Eine-Welt-Laden braucht Kunden
„Bitte vergessen Sie uns nicht“

Ostbevern -

Die Corona-Pandemie hat den Umsatz im Eine-Welt-Laden massiv einbrechen lassen, denn auch wenn die Einrichtung geöffnet haben, die Kunden bleiben weg.

Sonntag, 05.07.2020, 17:47 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 16:30 Uhr
Magdalena van Teeffelen (Eine-Welt-Laden Ostbevern) und Georg Knipping (Fair-Handelsberater beim Arbeitskreis Eine-Welt) hoffen auf besseren Absatz und mehr Kunden nach der Schließung.
Magdalena van Teeffelen (Eine-Welt-Laden Ostbevern) und Georg Knipping (Fair-Handelsberater beim Arbeitskreis Eine-Welt) hoffen auf besseren Absatz und mehr Kunden nach der Schließung. Foto: Daniela Allendorf

„Die Waren laufen alle ab. Ich muss so viel wegtun“, sagt Magdalena van Teeffelen vom Team des „Eine-Welt-Ladens“. Die Ostbevernerin engagiert sich seit Jahrzehnten für den Fairen Handel und ist Mitglied in der Fairtrade-Steuerungsgruppe. Doch was seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie passiert, macht ihr schwer zu schaffen. Zweimal in der Woche kann der „ Eine-Welt-Laden “ inzwischen wieder seine Türen öffnen. Doch die Kunden bleiben aus. „Wenn die Leute sich erst einmal daran gewöhnt haben woanders einzukaufen, dann bleiben sie meist dort“, sagt van Teeffelen. Denn auch der Laden, in den sie so viel Herzblut steckt, musste corona-bedingt schließen. Und der Absatz hat in den ersten Wochen der Wiedereröffnung noch nicht zur alten Stärke zurückfinden können.

„Dabei ist das so wichtig“, sagt van Teeffelen, die längst nicht nur ihre eigenen Regale im Blick hat, wo reihenweise Lebensmittel das Mindesthaltbarkeitsdatum überschreiten. Denn sie weiß: „Die Menschen in Ruanda hungern. Sie sind dort darauf angewiesen, dass wir ihre Waren konsumieren.“ Georg Knipping , Fair-Handelsberater beim Arbeitskreis Eine-Welt, pflichtet ihr bei: „In den Ländern ist vieles zum absoluten Stillstand gekommen und es gibt für die Menschen kein Einkommen“, sagt er. Im März habe er die letzte Lieferung aus Brasilien bekommen. Glücklicherweise gebe es Importeure, die ihre Waren nicht stornieren würden, um so wenigstens ein bisschen für die Menschen in den betroffenen Ländern zu tun. Doch das sei auch nicht an jeder Stelle und in unbegrenztem Umfang möglich. „Und wir brauchen die Welt-Laden-Struktur“, sagt Knipping, der im regelmäßigen Austausch mit dem Team steht.

Kunden bleiben weiter aus

„Und wir brauchen die Menschen vor Ort die hier bei uns einkaufen“, sagt Magdalena van Teeffelen. Es sei einfach die gute Sache, die man mit seinem Einkauf verbinden könne. „Die Leute müssen einfach den Läden und dem fairen Handel treu bleiben, damit die Menschen weiter unterstützt werden können“, sind sich Knipping und van Teeffelen einig.

Solange die Kunden nicht im Laden im Edith-Stein-Haus einkaufen würden, könne sie auch kaum Ware ordern und wäre gezwungen das Sortiment zu verkleinern. Dabei ist der Laden richtig gut ausgestattet. Alleine 20 Sorten fair gehandelten Tee können van Teeffelen und ihr Team anbieten. Auch bei Keksen, Honig, Schokolade und Kaffee ist man bestens aufgestellt.

Wir brauchen die Menschen vor Ort, die hier bei uns einkaufen.

Magdalena van Teeffelen

„Zum Glück hat es während der Schließung ganz toll mit der Beverdeele und der Fleischerei Hokamp geklappt“, freut sich die Ehrenamtliche über die gute Zusammenarbeit mit den beiden Geschäften, die auch sonst fair gehandelte Waren anbieten.

Doch nicht nur fair gehandelte Waren sind ein Anliegen des Welt-Laden-Teams in der Bevergemeinde. Auch die nach wie vor vorgeschriebenen Mund-Nase-Masken haben die Mitarbeiter im Angebot. Mit dem Verkauf gewinnt man gleich doppelt, denn zu meinen kann man sich und seine Mitmenschen schützen und zu anderen wird pro verkaufter Maske eine weitere kostenlos an Menschen in den Slums von Nairobi verteilt. Hergestellt werden die Masken – im übrigen zertifizierte Fair-Trade-Produkte in Bio-Qualität – in einem kleinen zertifizierten Betreib in Nairobi. „Das ist auch einfach etwas sinnvolles“, sind sich van Teeffelen und Knipping wieder einig. Ebenso wie der Einkauf im Welt-Laden, der dazu beitrage Existenzen in Afrika, Südamerika und Indien zu sichern. Denn dort gebe es nicht, wie es hier sei, eine Sozialversicherung, die die Menschen im Notfall auffängt.

Der Eine-Welt-Laden im Edith-Stein-Haus ist aktuell jeweils donnerstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 10.15 bis 12.15 Uhr geöffnet.

Für die Ferien hat das Team ein Quiz organisiert. Bei elf Fragen können die Kinder ihr Wissen zu dem Thema ‚fair leben und fair sein‘ testen. Das Quiz können Interessierte in der Bücherei St. Ambrosius oder im Eine-Welt-Laden im Edith-Stein-Haus abholen.

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