustellen.

Nach dem Schulentwicklungskonzept, das von der Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation und Informationstechnologie (Gebit) vorgestellt worden war, hatten die Fraktionen von SPD , Bündnis 90/Die Grünen und FDP einen Antrag unter dem Titel „Sicherung eines Schulstandortes im Umfeld der neuen Baugebiete“ erstellt und kurzfristig in den Rat eingebracht. Und auch die CDU-Fraktion hatte sich laut Hubertus Hermanns im Rahmen einer Fraktionssitzung bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt und eine sehr ähnliche Zielsetzung formuliert.

Allerdings, das machte Hermanns etwa mit Blick auf das Wort „Dringlichkeit“ im Antrag der anderen Fraktionen deutlich, sehe er zwar auch die Notwendigkeit einer zeitnahen Entscheidung, allerdings dürfe nichts überstürzt werden, sondern ein so komplexes Thema bedürfe einer umfassenden Vorbereitung. Daher schlug er vor, verschiedene Varianten samt Kosten und sämtlicher Planungsoptionen und anderer Einflussfaktoren bis im Herbst von der Verwaltung vorbereiten zu lassen, um dann eine Entscheidung treffen zu können.

Die Verwaltung hat nach dem Bericht der Gebit übrigens bereits die Planungen aufgenommen, das sagte Bürgermeister Wolfgang Annen. Für einen möglichen neuen Schulstandort müsse man überschlägig von einem Flächenbedarf von rund 10 000 Quadratmetern ausgehen, zudem von Kosten von fünf bis sechs Millionen Euro – ohne Turnhalle.

Ganz deutlich machte der Bürgermeister, dass eine solche neue Schule zwar im Umfeld der Neubauflächen liegen solle, aber nicht im eigentlichen Baugebiet selbst. Denn: Die Nachfrage nach Grundstücken in dem Bereich sei immens hoch. Er ließ durchblicken, dass die Gemeinde bereits erste Vorgespräche mit Eigentümern von Flächen im Umfeld aufgenommen habe, entschieden oder spruchreif sei allerdings noch nichts.

Ulrich Lunkebein (Grüne) betonte, dass Ostbevern eine stark wachsende Gemeinde sei, die sich aber baulandtechnisch genau in die andere Richtung entwickeln würde, immer weiter weg von dem Bereich, wo bislang die Schulen verortet seien. Laut seiner Partei beträgt der Weg vom Baugebiet Kohkamp III zur Franz-von-Assisi-Schule rund zweieinhalb Kilometer.

Angesichts der nahezu deckungsgleichen Ziele aller Fraktionen sagte Heinz-Josef Zumhasch (SPD), dass es „ein schönes Zeichen sei, wenn wir alle gemeinsam Flagge zeigen könnten“. Grundsätzlich sah Andreas Schepers ( CDU ) das auch so, er kritisierte aber die Vorgehensweise der anderen drei Fraktionen mit dem gemeinsamen Antrag. „Es wäre schön gewesen, wenn sie uns auch vorher angesprochen hätten und wir nicht überrascht worden wären.“

Karin Läkamp (FDP) und Ulrich Lunkebein (Grüne) betonten, dass es keineswegs im Sinne der anderen Fraktionen gewesen sei, die CDU zu überrumpeln, sondern vielmehr sei der kurzfristige Antrag der Tatsache geschuldet, dass es die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause sei.

Kommentar

Bei der Diskussion der ersten Überlegungen für eine neue Grundschule im Umfeld des Baugebietes Kohkamp schwang zwischen den Zeilen durchaus ein wenig Kommunalwahlkampf mit.

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