Corona-Fallzahlen steigen weiter
Landrat will Ausnahmen prüfen

Kreis Warendorf -

52 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus wurden am Wochenende im Kreis Warendorf verzeichnet. Darunter auch neue Fälle in Telgte und Ostbevern. Mit einem Inzidenzwert von 60,5 hat der Kreis Warendorf am Sonntag die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten.

Sonntag, 18.10.2020, 16:53 Uhr aktualisiert: 21.10.2020, 13:54 Uhr

Dringend erwartet wurde im Warendorfer Kreishaus die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW. Diese sehe jetzt unter anderem mögliche Ausnahmen von den strengeren Regeln für einzelne Orte vor, in denen es kein nennenswertes Infektionsgeschehen gebe, heißt es in einer Mitteilung.„Wir werden diese neue Möglichkeit genau prüfen und Anfang der Woche nach Rücksprache mit der Bezirksregierung und dem Landeszentrum für Gesundheit entscheiden, welche Orte im Kreisgebiet wir von den verschärften Vorschriften ausnehmen können“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke mit Rückblick auf den Tönnies-Ausbruch im Juni, der nur einige Orte betraf und bekanntlich dennoch für den gesamten Kreis zum Lockdown führte. „Das ist eine gute Nachricht. Sobald es die Chance gibt, Ausnahmen festzulegen, werden wir sie nutzen“, so Gericke.

Seit Samstag gilt der Kreis Warendorf, als Risikogebiet, weil die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz bei 52,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern lag. Laut Bezirksregierung Münster stieg sie dann am Sonntag auf 60,5.

Ab dem heutigen Montag gelten nun folgende Regeln im ganzen Kreisgebiet:

Erweiterungen der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes: Dies gilt auch draußen überall dort, wo Menschen dichter zusammenkommen, sowie in öffentlichen Gebäuden.

Begrenzung der Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen (Sport, Theater, Kino, usw.) auf 100 Personen.

Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum (Straßen, Plätze, Grünanlagen, usw.) auf maximal fünf Personen aus verschiedenen Haushalten.

Einführung einer Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr für Gastronomiebetriebe sowie ebenfalls ab 23 Uhr ein generelles Verkaufsverbot von Alkohol – auch in Geschäften und an anderen Verkaufsstellen.

Verbindliche Beschränkungen der Teilnehmerzahlen für Feiern auf zehn Teilnehmer im öffentlichen Raum (zum Beispiel in Gaststätten). Zudem wird empfohlen, Treffen in privaten Räumen auf ein Minimum zu beschränken.

Im Kreisgebiet wurden indes am Samstag 23 und am Sonntag 29 Neuinfektionen gemeldet. Auf der „Corona-Karte“ des Kreises Warendorf – die über das „Geoportal“ der Behörde abzurufen ist – ist zu erkennen, dass der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens im Südkreis liegt. Wurden in Telgte am Samstag noch neun aktive Fälle registriert, lag der Wert am Sonntag mit einer Neuinfektion bei zehn. Damit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Telgte bei 25,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. „Wir haben es in dieser Phase selbst in der Hand, den Anstieg der Infektionszahlen wieder abzubremsen und den Trend in Telgte umzudrehen“, so Bürgermeister Wolfgang Pieper. „Ich bitte die Bürger um Verständnis für die neuen Corona-Regelungen, denn sie sollen helfen, einen erneuten Lock-down zu verhindern. Jeder und jede steht in der Verantwortung, die Ansteckungsgefahr für sich und andere zu minimieren. Ich appelliere deshalb an die Telgter Bevölkerung, mit der Einhaltung der neuen Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie beizutragen.“

Im Rathaus gelten für die Bürger die bekannten Infektionsschutzmaßnahmen, wie Fachbereichsleiter Stephan Herzig nach einer Besprechung vom Wochenende mit dem Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter Thomas Riddermann erläutert: „Die bisherige Masken-pflicht beim Betreten des Rathauses sowie auf den Fluren und im Foyer bleibt bestehen. Die Kunden haben die Möglichkeit zur Handdesinfektion und werden gebeten, den geforderten Abstand von mindestens 1,5 Metern auch in den Wartebereichen einzuhalten.“ Man sei, so Herzig, durch die Erfahrungen gut vorbereitet und wolle eine Schließung des Rathauses vermeiden.

Ein Anstieg der Zahlen wurden auch in Ostbevern registriert. Lag die Zahl am Freitag noch bei drei akut Erkrankten, so kletterte der Wert bis zum gestrigen Sonntag auf sechs Personen. Folgend stieg auch der Inzidenzwert an und hat nun die Marke von 36,4 Infektionen pro 100 000 Einwohner erreicht.

In den Nachbargemeinde Everswinkel und Warendorf sind jeweils lediglich zwei Personen akut erkrankt.

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