Ferienprogramm der Pfadfinder
Lagerfeeling auch ohne Lager

Ostbevern -

Trotz langer Überlegungen mussten sich auch die Pfadfinder der Pandemie beugen und ihr Zeltlager absagen. Kein Grund für die Organisatoren die Hände in den Schoß zu legen. Unter der Beachtung von Hygienevorschriften konnten sie zumindest für drei Tage ein Ferienprogramm durchgeführt werden.

Mittwoch, 05.08.2020, 06:59 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 15:11 Uhr
Finale Überprüfung des Floßes, bevor es zum Stapellauf auf der Bever ging.
Finale Überprüfung des Floßes, bevor es zum Stapellauf auf der Bever ging.

Dass für die Kinder und Jugendlichen in Zeiten von Corona nicht nur der Schulalltag komplett auf den Kopf gestellt ist, ist hinlänglich bekannt. Und auch im Freizeitbereich sind die Einschränkungen massiv. So haben beim Pfadfinderstamm St. Ambrosius seit Anfang März keine wöchentlichen Gruppenstunden mehr stattgefunden und auch beliebte Aktionen wie das Wölflings-Lager für die Jüngeren, das Pfingstlager und die Teilnahme an der Aktion „Ostbevern putz(t) munter!“ mussten abgesagt werden, heißt es von den Verantwortlichen.

Somit konnte auch das 14-tägige Sommerlager, an dem in diesem Jahr knapp 60 Kinder und Jugendliche teilgenommen hätten, nicht in der gewohnten Form stattfinden. „Wir haben lange beobachtet, wie sich die Pandemie im Allgemeinen und die damit einhergehenden Einschränkungen für unsere ehrenamtliche Arbeit entwickeln“, sagt Stefan Rodine von den Pfadfindern. „Schlussendlich mussten wir entscheiden, dass ein Ferienlager unter den gegebenen Bedingungen für Teilnehmende, wie auch für Leitende, mehr Stress als Freude bedeutet hätte. Darum haben wir unser traditionelles Sommerlager absagen müssen“, so Rodine weiter.

Ganz geschlagen geben wollten sich die Pfadfinder aber nicht, und so haben sie in vielen digitalen Sitzungen überlegt, was sie stattdessen auf die Beine stellen könnten. So entstand die Idee eines dreitägigen Lagers mit Tagesprogramm, wie es auch in einem normalen Ferienlager stattgefunden hätte. So konnten alle Beteiligten zumindest ein bisschen Lageratmosphäre genießen, wenn auch ohne gemeinsames Zelten. Dieses sogenannte „Solalein“ (Abkürzung für Sommerlager-lein) fand jetzt auf dem Schützenplatz statt.

Das hieß für insgesamt knapp 40 Kinder und Jugendliche, zwei Tage Programm am Schützenplatz und einen Tag in einem Freizeitpark in Bottrop-Kirchhellen zu verbringen. Bei allen Spielen und Aktionen wurde auf die Einhaltung des 15-seitigen Hygienekonzepts geachtet, das im Vorfeld vom Ordnungsamt geprüft worden war, heißt es von den Pfadfindern.

Alle Kinder und Leitenden wurden in sogenannte Bezugsgruppen eingeteilt, in denen sie dann die drei Tage verbrachten. Die Bezugsgruppe musste zu jeder Zeit Abstand zu den anderen Gruppen halten, gemeinsame Spiele und Aktionen waren dabei so konzipiert, dass dies ohne eine Unterschreitung des Abstandes und ohne Nutzung gemeinsamer Spielmaterialien möglich war. Rein organisatorisch gab es auf dem Schützenplatz mehrere, mit Flatterband markierte Bezugsgruppenflächen sowie Toilettenampeln, damit das Hygienekonzept eingehalten werden konnte.

Ein inhaltliches Highlight war neben der Fahrt in den Freizeitpark sicher die Floßbau-Challenge, bei der die Teilnehmenden aus verschiedenen Materialien ein schwimmfähiges Floß bauen mussten. Bei verschiedenen Spielen konnten zusätzliche Baumaterialien gewonnen werden. Die gesamte Arbeit wurde von einer Jury begutachtet, und natürlich musste jede Gruppe zum Schluss beweisen, dass das gebaute Floß auch wirklich schwimmfähig ist. Bei nahezu perfektem Wetter war es dann auch nicht weiter schlimm, dass der eine oder andere Teilnehmende näheren Kontakt mit dem Bever-Wasser hatte.

„Wir sind mit der Aktion rundherum zufrieden. Auch für die Kinder und Jugendlichen war das ‚Solalein‘ sicherlich ein Highlight in diesen so anders verlaufenden Sommerferien. Einige hat das Lagerfieber sogar so hart gepackt, dass sie kurzerhand mit ihrer Kontaktgruppe ein Zelt im eigenen Garten aufgebaut haben, um auch abends die Ferienlagerstimmung genießen zu können. Wir hoffen aber sehr, dass wir im nächsten Jahr wieder wie gewohnt alle gemeinsam zelten und am Lagerfeuer sitzen können“, teilt Stefan Rodine abschließend mit.

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