Fraktionssitzung von Bündnis 90/Die Grünen
Paradigmenwechsel der städtebaulichen Entwicklung

Ostbevern -

Weniger Baugebiete, mehr Nachverdichtung und Altbausanierung – das fordern die Ostbeverner Grünen für die kommenden Jahre.

Mittwoch, 03.02.2021, 17:20 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 12:46 Uhr
Um das Baugebiet Kohkamp III drehte sich die jüngste Fraktionssitzung der Grünen.
Um das Baugebiet Kohkamp III drehte sich die jüngste Fraktionssitzung der Grünen. Foto: Daniela Allendorf

In ihrer letzten digitalen Sitzung beschäftigte sich die Fraktion Bündnis 90 /Die Grünen mit dem Thema Bauflächenentwicklung in Ostbevern.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Werner Stratmann , forderte einen kompletten Paradigmenwechsel in der städtebaulichen Entwicklung Ostbeverns. Der Flächenverbrauch durch massive Baulandentwicklung am Ortsrand müsse ein Ende haben. Die kurzfristigen Gewinne aus Grundstücksverkäufen wie im Baugebiet Kohkamp III würden auch den Haushaltsplan der Gemeinde nur kurzfristig entlasten, mittel- und langfristig führe der Bauboom zu finanziellen Belastungen. „Folgekosten für zwei neue Kitas, eine neue Schule, Bau- und Straßenunterhaltung werden die Gemeinde noch auf Jahre massiv belasten“, so Stratmann.

Benedikt Beiers, Vertreter der Grünen im Umwelt- und Planungsausschuss (UPA), forderte, dass abgesehen von einem relativ kleinen, dann aber ökologisch mustergültigen Baugebiet im Bereich Kohkamp I im Zusammenhang mit einem möglichen Schulneubau, in den nächsten Jahren keine neuen Baugebiete mehr ausgewiesen werden sollten. Stattdessen müsse man sich auf Nachverdichtung, Innenentwicklung und Altbausanierung konzentrieren. Der Sanierungsmanager habe dazu Konzepte entwickelt, die intensiviert werden müssten.

Anja Beiers, Fraktionssprecherin, ergänzte: „Die Bevölkerungsentwicklung in Ostbevern zeigt, dass die bisherige Baupolitik einen sehr problematischen Trend unterstützt, der landesweit bekannt ist: Der Wohnflächenverbrauch pro Person nimmt rapide zu. Trotz massiver Baugebietsausweisungen in den letzten fünfzehn Jahren ist die Bevölkerungszahl Ostbeverns nur geringfügig gestiegen.“ 2005 habe die Einwohnerzahl bei 10 660 gelegen, 2020 hingegen seien 11 169 Einwohner gezählt worden.

„Das ist keine nachhaltige Entwicklung, hier müssen wir umsteuern“, so das Fazit der Grünen, die einen Antrag bereits in den UPA eingebracht haben.

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