Unbefriedigende Situation am Recyclinghof
Neue Öffnungszeiten – weniger Stau

Ostbevern -

Immer wieder bilden sich vor dem Recyclinghof bis hin zum Kreisverkehr an der L 588 lange Warteschlangen. Das soll sich in diesem Jahr ändern – und zwar mit verlängerten Öffnungszeiten. Fruchtet das nicht, soll im Oktober über eine zusätzliche Zuwegung nachgedacht werden.

Freitag, 12.02.2021, 07:01 Uhr aktualisiert: 12.02.2021, 07:10 Uhr
Einbahnstraßenregelung – das war eine der Ideen, um das Verkehrschaos auf dem Recyclinghof zu reduzieren. Nahezu seit Aufnahme des Betriebes 2015 bilden sich immer wieder Schlangen mit wartenden Pkw. Durch veränderte Öffnungszeiten will man die Situation nun entschärfen.
Einbahnstraßenregelung – das war eine der Ideen, um das Verkehrschaos auf dem Recyclinghof zu reduzieren. Nahezu seit Aufnahme des Betriebes 2015 bilden sich immer wieder Schlangen mit wartenden Pkw. Durch veränderte Öffnungszeiten will man die Situation nun entschärfen. Foto: Sebastian Rohling/Anne Reinker

Immer wieder kommt es während der Öffnungszeiten des Recyclinghofes zu einem enormen Rückstau über die Westbeverner Straße bis über den Kreisverkehr an der L 588 hinaus. Der Entsorgungsbedarf in der Bevergemeinde ist erheblich. So sind mitunter an Samstagen in Spitzenzeiten bis zu 240 Anlieferungen zu verzeichnen. Damit einher gehen oftmals brenzlige Situationen, und eine Durchfahrt am Kreisverkehr ist zum Teil nicht möglich. Dass sich an dieser Situation etwas ändern muss, ist schon lange Thema in den politischen Gremien. Wie man der Sache aber am besten Herr wird, konnte noch nicht abschließend geklärt werden.

Schon kurz nach der Eröffnung des Recyclinghofes im Jahr 2015 kam es regelmäßig zur Staubildung. Damals ging man von Seiten der Gemeinde noch davon aus, dass der Betrieb sich einpendeln werde und es zu weniger Stausituationen komme. 2019 wurde dann einvernehmlich im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) erneut über das Thema debattiert. Seinerzeit im Zusammenhang mit dem Bau einer Remise und zweier Streusalzbehälter auf dem gemeindlichen Grundstück. Dabei – so der Plan – sollte der neue Bauhof nicht direkt an den Recyclinghof angesetzt werden, sondern es sollte eine rund fünf Meter breite Schneise zwischen den Arealen entstehen. Dass diese Planung sinnvoll ist, zeigte sich im vergangenen Frühjahr. Als nach coronabedingter wochenlanger Schließung am ersten Öffnungstag der Ansturm groß war, reagierten die Betreiber der AWG und die Gemeinde und ließen die Anlieferung über das Gelände des Bauhofes erfolgen.

2019 noch sah man bei der AWG keine Notwendigkeit für zusätzliche Zuwegung. „Damals haben wir gesagt, dass wenn die AWG die Straße nicht baut, dass wir es dann selber in die Hand nehmen“, sagte Hubertus Hermanns jetzt bei der erneuten Diskussion um den Recyclinghof. Die Verwaltung hatte im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss in Abstimmung mit der AWG vorgeschlagen, die Öffnungszeiten des Bauhofes zu verlängern und so die Stoßzeiten zu entzerren. „Das begrüßen wir natürlich“, hielt Jochem Neumann (Grüne) die Planung für sinnvoll. Dennoch müsse man schauen, ob es hilft, oder ob die Warteschlange trotzdem bis zum Kreisverkehr wächst.

„Das wird auch allerhöchste Eisenbahn“, sagte Christdemokrat Hubertus Herrmanns. Der Vorstoß sei gut und richtig. Sofern man die Öffnungszeiten auch noch auf den Freitagnachmittag – die Verwaltung hatte zunächst lediglich eine Verlängerung der Zeiten mittwochs und samstags vorgeschlagen – ausdehnen könnte, könne man mit der Straße noch warten. „So wie die Situation im Moment ist, ist sie einfach völlig inakzeptabel“, machte Hermanns noch einmal deutlich.

Einen Schritt weiter ging Michael Füssel von der CDU. Auch die Logistik auf dem Gelände müsse sich verbessern. Ihm schwebten eine eindeutige Einbahnstraßenregelung sowie eine deutliche Beschilderung der Container vor. „Ich kenne nahezu alle Recyclinghöfe im Kreis Warendorf – die sind alle gescheit beschriftet. Dann ist das auch selbsterklärend und die Mitarbeiter müssen nicht alles einzeln erklären“, sagte er.

Die Mitglieder im HFA einigten sich schlussendlich darauf, dass die Zeiten nicht nur mittwochs und samstags verlängert werden, sondern es auch am Freitag zusätzliche Öffnungszeiten geben soll. Damit wird der Recyclinghof künftig mittwochs von März bis November jeweils von 16.30 bis 18.30 Uhr öffnen sowie ganzjährig samstags von 8.30 bis 14 Uhr. Ebenso soll eine Öffnung am Freitagnachmittag erfolgen, die Zeiten dafür werden noch bekannt gegeben. Im Oktober wollen sich die Mitglieder des HFA die Situation noch einmal genau ansehen, um dann zu entscheiden, ob eine zusätzliche Zuwegung notwendig ist.

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