Widrigkeiten für den Winterdienst
Wenn die Straßen im Schnee verschwinden

Ostbevern -

Die Widrigkeiten für den Winterdienst beginnen für die Mitarbeiter schon mit der Anfahrt zur Arbeit. Beim Räumdienst ist die schlechte Sicht ein Problem, wenn die Straßen verweht sind und unter der Schneedecke verschwinden. Die Schneemassen sind auch für erfahrene Winterdienstler eine Herausforderung.

Donnerstag, 11.02.2021, 15:34 Uhr
Philipp Peters vom Garten- und Landschaftsbaubetrieb Struffert unterstützt die Gemeinde beim Winterdienst. Seit Mittwoch schiebt er Schnee in den Außenbezirken (kleines Bild).
Philipp Peters vom Garten- und Landschaftsbaubetrieb Struffert unterstützt die Gemeinde beim Winterdienst. Seit Mittwoch schiebt er Schnee in den Außenbezirken (kleines Bild). Foto: Ralf Aumüller

Bevor der Winterdienst Winterdienst machen kann, muss er erst einmal den Winter selbst bezwingen. Vor seinem ersten Einsatz beim massiven Schneefall am Wochenende hatte Philipp Peters ein Problem: Er musste durch den Tiefschnee von zu Hause in die Firma kommen. Normalerweise braucht der Ostbeverner für diesen Weg mit seinem Auto „acht bis zehn Minuten“, wie er sagt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag war es mehr als eine halbe Stunde für die kurze Strecke. „Alle Straßen waren zugeschneit. Ich bin langsam gefahren und hatte eine Schippe dabei“, sagt Peters. Ein Mal musste er sich damit auch den Weg zur Arbeit freischaufeln.

Die beschwerliche Anreise im Pkw gehörte aber auch schon zu den größeren Schwierigkeiten bei seinem Räum- und Streueinsatz in den drei Nächten auf Sonntag, Montag und Dienstag. Ein Problem war die schlechte Sicht. „Weil alles so verweht war, waren die Straßen und Wege schwer zu erkennen“, sagt Peters. Er ist auf seinem Traktor mit Schneepflug häufiger ins Rutschen geraten, aber unfallfrei geblieben.

Den Räumdienst haben in den ersten Tagen des Wintereinbruchs, so sagt Bauhof-Leiter Alfred Wichmann-Bischof, an einigen Stellen im Ort Autos ausgebremst, „die halb oder ganz auf der Straße standen und nicht weggekommen sind – und um die sich keiner gekümmert hat“. Mal abgesehen von den Nörglern „haben wir sehr viele nette Gesten bekommen“, so Wichmann-Bischof. „Darüber freuen wir uns sehr.“

Diese Schneemassen sind auch für erfahrene Winterdienstler eine Herausforderung. Philipp Peters arbeitet für das Unternehmen Struffert, ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb im Schirl, das im Auftrag der Gemeinde in den Wintermonaten den Bauhof unterstützt. Von Oktober bis März hat Peters eine Art Bereitschaft für den Winterdienst.

Sonst vor allem im Streudienst tätig, hat das Unternehmen Struffert der Gemeinde jetzt auch beim Schneeschieben und dem Abtransport geholfen. Wie für die Mitarbeiter des Bauhofs sind ordentlich Überstunden angefallen – alles im gesetzlichen Rahmen und mit den vorgeschriebenen Ruhepausen. Seit Mittwoch ist Peters nicht mehr nachts, sondern nur noch tagsüber im Einsatz. „Ich mache das gerne“, sagt der 33-Jährige. „Nur zu Hause bleibt zurzeit alles liegen.“

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