Amtsgericht spricht mildes Urteil
Angeklagter bietet Wiedergutmachung an

Ostbevern -

Es lief vieles nicht rund bei dem Angeklagten. Im Prozess vor dem Warendorfer Amtsgericht entschuldigte er sich für seine Tat und bot Wiedergutmachung an. Das Urteil fiel milde aus.

Donnerstag, 18.03.2021, 17:15 Uhr aktualisiert: 19.03.2021, 13:49 Uhr

Ein nicht intaktes Elternhaus und ein entsprechend schwieriges Familienleben bei ständigem Alkoholgebrauch des Vaters ließen den heute 20-Jährigen, der in einer Hausgemeinschaft mit seiner Mutter in Ostbevern lebt, bereits in der Schule scheitern. Von 2016 bis 2018 wurde er dreimal vom Gericht wegen Sachbeschädigung und Besitz von Marihuana – zuletzt mit einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung – empfindlich bestraft. Die Bewährungszeit habe er, wie der Berater des Jugendamts in seinem Bericht bestätigte, gut genutzt. Er habe sich Weiteres nicht zu Schulden kommen lassen und werde zurzeit trotz nicht erreichten Schulabschlusses zum Maurer ausgebildet.

Vor das Schöffengericht des Amtsgerichts Warendorf führte den Mann am Mittwoch eine Straftat vom 14. Juni 2020. In der Gemeinschaft von mehreren gleichaltrigen Jungen und Mädchen kam es bei geringem Alkoholkonsum unter den Jugendlichen in einer Wohnung in Ostbevern zu einem Streit, als sich einer der Männer mehrfach in wenig schöner Form – darunter Aussprüche wie „geil“ – über die Schwester des Angeklagten ausließ. Das brachte den Angeklagten so in Rage, dass er einen Glasaschenbecher ergriff und damit den Studenten schwer am Kopf verletzte. Dieser trug trotz sofortiger ärztlicher Behandlung eine Narbe davon.

Der Angeklagte bedauerte seine Tat, entschuldigte sich dafür und bot über seinen Anwalt dem Geschädigten eine Wiedergutmachung im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs an.

Die Einsicht des Angeklagten und die über ihn abgegebene positive Lebensprognose führten seitens der Vertreterin der Staatsanwaltschaft und des Schöffengerichts zu einer milden Ahndung der Straftat.

Bei dem Urteil kam Jugendrecht zur Anwendung. Der 20-Jährige wurde zu einer Geldbuße von 400 Euro zugunsten des geschädigten Zeugen verurteilt. Hinzu kommt die Auflage, mindestens fünf Gespräche mit der Krisen- und Gewalt-Beratungsstelle des SKM Warendorf zu führen. Komme es daneben zur Erhebung von Schadensersatzansprüchen, müsse die Buße angerechnet werden.

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