Sassenberg
Eiskalte Erfrischung

Donnerstag, 29.07.2010, 08:07 Uhr

Sassenberg - Was gibt es Schöneres, als an einem heißen Sommertag ein leckeres Eis zu schlecken? Die erste Hitzeperiode des Sommers löste einen wahren Run auf die Eistheke am Feldmarksee aus. „Der Renner ist Fruchteis. Maracuja, Honigmelone, Waldfrüchte und Erdbeer. Aber auch Zitroneneis ist gefragt, weil es sehr erfrischend ist“, berichtet Fabio Zanella , Inhaber der gleichnamigen Sassenberger Eisdiele.

Fabio Zanella stellt sein Eis selbst her und ist stolz auf die Familientradition. „Mein Vater Sisto fuhr noch mit dem Dreirad zum Lohwall und verkaufte dort Eis. Von ihm habe ich das Eis machen gelernt.“ Aber Fabio Zanella absolvierte auch eine dreijährige Ausbildung in Cuxhaven , und arbeitete dann ab 1986 im Kiosk am Feldmarksee. „Im Jahr 1993 habe ich beide Eisdielen übernommen.“ Außerdem nehme er häufig an Schulungen teil.

Das Fruchteis wird mit frischen Früchten und Pulpe hergestellt. Pulpe heißt die pürierte Fruchtmasse, beispielsweise aus Honigmelone, die natürlich und ohne Farbstoffe hergestellt wird. Wenn es nicht ganz so heiß ist, wird mehr auf Milcheis zurückgegriffen. Stracciatella, Schokolade, Nuss oder Vanille laufen immer gut. „Vanilleeis mache ich noch wie früher nach einem alten Familienrezept“, versichert Zanella. Vanilleschoten, Eier, Milch und Sahne gehören zum Rezept, aber „das beste Rezept ist gute Qualität“. Dazu gehöre, dass vernünftige Frischmilch und gute Sahne verwendet werde. Der Fettgehalt der Sahne sei ein wichtiger Indikator. „Es macht viel aus, ob die Sahne 28 oder 33 Prozent Fettgehalt hat. Wir benutzen nur 33 Prozent“, erklärt Fabio Zanella.

Generell gehören Milch, Zucker und Sahne zum Grundrezept, um ein leckeres Eis zu produzieren. Dazu kommt dann je nach Geschmacksrichtung die entsprechende Zutat. „Die Eismasse wird erst auf 85 Grad erhitzt und dann sofort auf 15 Grad minus runter gekühlt“, erläutert Zanella. Dieser Vorgang wird von einer einzigen Maschine durchgeführt. „Durch die Erhitzung erhält das Eis mehr Geschmack, und es wird cremiger.“ Mehrere 100 Liter Eismasse werden am Tag verarbeitet. „Sobald es heißer wird, schnellt der Verkauf hoch. In den heißen Sommertagen hat sich der Umsatz vervierfacht“, freut sich Zanella, der hofft, dass nach dem langen Winter die Sonne noch häufiger scheinen wird.

In der Hitzeperiode liefen aber auch die Eisbecher und Mixgetränke hervorragend. „Der Flipper war zuletzt der Hit. Das ist Zitroneneis, Vanille, frischer Orangensaft und Sahne garniert mit Amarena-Sauce“, nennt Zanella die Zutaten. Aber auch der klassische Eiscafé sie immer noch beliebt. Zurückgegangen sei dageben die Nachfrage nach den ganz großen Bechern. „Der Trend geht hin zu kleinen Bechern, aber schön gemischt und extravagant.“ Ein Allzeithit bleibe dennoch das Spaghettieis. Der Klassiker ist mittlerweile in vielen Sorten erhältlich. In der Eisdiele gibt es deshalb sogar eine spezielle Spaghetti-Presse.

Aus einem Scherz heraus entstand übrigens eine Eissorte, die Fabio Zanella selbst kreiert hat. Er stellte ein zartbitteres Schokoladeneis her. „Es war eigentlich nur eine Probe, aber es wurde zum Renner“, freut sich der Eismacher. Am schwierigsten sei es, Zitroneneis herzustellen, denn es habe den geringsten Fettanteil. Zitronensaft, Milch, Zucker und Zitrone hätten null Fett. „Es ist problematisch, die richtige Cremigkeit zu erzielen.“ Aber für einen Fachmann wie Fabio Zanella letztlich kein Problem, denn er liebt seinen Beruf. „Man muss es mit Leib und Seele machen“, bringt er sein Erfolgsgeheimnis auf den Punkt.

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