Verein Ndaba-Ostbevern ist weiter auf Spenden angewiesen
Lebensmittel für 250 Familien

Ostbevern -

Bald soll der Kaffee aus der Kooperative „Kopakama“ als „Partnerschaftskaffee Ruanda-Ostbevern“, mit einem eigenen Label versehen, im Eine-Welt-Laden und der Beverbuchhandlung zu erwerben sein. Mit dem Kauf können die Ostbeverner die Menschen in Ruanda unterstützen.

Mittwoch, 20.01.2021, 06:12 Uhr aktualisiert: 20.01.2021, 06:20 Uhr
Der Verein Ndaba-Ostbevern wünscht sich, dass die Menschen die Kooperative „Kopakama“ unterstützen. Mathias Abimana, Kontaktperson der Ostbeverner in Ruanda, hilft bei der Verteilung von Lebensmitteln.
Der Verein Ndaba-Ostbevern wünscht sich, dass die Menschen die Kooperative „Kopakama“ unterstützen. Mathias Abimana, Kontaktperson der Ostbeverner in Ruanda, hilft bei der Verteilung von Lebensmitteln. Foto: Margret Dieckmann-Nardmann/Mathias Abimana

Das Corona-Virus bremst seit dem vergangenen Jahr auch die Arbeit des Vereins Ndaba-Ostbevern aus. „Weder Mitgliederversammlungen noch andere Veranstaltungen konnten stattfinden“, sagt Vorstandsmitglied Margret Dieckmann-Nardmann . Dennoch blieben die Mitglieder nicht untätig und verfolgten auch in der Pandemie weiter die Ziele des Vereins, humanitäre Hilfe für die Menschen in den vier Sektoren Mushubati, Mukura, Rugabano und Rubengera der Disitrikte Rutsiro und Karongi in Ruanda zu leisten.

„Da sich das Virus Covid 19 auch in Ruanda seit März des vergangenen Jahres ausgebreitet hatte, wurde das öffentliche Leben eingedämmt, der Lockdown festgelegt, Schulen, Kindergärten geschlossen – kurzum das öffentliche Leben erlahmte. Es war sehr schwierig, Zugang zu Lebensmitteln zu erhalten, da die Märkte weitestgehend geschlossen wurden. Den Verkäufern fehlten die Einnahmen. Die Menschen wurden angehalten, ihre Nahrungsmittel mit den Ärmsten zu teilen. Dennoch bedeutete das Schließen der Märkte und damit das Ende der Verkaufsmöglichkeit nichts auf dem Teller zu haben, Hunger zu erleiden“, weiß Margret Dieckmann-Nardmann von ihren Kontakten in das afrikanische Land.

Keine Frage, dass sich der Verein mächtig ins Zeug legte, als die Partner in Ruanda um Spenden baten. So konnte für mehr als 250 Familien der Region die Grundlage für den Kauf von Grundnahrungsmitteln beschafft werden. „Dafür möchte sich der Vorstand auf diese Weise sehr herzlich bei jedem Spender und jeder Spenderin bedanken“, heißt es vom Verein.

Nachdem zwischenzeitlich das „normale Leben“ wieder aufgenommen werden konnte, kam es auch in Ruanda zum erneuten Lockdown. „Die einzelnen Distrikte und Provinzen dürfen zurzeit nicht verlassen werden, Versammlungen, Veranstaltungen wie Hochzeiten sind verboten, um die hohe Ansteckungsgefahr mit dem Virus weitestgehend zu vermeiden. Das Gesundheitssystem wäre für eine höhere Zahl Infizierter nicht ausreichend ausgestattet“, weiß Margret Dieckmann-Nardmann. Deswegen bleibt es weiter die Aufgabe des Vereins, Spenden zu sammeln und für den Kauf von lebensnotwendigen Nahrungsmitteln weiterzuleiten, um den Hunger zu lindern.

Doch nicht nur Spenden helfen dem Ostbeverner Verein weiter. Um die Lebenssituation der Menschen in Ruanda zu verbessern, helfe es, Kaffee, der in der Region angebaut wird, im Eine-Welt-Laden zu kaufen. „Wir trinken den wertvollen Bio- und Fairtrade-Kaffee aus bester Lage und schaffen dadurch für Hunderte Menschen Arbeitsplätze und die Grundlage für eine Erwerbstätigkeit und Existenzsicherung“, sagt das Vorstandsmitglied. Seit mehr als zehn Jahren gibt es den fair-gehandelten Kaffee der Kooperative „Kopakama“ in Ostbevern zu kaufen. Auch im Rathaus wird dieser Kaffee, – vom ehemaligen Bürgermeister Jochen Schindler eingeführt – seit mehr als einem Jahrzehnt getrunken. Die neuste Idee zu diesem Projekt: Bald soll der Kaffee als „Partnerschaftskaffee Ruanda-Ostbevern“, mit einem eigenen Label versehen, im Eine-Welt-Laden und der Beverbuchhandlung zu erwerben sein.

An ein weiteres Projekt erinnert der Verein: Der Bau einer Berufsschule konnte nahezu abgeschlossen werden. Das Gebäude mit drei Klassen ist errichtet. Zwar sind noch nicht alle Klassenräume dem Fach entsprechend ausgestattet, aber weitere Schritte sind in Planung. „In dieser Schule werden junge Menschen im Kurssystem Grundkenntnisse im Schneiderhandwerk, in Elektrizität, Installation und Schweißtechnik erhalten“, berichtet Dieckmann-Nardmann. Bereits 20 junge Menschen aus dem Sektor Rugabano haben ihre Ausbildung im Schneiderhandwerk dort begonnen. Drei Lehrer stehen der Schule als Angestellte zur Verfügung. Hinzu kommt unterstützend ein Team aus Eltern. „Die zuständigen Behörden des Distriktes Karongi wertschätzen dieses Projekt sehr und wir stehen im Austausch mit den Behörden“, so Dieckmann-Nardmann weiter.

„Spenden zu geben und Akuthilfe zu leisten, ist eine selbstverständliche menschliche Aufgabe in der Weltgemeinschaft. Sich solidarisch mit den Menschen zu zeigen, bedeutet zugleich zu sehen, wie können wir einander auf Augenhöhe begegnen, was ist im Land möglich, worin können wir die Menschen unterstützen, damit sie selber den Aufbau ihres Landes voranbringen können“, heißt es vom Verein Ndaba, dessen Ziel es ist, partnerschaftlich miteinander umzugehen, einander zu besuchen, zuzuhören, voneinander zu lernen, gemeinsam nach Wegen zu suchen, das Wertvolle miteinander zu teilen, das Besondere des Anderen zu erkennen, den Reichtum der Kultur wertzuschätzen und einander beizustehen als Bewohner einer Erde.

Im vergangenen Jahr sei es zum ersten Mal nicht möglich gewesen, sich gegenseitig zu besuchen, dennoch halte man den Kontakt und hofft weiter auf die Spendenunterstützung aus der Bevölkerung.

Weitere Informationen unter:

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