Lorenz-Werthmann-Haus ist in der Pandemie gut aufgestellt
Impfungen ohne Nebenwirkungen

Ostbevern -

Natürlich wisse man nie, wie es beim Termin laufen werde, aber bereits im Vorfeld war Thomas Empting, Leiter des Lorenz-Werthmann-Hauses, überzeugt, dass bei der Impfung gegen das Corona-Virus alles gut gehen werde. Und so war es auch. Weder bei Bewohnern noch Mitarbeitern zeigten sich Nebenwirkungen.

Samstag, 23.01.2021, 06:52 Uhr aktualisiert: 23.01.2021, 07:00 Uhr
Einrichtungsleiter Thomas Empting ließ sich auch impfen.
Einrichtungsleiter Thomas Empting ließ sich auch impfen. Foto: privat

Schon im Vorfeld war Thomas Empting , Leiter des Lorenz-Werthmann-Hauses zuversichtlich, dass mit den Impfungen im Hause alles glatt laufen werde. „Unsere Bewohner kennen das mit den Impfungen von der jährlichen Grippeschutzimpfung“, sagte er kurz vor dem Impftermin gegen das Corona-Virus. Nicht nur bei den Bewohnern war die Impfbereitschaft – hier ist natürlich auch die Entscheidung des gesetzlichen Betreuers maßgeblich – hoch, auch unter den Mitarbeiter konnte die Einrichtung eine Bereitschaft zur Impfung von nahezu 100 Prozent erreicht werden. Schon im Vorfeld sei auch bei den Bewohnern eine problemlose Aufklärung möglich gewesen. Dennoch sei der eigentliche Impftermin immer mit einigen Unwägbarkeiten verbunden: „Man weiß im Vorfeld natürlich nicht, wie sich die Bewohner beim Termin verhalten.“

Dennoch sollte Empting mit seiner anfänglichen Einschätzung recht behalten. „Alles hat gut geklappt“, vermeldete er nach dem Termin am Mittwoch. Insgesamt 78 Bewohner und Mitarbeiter konnten gegen das neue Virus geimpft werden. „Und alle haben es gut vertragen. Es gab keine gravierenden Nebenwirkungen“, freut sich der Einrichtungsleiter. Der Termin für die zweite Impfung steht auch bereits fest, so dass man im Lorenz Werthmann-Haus auch auf eine langsame Rückkehr zur Normalität hofft.

Schon im ersten Lockdown im vergangenen Jahr sei die Situation von den Bewohnern und den Mitarbeitern sehr gut mitgetragen worden, berichtet Thomas Empting. „Wir hatten bisher keine positiven Fälle. Wir haben wirklich Glück gehabt“, sagt der Einrichtungsleiter. Natürlich sei es etwas ungünstig gelaufen, dass die Verfügungen immer zum Wochenende gekommen seien. Man habe aber dennoch entsprechend reagieren können und die Bewohner beispielsweise vorsichtshalber nicht in die Werkstatt fahren lassen. Als die Werkstätten dann ganz geschlossen worden seien, habe man über die hausinterne Tagesstruktur einiges auffangen können. „Wir haben uns in der Zeit immer als ein Haushalt angesehen“, sagt Empting und habe – das Wetter war seinerzeit ja gut – immer wieder Gruppenausflüge mit dem Bulli gemacht und sei viel im Wald spazieren gegangen. „Außerdem haben wir unseren Garten ausgiebig genutzt“, so Empting weiter. Auch wenn die Bewohner in dieser Zeit ihre Angehörigen nicht hätten sehen können, so sei das über die Gemeinschaft im Haus aufgefangen worden.

Emptings größte Sorge während der Pandemie war und ist allerdings, „dass die Gefahr von Außen reinkommt. Also, dass einer von uns Mitarbeitern das Virus ins Haus bringt.“ Denn ein positiver Fall im Lorenz-Werthmann-Haus ließe sich nicht so einfach handhaben. Wenn es dazu käme, müsse sich vermutlich das ganze Haus in Quarantäne begeben, vielleicht könne man noch einzelne Flure abgrenzen. „Aber es ist immer davon abhängig, wer betroffen ist und wie gut man es ihm vermitteln kann“, sagt Empting. Für externe Nutzer und Besucher sei das Haus dann erst einmal passé, selbst wenn es gelingen würde nur eine Gruppe unter Quarantäne zu stellen.

Die Hygienemaßnahmen seien gut umsetzbar gewesen bisher. Im Haus würden die Bewohner zwar keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, sondern nur die Mitarbeiter. „Aber sobald wir das Haus verlassen, tragen alle einen Schutz“, so der Einrichtungsleiter. Da sei die Akzeptanz auch sehr hoch, und alle hätten sich daran gewöhnt. In der Werkstatt müssten die Masken am Arbeitsplatz selber nicht getragen werden, nur wenn man sich dort wegbewege. Und auch das sei für die Bewohner inzwischen selbstverständlich und kein Problem.

Im ersten Lockdown habe es zunächst Erwägungen gegeben, ob die Arbeit aus den Werkstätten nach Ostbevern geholt werden könne. Aber das sei schlichtweg ein zu großer organisatorischer Aufwand gewesen. „Wir hatten außerdem das Gefühl, dass die Bewohner gut beschäftigt waren“, sagt Empting. Allerdings habe der Umstand, dass nun alle den ganzen Tag zu Hause waren zu Überstunden bei den Mitarbeitern geführt. Dienste mussten umstrukturiert und feste Teams gebildet werden. An der Stelle habe man aber Unterstützung durch den Caritasverband bekommen, und es konnten Freizeitangebote über die Frühförderung gemacht werden. Das habe einiges aufgefangen.

Im Lockdown selber sei es fast noch einfacher gewesen als bei jeder Lockerung die über den Sommer folgte. „Denn mit jeder Lockerung gab es für uns ein erhöhtes Risiko“, sagt Empting. Deswegen sind die regelmäßigen Testungen in der Einrichtung obligatorisch. „Jede Woche werden die Bewohner getestet“, sagt Thomas Empting. Hinzu kämen Testungen nach Besuchen zu Hause bei den Familien. Darüber hinaus würden die Mitarbeiter täglich Screenings durchführen, zu denen das Fiebermessen morgens und abends zähle. „Das machen wir seit Oktober, und das machen alle problemlos mit“, freut sich der Einrichtungsleiter.

Auch im Rahmen des aktuellen Lockdowns können die Bewohner zu ihren Familien nach Hause oder Besucher dürfen in die Einrichtung.

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