Florian Schulz zieht Bilanz seiner Arbeit in der Kirchengemeinde
Vertrauen schafft ein Team

Ostbevern -

Pastoralreferent Florian Schulz verlässt die Gemeinde St. Ambrosius mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zahlreiche gute Erinnerungen wird er im Gepäck haben, wenn er in seiner neuen Gemeinde in Handorf starten wird. Erinnerungen und Erfahrungen, die ihm auf seinem weiteren beruflichen Weg eine Stütze sein werden.

Samstag, 27.03.2021, 05:56 Uhr aktualisiert: 27.03.2021, 06:01 Uhr
Florian Schulz verlässt auf eigenen Wunsch die Gemeinde St. Ambrosius.
Florian Schulz verlässt auf eigenen Wunsch die Gemeinde St. Ambrosius. Foto: Daniela Allendorf

„Ich hatte damals quasi meinen ersten Tag in Ostbevern mit Elke Hohage , die an der Franz-von-Assisi-Grundschule gestartet ist“, erinnert sich Pastoralreferent Florian Schulz an seinen Einstieg. Für ihn eine gute Erinnerung, so wie viele andere auch.

„Ich hatte in den vergangenen sechs Jahren die Möglichkeit, meinen Arbeitsschwerpunkt weitgehend selber zu wählen“, sagt Schulz rückblickend. Das sei natürlich eine ganz besondere Erfahrung gewesen und von einigen Erfahrung zehre er heute noch. So zum Beispiel die Kinder-Bibelwoche im Kindergarten St. Josef. „Das war so toll“, sagt Schulz, weil man einfach die Sprache noch einmal ganz neu lerne. Bedeutet: „Ich habe die Theologiesprache elementarisieren müssen. Das hat mir auch für meine sonstigen Aufgaben ganz viel gebracht.“

2016 übernahm Florian Schulz, der in die Gemeinde nach Handorf wechselt, die Firmvorbereitung in St. Ambrosius. Mit einem kleinen Katechetenteam gestartet, sind es inzwischen 14 Jugendliche und junge Erwachsene, die den Pastoralreferenten in der Vorbereitung auf das Sakrament unterstützen. Auch in diesem Zusammenhang habe er etwas wichtiges gelernt – abzugeben. Klar habe er bis zum Schluss den „Hut aufgehabt“, aber er konnte den Katecheten so viel Vertrauen und Freiheit schenken, dass das Team im Laufe der Zeit noch besser zusammengefunden habe und gewachsen ist. Er finde es gut, wenn – wie in diesem Fall – die Ehrenamtlichen stärker befähigt würden, in verschiedenen Bereichen der Kirche zu wirken.

Das Stichwort Vertrauen fällt, während Florian Schulz an seine Zeit in der Bevergemeinde zurückdenkt, immer wieder. So hat ihn auch die Zusammenarbeit bei der Vorbereitung der Gottesdienste an der Josef-Annegarn-Schule nachhaltig beeindruckt. „Einmal kam ein Schüler zu mir – wir hatten uns vielleicht dreimal getroffen – und erzählte mir freudestrahlend, dass er bei den Realschulstunden mitmachen dürfe.“ Auch das ein Vertrauensbeweis für Schulz. „So etwas trägt einen.“ In diesem Zusammenhang sei auch der Gottesdienst für die Abschlussklassen im vergangenen Jahr ein Erlebnis, an das sich der Pastoralreferent mit einem Lächeln erinnert. „Das war ein total spannendes Projekt“, sagt er. Musste der Gottesdienst doch ohne das Zutun der Schüler auf die Beine gestellt werden. Da habe ihm die kontinuierliche Begleitung an der Schule wirklich weitergeholfen. „Ich wusste einfach um die Lebenswirklichkeit der Schüler“, sagt Schulz und genau da müsse man auch am Ball bleiben, ist er überzeugt. Der Gottesdienst? Am Ende ein Erfolg und ein Gewinn für alle.

Trotzdem ist Florian Schulz auch Realist. Natürlich gebe es auch Dinge, die nicht so gut gelungen seien. Dennoch sieht er auch hierin etwas Positives. Und appelliert: „Wir brauchen eine höhere Fehlerfreundlichkeit, man muss Fehler machen dürfen.“

Seinen Weggang betrachtet der gebürtige Delmenhorster, der 2015 nach Ostbevern zog, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich freue er sich auf die Aufgaben in seiner neuen Pfarrgemeinde – trotzdem hängt sein Herz noch an Ostbevern. Und das auch aus ganz privaten Gründen. „Wir haben hier unsere Familie gegründet, und 2018 kam unsere Tochter zur Welt“, blickt er auf zwei für ihn entscheidende Fixpunkte im Leben. Und sagt: „Ostbevern ist ein Zuhause geworden und nicht nur eine Durchgangsstation.“ Vorerst wolle er mit seiner Familie in der Bevergemeinde wohnen bleiben. Er schloss einen Umzug nach Münster – dort ist er seit Studienzeiten im Karneval aktiv – aber nicht aus.

Florian Schulz ist dankbar für seine Zeit in Ostbevern „Auch wenn es hier und da mal geknirscht hat“, sagt er. Er habe bis zuletzt sehr gerne in der Pfarrgemeinde St. Ambrosius gearbeitet und unterstreicht noch einmal, wie wichtig ihm die Gespräche mit den Gemeindemitgliedern gewesen seien. Zuletzt seien es zum Beispiel die kurzen Gespräche mit Menschen im Rahmen der Sternsingeraktion gewesen. „Es ist toll, wie die Menschen einen an ihrem Leben da teilhaben lassen.“ Und auch in Glaubensfragen hat er sich gerne mit Jungen und Alten auseinandergesetzt. „Es ist ein tiefer Glaube da. Davon bin ich überzeugt. Aber es sind auch einfach Fragen an die Institution Kirche da, denen man sich stellen muss.“

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