Grüne legen deutlich zu und holen sieben Sitze im Rat
Piochowiak ist neuer Bürgermeister

Ostbevern -

Karl Piochowiak ist der neue Bürgermeister der Bevergemeinde. Mit 50,5 Prozent hat er sich gegen den bisherigen Amtsinhaber Wolfgang Annen durchgesetzt. Jubel gab es auch in den Reihen der Grünen. Sie legten im Vergleich zur letzten Kommunalwahl fast zehn Prozent zu.

Sonntag, 13.09.2020, 22:28 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 12:26 Uhr
Punkt 18 Uhr schlossen auch die Wahllokale in der Bevergemeinde und es ging an die Stimmenauszählung.
Punkt 18 Uhr schlossen auch die Wahllokale in der Bevergemeinde und es ging an die Stimmenauszählung. Foto: Daniela Allendorf

Der Ostbeverner für Ostbevern hat die Wahl für sich entschieden. Karl Piochowiak gewinnt die Wahl mit 50,5 Prozent. Knapp. Dabei sah es gleich zu Beginn der Auszählung mit zum Teil über 55 Prozent besser für den Ostbeverner Jung aus. Und dennoch, Karl Piochowiak ist im Freudentaumel: „Ich bin total erleichtert“, sagt er unmittelbar nachdem das Ergebnis feststeht. Denn eigentlich, das gibt er unumwunden zu, hatte er es anders erwartet. „Ich habe zwar im Wahlkampf sehr viel Zuspruch bekommen, aber ob das dann tatsächlich so auf dem Wahlzettel landet, weiß man ja auch nicht“, sagt Piochowiak, und fügt hinzu: „Eigentlich bin ich gerne ein kühler Rechner“. Deswegen hätte er sich auch über ein Ergebnis mit „nur“ 40 Prozent gefreut.

Den Wahlabend verbrachte der nun neue Bürgermeister zu Hause im Kreise von Familie und Freunden. Als das Ergebnis feststand, war der Jubel natürlich groß. Freudentaumel auch bei den Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen. „Wir sind völlig euphorisch“, sagte Ulrich Lunkebein nach Ende der Auszählung der Stimmen für den Rat der Gemeinde. Nach 16,7 Prozent bei der Kommunalwahl 2014, konnten die Grünen in diesem Jahr mächtig zulegen und ihr Ergebnis auf 25,29 Prozentpunkte verbessern. „Wir haben nahezu alle Wahlziele erreicht“, sagt Lunkebein. Die Wahl zum Bürgermeister sei zwar denkbar knapp ausgefallen, aber „wir sind heilfroh“.

Sichtlich geknickt an diesem Abend: Wolfgang Annen . „Ich bin enttäuscht, aber ich muss jetzt zunächst einmal an meine Familie denken und dann sehen wie es weitergeht“, sagt er. Woran es letztlich gelegen haben könnte, kann Annen noch nicht richtig abschätzen. „Vielleicht, weil meine Familie nicht hier wohnt“, mutmaßt er. Doch diese Entscheidung sei aufgrund von Anfeindungen einfach notwendig gewesen. Dennoch habe er sich gemeinsam mit seiner Familie für eine erneute Kandidatur entschieden. „Es sind 53 Stimmen, die mir fehlen. Das ist schon übel“, resümiert er mitgenommen. Trotzdem wünsche er seinem Amtsnachfolger viel Erfolg für die nächsten fünf Jahre: „Die Grundsteine dafür sind gelegt.“

Enttäuschung auch aufseiten der CDU: Mit der Ratswahl sei man eigentlich ganz zufrieden, schließlich habe man mit allen Kandidaten das Direktmandat geschafft. „Was aber richtig schmerzt, ist das knappe Ergebnis der Bürgermeisterwahl“, sagt Bernhard Everwin, der gestern Abend noch überfragt war, woran es gelegen haben könnte. „Das müssen wir in den nächsten Tagen erst einmal analysieren. Dennoch wolle man konstruktiv mit Karl Piochowiak zusammenarbeiten. „Trotzdem werden wir unsrer Linie treu bleiben“, sagt Everwin.

Nach dem Jubel über die Bürgermeisterwahl, herrschte in den Reihen der SPD leicht gedämpfte Stimmung: „Wir hätten uns ein besseres Ergebnis gewünscht“, sagt Willy Ludwig. „Für die FDP hätte es besser ausgehen können“, ist Manfred Läkamp überzeugt. Doch auch in den Reihen seiner Partei dominierte die Freude über den neuen Bürgermeister.

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