Sassenberg
Scheffer-Gelände: Mini-Kreisel oder Ampel?

Dienstag, 24.05.2011, 22:05 Uhr

Sassenberg - Die Zwischenpräsentation zur Aufplanung des ehemaligen Scheffer-Geländes war mit Spannung erwartet worden. Und tatsächlich entwickelten die drei beteiligten Büros recht unterschiedliche Ansätze. Allen gemeinsam war, dass sie in irgendeiner Form - mal mehr, mal weniger - Elemente aus der bisherigen Bausubstanz des Altgebäudes erhalten wollen. Doch die abschließende Diskussion mit den Zuhörern machte auch deutlich, dass die größte Sorge die Lösung der Verkehrsproblematik ist.

Als erstes Team stellte die Arbeitsgemeinschaft Röver, Spiekermann , Morbach und Wermeyer ihren Entwurf vor. Er sieht als verkehrliche Lösung einen Mini-Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 18 Metern an der Kreuzung von-Galen-Straße /Drostenstraße vor. Außerdem soll auf der von-Galen-Straße eine Abbiegetasche für Linksabbieger zum Einkaufsmarkt angelegt werden. Hier müsste die Straße um zwei auf acht Meter aufgeweitet werden. „Die Abwicklung des Verkehrs wäre hervorragend gewährleistet“, meinte Diplom-Ingenieur Ralf Düs­pohl. Oliver Spiekermann erläuterte die Bebauung, bei der das Hauptgebäude Scheffer mit Halle erhalten bleiben soll, lediglich die Anbauten am Bürogebäude sollen entfernt werden. Als Wohnbebauung schlug er fünf Einfamilienhäuser vor. Dennis Wermeyer machte deutlich, dass ein Lärmschutz an der kompletten Drostenstraße installiert werden soll.

Christoph Ellermann plädiert für die Ampellösung und Zufahrten von beiden Seiten. Der Parkplatz soll durch einen Wall aus dem Blickfeld genommen werden, und die alte Fassade als Wiedererkennungsmerkmal als Kulissenwand stehen bleiben. Dahinter würde dann der Markt neu aufgebaut. Auch Wohnbebauung sei vorstellbar, aber „es lässt sich schwer planen, wenn man nicht weiß, wer dort wohnen soll“.

Auch Professor Henning Huth , der für das dritte Team sprach, möchte einen Teil des alten Bürogebäudes erhalten und daran neue Geschäfte anschließen. Er plädierte für Nutzungsvielfalt und nicht nur Einzelhandel. Das Wohnen im südlichen Bereich soll in mehrgeschossigen Bauten möglich sein, wobei Parterre die Garagen unter den Häusern liegen sollen, damit die Wohnungen nicht auf Augenhöfe des Parkplatzes liegen. Verkehrlich sieht er zwar den großen Kreisverkehr als beste Lösung, aber hier seien auch die Kosten entscheidend, darum plädierte er für die Ampel. „Eine Stadt, in der es keinen Stau gibt, ist keine Stadt“, sagte Huth mit einem Augenzwinkern.

Für den neuen Investor Stroetmann, für den Edgar Rietmann das Wort ergriff, sind die Wirtschaftlichkeit und die funktionalen Abläufe entscheidend. „Wenn ich heute Kompromisse eingehe, dann bereue ich in fünf Jahren, dass ich Millionen investiert habe.“ Darum solle man die Chance nutzen, es jetzt funktional richtig zu machen. Unter anderem seien mindestens 150 statt 100 Stellplätze erforderlich. Er wies darauf hin, dass Stroetmann nicht für die Aussagen von Ten Brinke verantwortlich zu machen sei, erklärte aber die Bereitschaft über Anregungen nachzudenken.

Verkehrsgutachter Rolf Sure bemerkte, dass der Mini-Kreisverkehr vom Kreis nicht befürwortet worden sei, worauf Bürgermeister Uphoff darauf hinwies, dass der Standort ein wenig anders gewesen sei. Es müsse neue Gespräche mit dem Kreis geben.

„Ich bitte Sie alle, sich Gedanken zu machen, wie Sie die Verkehrssituation vor der eigenen Haustür finden würden. Wir müssen damit leben“, appellierte eine Anwohnerin an alle Beteiligten. Das Gremium versprach, alle Wünsche und Anregungen zu berücksichtigen. Nun gehen die Planer in die zweite Runde, um nachzubessern. Am 16. Juni um 19 Uhr soll en im Hotel Börding dann die endgültigen Entwürfe vorgestellt werden.

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