Diskussion um Vorgehen der JAS beim Homeschooling
Eltern koordinieren Bücherausgabe

Ostbevern -

Der Unmut in der Elternschaft der Josef-Annegarn-Schule sei groß, hieß es im Bildungs-, Generationen- und Sozialausschuss. Grund: Die Eltern würden es befürworten, wenn die Schüler ihre Bücher aus der Schule für das Homeschooling bekommen könnten. Da machte jedoch die Schule bis dato nicht mit.

Donnerstag, 04.02.2021, 06:15 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 12:46 Uhr
Ab dem morgigen Freitag soll die Bücherausgabe an der JAS durch die Elternvertretung koordiniert werden.
Ab dem morgigen Freitag soll die Bücherausgabe an der JAS durch die Elternvertretung koordiniert werden. Foto: Ralf Aumüller

Eigentlich war es gar kein Thema auf der Tagesordnung des Bildungs-, Generationen und Sozialausschusses. Dennoch brachte Wolfgang Weglage ( CDU ) das Gespräch auf die aktuelle Situation an der Josef-Annegarn-Schule. „Warum ist es nicht möglich, dass die Schüler ihre Bücher abholen können?“, fragte er. Die Schüler müssten massenweise Unterlagen für das Homeschooling ausdrucken. Von zahlreichen Seiten sei an die Mitglieder der CDU der Wunsch herangetragen worden, ob es nicht doch möglich sei, an die Bücher zu kommen.

Das sei so nicht möglich, erläuterte Schulleiter Andreas Behnen . Am 28. Januar habe es einen neuen Erlass des Schulministeriums gegeben, in dem ein Nutzungs- und Betretungsverbot für die Schulen verankert sei. „Es ist einfach nicht vorgesehen, dass Hunderte von Eltern und Schülern in die Klassen gehen, um Sachen abzuholen“, so Behnen weiter.

Dr. Susanne Lehnert mutete diese Aussage komisch an. Ob nicht eine klassenweise Verteilung der Schulmaterialien über die Eltern möglich sei, regte sie an. Auch auf diese Anfrage gab es eine Absage von Andreas Behnen. Er erläuterte, dass man die Problematik auch im Kollegium diskutiert habe. Dort sei man zu dem Schluss gekommen, dass das meiste auch papierlos möglich sei. Die Schüler könnten die entsprechenden Unterlagen auch auf dem Tablet oder Smartphone lesen. Und er blieb dabei: „Schule ist wichtig – Gesundheit ist wichtiger.“

Wirklich zufrieden stellte diese Aussage die Politik nicht. „Wir bekommen das einfach von vielen Eltern zu hören“, betonte Weglage erneut. Viele Familien hätten nicht das Equipment zum problemlosen Handling des Homeschoolings. Auch das habe er im Blick, sagte der Schulleiter. Deswegen würden die Aufgaben so gestellt, dass sie nicht bis zum Ende einer bestimmten Stunde geleistet werden müssten. „Es gibt Wochenpläne, die bis zum Ende der Woche fertig werden müssen“, so Behnen. So könne sich jedes Kind – je nach Kapazität – zum entsprechenden Zeitpunkt an die Aufgaben setzen.

Das Verständnis für dieses Vorgehen wollten die Ausschussmitglieder allerdings nicht so recht aufbringen. In einer Sitzungspause kontaktierten sie kurzerhand den Schulpflegschaftsvorsitzenden Thomas Große Stetzkamp. Der unterstrich, dass die Eltern durchaus bereit seien, die Initiative zu ergreifen und die Bücher zu verteilen.

Die Reaktion der Schule folgte am gestrigen Vormittag. Schulleiter Andreas Behnen veröffentlichte auf der Homepage der Schule eine Mitteilung und unterbreitete nach einem weiteren Gespräch mit Große Stetzkamp einen Lösungsvorschlag. Die Aktion solle allein eine Aktivität der Elternvertretung sein. Alle Beteiligten müssten namentlich erfasst werden und eine Person müsse schriftlich bescheinigen, dass er oder sie für die Aktion die Verantwortung übernehme. „Das werde ich dann wohl machen“, sagte Thomas Große Stetzkamp. Ab Freitag soll die „Bücheraktion“ laufen, kündigt er an. Er bittet alle Eltern, die Bücher und Material abholen möchten, sich direkt an ihre Klassenpflegschaftsvorsitzenden zu wenden. In einem weiteren Schritt würde er dann die Koordination der Ausgabe übernehmen. Für Informationen sollen die Eltern auch die Homepage der Schule im Blick behalten.

 

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