Kommunionkinder aus Ostbevern nehmen am Workshop „Kleiner Steinmetz“ am Paulus-Dom in Münster teil
Handarbeit mit Knüpfel und Eisen

Ostbevern/Münster -

Sechs Kommunionkinder aus Ostbevern haben an einem Steinmetz-Kurs am Paulus-Dom in Münster teilgenommen. Nachdem sich die kleinen Nachwuchskünstler im Kreuzgang Inspiration geholt haben, machten sie sich mit Knöpfel und Eisen selbst ans Werk und bearbeiteten den Sandstein.

Donnerstag, 02.07.2020, 17:54 Uhr
Ben, Frithjof, Justus, Lotta, Malin und Marie präsentieren hinterm münsterischen Dom stolz ihre Skulpturen. Nach zwei Stunden Handarbeit können sie sich nun vorstellen, was es bedeutet, solch ein Bauwerk wie den Paulus-Dom zu erschaffen.
Ben, Frithjof, Justus, Lotta, Malin und Marie präsentieren hinterm münsterischen Dom stolz ihre Skulpturen. Nach zwei Stunden Handarbeit können sie sich nun vorstellen, was es bedeutet, solch ein Bauwerk wie den Paulus-Dom zu erschaffen. Foto: Privat

Glaubt man Google , so haben viele Dinge, Menschen und Institutionen ein Imageproblem. Fifa-Chef Infantino, künstliche Intelligenz, Mikroplastik und eben auch das Handwerk. Die Branche der Steinmetze zum Beispiel leidet seit einigen Jahren unter Nachwuchssorgen. Anzunehmen, dass der Nachwuchs heute andere Berufe ergreift, statt solcher, wo man mühevoll Steine in die gewünschte Form bringt. Ein Jammer dieser Azubimangel.

Der Bundesverband der Steinmetze darf sich nun berechtigte Hoffnungen auf neuerliche Anhänger machen: Sechs Kommunionkinder aus Ostbevern nahmen am Mittwoch in Münster am Workshop „Kleiner Steinmetze“ teil – und waren hellauf begeistert. Die Kinder haben erkannt, was längst gesagt gehört: Sandsteinklöppeln ist nicht einfach nur Sandsteinklöppeln. Es ist eine Kunst.

Erst Inspiration im Kreuzgang – dann selbst an die Arbeit

Coronabedingt hat es mehrere Anläufe gebraucht. Nun endlich hat es geklappt. Ein Bildhauer nahm die Nachwuchskünstler mit auf einen Rundgang durch den Kreuzgang des Paulus-Domes, zeigte ihnen verschiedene Sandstein-Skulpturen und klärte sie über Geschichte und Entstehung auf.

Dann ging es für die sechs, die in die Klasse 3b der Ambosius-Grundschule gehen, selbst ans Werk. Mit einem Bleistift fertigten sie Skizzen ihrer Skulpturen an, und fingen an, den Baumberger Sandstein mit Knüpfel und Eisen zu bearbeiten. Zwei Stunden haben die kleinen Steinmetze an ihren Kunstwerken gewerkelt. „Alle waren Feuer und Flamme“ sagte Silke Wöstmeyer, die nicht nur Mitarbeiterin des Bistums ist sondern auch als Katechetin in der Ostbeverner Gemeinde arbeitet. Auch ihr Sohn Justus hat am Workshop teilgenommen. „Ich hätte noch locker eine Stunde weitermachen können“, sagt der Zehnjährige, der ein Hufeisen angefertigt hat. Wo das gute Stück nun landet? „Wir stellen es wahrscheinlich raus in den Garten“, sagt Justus.

Im September werden weitere Schüler der Grundschule an dem Workshop teilnehmen. Ob einer von ihnen später Steinmetz wird, ist noch nicht ausgemacht – bei den Kindern jedenfalls hat der Berufsstand keine Imageprobleme.

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