Neue Isolierung für die Kirchenfenster
Platz am Fenster ist nicht beliebt

Sassenberg -

Die Plätze unterhalb der Fenster sind in diesen Tagen in der Gnadenkirche nicht sonderlich begehrt. Dabei hat Pfarrer Michael Prien vorsorglich schon Plexiglasscheiben vor den Fenstern anbringen lassen – mit mäßigem Erfolg. Die kalte Luft lässt sich damit kaum aufhalten, es zieht spürbar.

Samstag, 15.12.2012, 08:12 Uhr

Neue Isolierung für die Kirchenfenster : Platz am Fenster ist nicht beliebt
Pfarrer Michael Prien zeigt die Plexiglasscheiben, die provisorisch die Kälte abhalten sollen, dies aber nur unzureichend schaffen. Foto: Lieber

Und manchmal gibt es sogar Eisblumen. Kein Wunder also, dass eine neue und vernünftige Isolierung der sieben Fenster im Kirchenschiff sowie zweier kleiner Fenster im Eingangsbereich dringend erforderlich ist. Denn es geht natürlich auch eine Menge Wärme verloren, wie die Aufnahmen mit einer entsprechenden Wärmebild-Kamera deutlich machten.

„Die Scheiben wurden mit Kitt im Rahmen festgemacht“, erklärt Pfarrer Prien . Das bietet kaum Isolierung und lässt etwa fünf Mal so viel Wärme entweichen wie ein Thermopenfenster. „Wir hatten überlegt, ob wir die Scheiben ersetzten, aber das Presbyterium meint, dass die Bleiverglasung die Kirche prägt“, sagt Prien. Neue Scheiben mit neuer Gestaltung hätten für Diskussionen gesorgt, und darum wolle man den Charakter der Kirche erhalten, den sie seit dem Bau 1952 hat. „Das ist alles ein Ensemble, und es soll eine Kirche aus dieser Zeit bleiben.“ Hinzu kommt, dass der Künstler und Kunsthistoriker Klaus Ring festgestellt hat, dass die Fenster einen besonderen Wert haben. Er hat herausgefunden, dass die Fenster mit diesen Symbolen sehr selten sind und auch die Wahl der Farben, die zu Symbolen angeordnet sind, ungewöhnlich sei.

Darum entschloss sich das Presbyterium Angebote zur Sanierung einzuholen und stand letztlich vor zwei Alternativen. Entweder können die Scheiben aus den Rahmen gelöst und diese samt neuer Schutz- und Isolierverglasung in einen stabilen Rahmen eingebaut werden. Nachteil: Die Kosten belaufen sich auf fast 60 000 Euro.

Oder aber die Scheiben erhalten von außen in den Laibungen einen Schutz durch einen zusätzlichen Rahmen mit einer Schutz- und Isolierverglasung, dabei bleiben die alten Scheiben komplett erhalten. Vorteil: Die Kosten belaufen sich auf rund 30 000 Euro. Bei diesen Daten lässt sich leicht erahnen, wofür sich das Presbyterium entschieden hat – für die günstigere Variante.

Doch auch 30 000 Euro müssen erstmal realisiert werden. „Wir bitten im nächsten Spendenbrief der Stiftung Guter Hirte für diese Aktion“, sagt Pfarrer Prien. Denn es muss mit Mitteln aus der Kirchengemeinde geschafft werden, da es keine Förderung gibt. „Zwei Spendenbriefe werden wir wohl brauchen“, glaubt Prien. Der Rest soll dann aus der Substanzerhaltung der Kirchengemeinde finanziert werden, denn im Haushalt gibt es einen Posten zur Bauunterhaltung. „Wenn es gut läuft, können wir vielleicht schon Ende 2013 beginnen“, hofft Michael Prien.

Und dass sich die Neuisolierung lohnt, zeigt der Wärmebild-Ergebnis des Altarfensters, denn das wurde schon vor ein paar Jahren von einem Glaser neu isoliert und gibt deutlich weniger Wärme nach außen ab.

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