Tag der offenen Tür zur Sekundarschule
Schüler arbeiten zielgerichtet

Sassenberg -

„Das war am Anfang eine Umstellung, aber es ist wesentlich besser, denn ich kann selbst entscheiden, was ich machen will“, sagt Jasmin (11 Jahre). „In der Grundschule wurde uns alles gesagt, heute können wir alles selbst machen“, ergänzt Lea (11).

Sonntag, 19.02.2012, 17:02 Uhr

Tag der offenen Tür zur Sekundarschule : Schüler arbeiten zielgerichtet
Jasmin, Lea und Mona (v. l.) präsentieren die Uhr, die die verschiedenen Phasen der Segelstunden sichtbar macht. Lila ist Organisation, orange ist stille Arbeit und grün ist Partnerarbeit. Foto: Lieber

Die beiden Ascheberger Fünftklässlerinnen sind von den „ Segelstunden “ – selbst gesteuertes Lernen – begeistert. Sie setzten sich ein Wochenziel und versuchen dies zu erreichen. „Wenn man das mal nicht schafft, dann muss man in der nächsten Woche mehr machen“, erklärt Mona (11).

Der Gemeinsame Unterricht bildet das Kernstück der neuen Sekundarschule . Und um diesen auch einmal in der Praxis sehen zu können, hatten sich Ascheberger Schüler mit ihrer Lehrerin Susanne Wachholz bereit erklärt, diesen Unterricht zu zeigen. „Jeder soll in seiner Geschwindigkeit arbeiten können. Wir sind in den Segelstunden konsequent zu zweit, oft ist eine Sozialarbeiterin mit dabei“, erklärte Susanne Wachholz den interessierten Eltern. Die Sozialpädagogin kümmert sich dann um die Lernberatung.

Drei Blöcke Segelunterricht zu je zwei Stunden sind im Unterricht pro Woche fest verankert. Dabei sind die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Gesellschaftslehre einbezogen. „Es geht nach einem normalen Lehrplan“, versicherte Wachholz. Es gebe Grund- und Erweiterungsaufgaben zur Auswahl, und „die schwächeren Schüler versuchen sich oft an den Erweiterungsaufgaben“.

Die Segelstunden sind in verschiedene Phasen aufgeteilt. Es startet mit der ersten lila Phase, die etwa fünf Minuten dauert, lila steht für Organisation. Es folgt die orange Phase. „Da ist die stille Zeit, da müssen wir ganz leise arbeiten. Das dauert etwa 15 bis 20 Minuten“, erklärt Jasmin. Die nächste lila Phase ist wieder dazu da, Materialien zu holen und sich auf die grüne Phase vorzubereiten. „Dann beginnt die Partnerarbeit mit Flüsterabstand“, sagt Lea. Das bedeutet, dass im Abstand von nur 30 Zentimetern geflüstert werden darf, um eine Aufgabe gemeinsam zu meistern. Schließlich wird in der letzten lila Phase aufgeräumt.

„Die Schüler sind viel zielgerichteter und selbstständiger geworden“, sagte Susanne Wachholz. Die Motivation sei zudem sehr hoch. Außerhalb der Segelstunden gebe es ganz normalen Unterricht, dazu gehöre auch Frontalunterricht, um in ein Thema einzuführen. „Es klingt alles kompliziert, ist es aber nicht.“ Die Kinder kontrollieren sich anhand von Lösungsblättern selbst und können selbstverständlich immer Fragen stellen. Die Leistungen werden mittels eines Kompetenzrasters ermittelt. „Die Kinder wollen beweisen, dass sie über eine bestimmte Kompetenz verfügen.“

Auch Jost (11) und Luis (10) gefällt der neue Unterricht. „Es ist kein Problem, wenn andere mal besser sind. Ich bin in Deutsch nicht so gut, aber dafür wieder in anderen Fächern besser“, sagt Jost. Die vor ihnen liegende Mathematik-Pyramide mit dem großen Einmaleins ist aber am Samstag ein echtes Hindernis. „Das kriegen wir voll nicht gebacken“, schmunzelt Luis, aber die gehöre auch nicht zum Unterricht.

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