Simone Göttker und Petra Bröker engagieren sich beim VIBO
Ein Gewinn für alle Seiten

Ostbevern -

Der Verein zur Förderung von Menschen mit Behinderung in Ostbevern (VIBO) kann immer auf viele tatkräftige Hände zurückgreifen. Ein Steckenpferde des Vereins ist dabei das heilpädagogische Reiten.

Mittwoch, 17.03.2021, 17:45 Uhr aktualisiert: 17.03.2021, 17:50 Uhr
Setzen sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung ein: Simone Göttker (l.) und Petra Bröker.
Setzen sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung ein: Simone Göttker (l.) und Petra Bröker. Foto: Anne Reinker

Eine große Hilfsbereitschaft gibt es, wenn es um VIBO (Verein zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung in Ostbevern) geht. Darüber freuen sich nicht nur die betroffenen Familien, sondern besonders auch der Vorstand. Simone Göttker und Petra Bröker sind beide aktiv in dem Verein. Und wenn offizielle Ämter in Vereinen oft nicht so einfach zu besetzen sind, kann VIBO bei Veranstaltungen immer auf viele tatkräftige Hände zurückgreifen. „Es sind alle ganz emsig“, sagt Simone Göttker.

„Viele unterstützen den Verein, ohne selber betroffen zu sein“, freut sich Petra Bröker, dass die Gruppe seit vielen Jahren in der Gemeinde fest etabliert ist. Unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene – ob behindert oder nicht – nutzten seit über dreißig Jahren die vielfältigen Angebote.

„Wir wollen damit die Berührungsängste, die durchaus bei vielen vorhanden sind, mindern“, erklärt Petra Bröker. Das gelinge beispielsweise sehr gut mit den Jugendlichen aus der Josef-Annegarn-Schule, die bei den Sportgruppen mitmachen, wie Bröker berichtet.

Wir wollen Berührungsängste, die bei vielen durchaus vorhanden sind, mindern.

Petra Bröker

Sie würden den behinderten Teilnehmern auf Augenhöhe begegnen und damit den „Schwächeren in der Gesellschaft ein Stück Normalität geben“, so die Ostbevernerin. „Das ist einfach fantastisch.“ Simone Göttker fügt hinzu: „Es macht wirklich Spaß zu sehen, wie dieser Teil der Bevölkerung mit ganz viel Freude mitmischen kann“, meint auch sie. Eine schöne Bestätigung für das Ehrenamt der Beteiligten.

Gerade die VIBO-Sportgruppen sind es, die den Teilnehmern viel geben. „Es sind Gruppen, in die jeder reinpasst und willkommen ist, so wie er ist“, beschreibt Göttker die Angebote. Ohne sie würde ein großes Stück Lebensfreude verloren gehen, zudem gebe es keine sportlichen Alternativen für die Betroffenen. Aufgrund des gewissen Leistungsdrucks üblicher Sportvereine hätten die behinderten Mitbürger dort kaum Chancen, mit Zufriedenheit Sport zu treiben. So fördern die VIBO-Sportgruppen noch die Gesundheit, ebenso wie die Teamfähigkeit. „Und es gibt ein Gemeinschaftsgefühl“, sagt Simone Göttker. „Sie erleben Freizeitaktivitäten, so wie jeder andere Mensch auch.“

Ebenso ist das beim heilpädagogischen Reiten, das – fast wortwörtlich gesehen – Steckenpferd vom VIBO. Mit der Betreuung erfahrener Pädagogen und Reittherapeuten und den zwei vereinseigenen Therapiepferden wird auf der Reitanlage des RVO nach einem ganzheitlichen Konzept sowie für Körper und Seele ein heilsamer Umgang mit den Pferd individuell gefördert. Diese Aktion findet – ebenso wie das Lese- und Schreibtraining – fast seit Gründung des Vereins statt. Und ist mit geschätzten 15 000 Euro im Jahr gleichzeitig auch der Posten, der den Verein am meisten kostet.

Die Gelder kommen durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Zuschüsse sowie durch die Aktionen vom VIBO zusammen. Eine große davon findet im Rahmen des Kastaniensonntag statt, an dem der Verein eine Tombola veranstaltet und die Nachbarschaft rund um den Großen Kamp einen Imbiss zugunsten des Vereins betreibt. „Auf solche Aktionen ist der VIBO angewiesen“, berichtet Simone Göttker, die die finanziellen Belange im Auge behält. Für solche und ähnliche Aktivitäten „können wir immer auf viele Leute zurückgreifen, die helfen“, lobt sie die Bereitschaft der Bürger. „Es gibt viele Helfer, die man immer ansprechen kann und die dann wie selbstverständlich eine große Unterstützung leisten.“ Petra Bröker ergänzt erneut, dass viele Leute den Verein, ohne selber betroffen zu sein unterstützen. Ohne die Rückendeckung der vielen Helfer und Unterstützer würden die VIBO-Gruppen einschlafen müssen und den Freizeitbereich und die Förderung der Menschen mit Behinderungen stark einschränken.

Was sich die beiden engagierten Frauen langfristig noch im VIBO-Programm vorstellen könnten, sind Tagesfahrten wie auch ein Elternstammtisch. „Gerade für Familien, die neu in der Gemeinde sind und hier noch nicht so vernetzt sind“, beschreibt Simone Göttker Sinn und Zweck.

„Die Angebote tun der offenen Begegnung aller Bürger gut“, sagen beide Frauen aus Erfahrung. „Jeder gesunde Mensch, der mal mitgemacht hat, baut die Berührungsängste ab“, sagen sie unisono. Und Petra Bröker fügt hinzu: „Ein Gewinn also für alle Seiten“.

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